Archiv | Juli 2015

Von Senja nach Tromsø

2015-07-16 Fjordbotn bis Tromsø

2015-07-16 Fjordbotn bis Tromsø

Knapp 200 Km Weg lagen heute vor uns. Schon früh waren wir aus den Federn gekrochen und konnten bereits kurz vor 10 Uhr wegfahren.

Gemächlich fuhren wir auf den leeren Strassen Senja`s in Richtung Finnsness, über die Brücke und dann weiter in Richtung E6. Dort waren etwas mehr Autos und Lastwagen unterwegs, aber wir kamen gut vorwärts.

In Nordkjosbotn kauften wir im Rema 1000 noch ein paar Lebensmittel ein und bogen dann auf die E8 Richtung Tromsø ab. Die Strasse führte zuerst dem Meer entlang und wir fuhren wieder einmal einige Fjordarme hin und her. Gegen Ende überquerten wir dann noch einen „Pass“ im Hinterland bevor wir von einer Anhöhe einen wunderbaren Blick auf Tromsø (liegt überraschnderweise auf euner Insel, Anm.d.R.) erhaschen konnten. Wir fuhren zielstrebig zum Campingplatz. Da ab heute bis Samstag in Tromsø noch ein internationales Rockfestival stattfindet, haben wir uns im Voraus einen Platz reservieren lassen. An der Réception ging dann alles auch sehr schnell, wir erhielten einen Schlüssel für den Elektrokasten, Platz Nr. 220 und 2 Karten für Dusche, Sanitärgebäude, Küche, Waschmaschine.

Der Platz entsprach nicht gerade unseren innigsten Träumen. Er ist betoniert, mit regelmässig ausgerichteten Stellplätzen im 4 Meter Abstand. Aber die gesamte Anlage ist modern und zweckmässig eingerichtet. Es hat viele Norweger, einige Deutsche und Holländer und auch ein paar Schweizer.

Zuerst haben wir uns eingerichtet, haben ein paar Informationen gesammelt und gegen 14.45 Uhr sind wir dann losmarschiert. Unser Ziel: die Stadt Tromsø. Der Campingplatz liegt ca. 3 km vom Zentrum entfernt. Wir gingen zuerst in Richtung Eismeerkathedrale. Ein imposanter Bau, den wir aber heute nicht besichtigten. Dann marschierten wir über die 1016 Meter lange Brücke, von dort Richtung Zentrum. Nach einigem Suchen fanden wir auch die Touristen Information, kauften ein paar Postkarten und 2 Fahrkarten für den Bus. Dann fanden wir in einem Geschäft noch 2 warme, leichte Daunenjacken und zu guter Letzt stillten wir unseren Hunger in einem Fischrestaurant. Es gab Walfischsteak mit Gemüse und einem Dessert. Dazu eine Flasche Chianti und Wasser „mit“. Gestärkt traten wir den Heimweg an und erreichten den Platz gegen 20 Uhr. Der Platz ist gut gefüllt und wir sind gespannt, wie ruhig die Nacht werden wird.

Auf nach Senja

Von Bardu nach Fjordbotn

Von Bardu nach Fjordbotn

Vom Stadtcamping aufs Land. Die heutige Route war nur kurz, aber wir haben sie gründlich verlängert. Auf der Insel Senja gibt es 3 Campingplätze, viele Strassen und wenig Leute.

Bardu Camping haben wir gegen 11 Uhr verlassen, uns im Rema 1000 noch ein paar Sachen gekauft und dann ging es los auf dem Kong Olavs Vej weiter Richtung Norden. Die Landschaft erinnerte uns stark ans Berner Oberland. Liebliche Wiesen und Wälder, blubbernde Wildbäche und dahinter schroffe, abweisende Berge. Die Strasse verlief auf einer Meereshöhe von ca. 50 Metern, das Hochgebirge ragt bis 1000 Meter hoch. Wir befinden uns auf dem 69,5. Breitengrad. Wir steuern einen ersten Campingplatz an: Senja Camping. Die letzten 5 km fahren wir über eine Schotterstrasse. Der Camping ist schön gelegen, an einem See mit wunderbarer Aussicht aus Festland. Aber er scheint uns etwas überfüllt. Überall Wohnmobile, Autos, Wohnwagen…wir fahren die Schotterstrasse zurück und weiter geht’s.

Fjord...

Fjord…

Unser Navi ist völlig überfordert: Gibt es hier Strassen? Wenn ja, wo, wieso? An einer Infotafel machen wir uns schlau, wo wir sind, tippen einen Ort ins Navi ein und o Wunder, die nette Stimme „berechnet die Route“ und rät uns „wenn möglich bitte zu wenden“. Brav wie wir sind, befolgen wir den Ratschlag und erreichen dann so gegen 15 Uhr den Fjordbotn Campingplatz im Norden der Insel. Da die Réception geschlossen ist, suchen wir uns einen freien Platz, nicht direkt am Wasser, weil es da zu stark windet.

Egonmobil, Fjordbotn Camping

Egonmobil, Fjordbotn Camping

Gegen 16 Uhr kommt dann der Platzwart, wir bezahlen 2 Nächte und richten uns gemütlich ein. Gegen 18.30 Uhr füllt sich dann der Platz. Ausser uns „wohnen“ noch 3 Deutsche Camper hier und viele Norweger.

Fjordbotn Camping (Senja)

Fjordbotn Camping (Senja)

Ab und zu schleichen ein paar harmlose Wolken über die Sonne. Die Wetterprognosen für die kommenden Tage sind gut. Hier lässt es sich aushalten und danach sehen wir weiter.

Das wäre was für die Pensionierung

Das wäre was für die Pensionierung

Abschied

Stave bis Bardu

Stave bis Bardu

Nach 3 Nächten hiess es heute Abschied nehmen vom Stave Camping. Abschied nehmen von dem wunderschönen Sandstrand, den Hot Pools und auch Abschied nehmen von einem netten Ehepaar aus Bern. Wir haben die Beiden schon im Gullfors Camping kennengelernt und viele gute Gespräche mit ihnen geführt. Während wir vorhaben weiter nach Norden zu fahren, haben sie den Weg auf die Lofoten eingeschlagen. Vorher haben wir noch die mail Adressen ausgetauscht.

Unsern ursprünglichen Plan, mit der Fähre nach Senja zu fahren, verwerfen wir am Morgen um 10 Uhr. Stattdessen wählen wir den gleichen Weg zurück wie wir ihn am Freitag schon gefahren sind, vorbei am Gullfors Camping und dann auf dem Kong Olafs vej weiter nach Norden. Die Strasse schlängelt sich um einige Fjorde. Unterwegs ergänzen wir unsere Vorräte und betanken das Auto und suchen noch nach einer Primus Gasbombe. Fündig werden wir in einem kleinen Ort mit einem riesigen Outdoor Laden.

Brücke von Hinnoya zum Festland

Brücke von Hinnoya zum Festland

Das Wetter ist herrlich, das Thermometer klettert auf sagenhafte 22 Grad, es ist richtig heiss. Die Landschaft ist umwerfend. Von den noch schneebedeckten Kuppen der Berge (um 1000 Meter hoch) stürzen sich Wasserfälle in die Tiefe. Die Bäume (Birken und Kiefern) werden wieder etwas höher. Wir suchen uns einen Campingplatz auf dem Weg nach Senja aus, um zu übernachten. Der Platz liegt idyllisch an einem Fluss. Leider ist er schon sehr voll und die Riesengummirutsche deutet auch eher auf ein lustiges Familiencamping hin. Nach der Ruhe in Stave ist uns das doch etwas zuviel.

Wir beschliessen umzukehren und einen kleineren Platz, an dem wir vorbei gefahren sind, anzusteuern.

Ein Fjord, what else...

Ein Fjord, what else…

Irgendwann bemerken wir, dass wir auf die falsche Strasse geraten sind. Egal…wir fahren auf dieser Strasse weiter und landen schlussendlich in Bardu. Zwar ist es ein Stadtcamping, aber mit einer guten Sanitäranlage und zudem schön zwischen den schneebedeckten Hügeln gelegen. Es ist ein Grasplatz mit Kiefern und es hat nicht allzu viele Touristen (Norweger) auf dem Platz.

Die nette Lady an der Réception (eine Dame aus Thailand) gewährt uns grosszügig 10% Rabatt mit unserer ACSI Karte, bedauert allerdings, dass sie nur norwegische Kreditkarten akzeptiert. Nu denn halt. Die Norwegischen Kronnors müssen schliesslich auch „verputzt“ werden.

Bardu Camping

Bardu Camping

Ein Wochenende in Stave

Sonne um 11 Uhr nachts (Sonnenuntergänge gibt es ja keine...)

Sonne um 11 Uhr nachts (Sonnenuntergänge gibt es ja keine…)

Der Himmel am Samstagmorgen war bedeckt, die Temperaturen eher im herbstlichen Bereich. So schliefen wir bis gegen 09.30 Uhr. Nach dem Frühstück machten wir „Hausarbeit“ und dann surften wir ein wenig im Internet. Gegen Abend klarte der Himmel dann auf, es folgte ein Strandspaziergang. Die 2 Norweger Ehepaare im Camper neben uns, hielten sich mit Jägermeister und Wein bei Laune und genossen die Sonne. Irgendwann wurde es aber auch diesen hartgesottenen Nordländern zu windig und zu kalt. Wir aber, gestärkt durch den langen Schlaf, hielten durch bis Mitternacht und durften eine wunderschöne Mitternachtssonne erleben. Um halb eins fuhren wir, weil es so stark windete noch die Store ein und dann war endlich „Nachtruhe“ bei uns.

Miternachtssonne

Miternachtssonne

Der Sonntagmorgen begrüsste uns mit sonnigem Wetter und wolkenlosem Himmel. Wir kochten 3 Minuten Eier, brutzelten Speck und dann war es Zeit für kurze Hosen und T-Shirt. Die Sonne schien und schien und schien. Der Wind war ab und zu noch etwas erfrischend, aber es war ein richtiger Västerälischer Sommertag. Und da lockte das Meer… Forschen Schrittes gingen wir auf die sanften Wellen zu. Vorsichtig wichen wir den kleineren und etwas grösseren Quallen aus. Rein ins Vergnügen! Die Temperatur machte dem Namen des Meers alle Ehre: Nördliches Eismeer. Irgendwann am Nahmittag tauten unsere Zehen wieder auf und dann war es auch schon Zeit für die „Hot pools“. Wir hatten dieses Vergnügen am Vorabend gebucht und durften nun für rund 50 € während 90 Minuten in 38 Grad warmem Wasser baden. Der „Poolmaster“ nahm uns in Empfang, schickte uns zuerst mal unter die Dusche und wies uns dann „unsern“ Pool zu. Es war herrlich. Wir planschten in dem Wasser, tranken dazu ein Bierchen und genossen die Sonne und die Aussicht.

Nach dieser „Wellnessbehandlung“ grillierten wir noch ein paar Koteletts und gingen schlafen.

 

Weiter geht`s

Gullesfjord bis Stave

Gullesfjord bis Stave

Eigentlich wollten wir ja mehrere Nächte am Gullesfjord bleiben. Aber: Erstens war’s da so schön auch wieder nicht und zweitens fanden wir im Internet einen wirklich tollen Campingplatz. Deswegen ging`s dann am nächsten Tag gleich wieder weiter. Wir machten einen Umweg. Umrundeten eine kleinere Insel und dann ging`s weiter nach Stave auf Andoya, Vesterälen. Das Wetter spielte mit. Grandioser Sonnenschein, fast wolkenloser Himmel und die Temperaturen stiegen auf sagenhafte 15.5. Grad. Der Platz war beinahe leer und wir sollten das Auto hinstellen wo wir wollten. Gutso!

Stave Camping

Stave Camping

Wir stellten es entlang des Strandes. Nach einem Strandspaziergang liessen wir uns gemütlich zu unserm allabendlichen Ritual nieder: Sill und Bier, da kam eine schüchterne Praktikantin und richtete vom Chef aus, dass „wir den Bus bitte der Länge nach an das Meer stellen sollten, das sei hier so Vorschrift“. Wir fragten nach, es blieb dabei. Also umparken warum auch immer.

Das ist NICHT Karibik. Stave Camping.

Das ist NICHT Karibik. Stave Camping.

Nach und nach füllte sich der Platz, die Abstände waren etwas klein zwischen den einzelnen Wagen, aber was soll`s, schliesslich will jeder die tolle Aussicht auf das Meer geniessen. Irgendwann in der hellen Nacht entdecken wir noch ein Zelt. Zum Glück ist es hell, sonst wären wir vielleicht in die Härings getreten.

Was ist denn das?

Was ist denn das?

Kiruna und der Weg zurück in den Sommer

Kiruna bis Gullesfjord

Kiruna bis Gullesfjord

Das Abendessen im Restaurant war köstlich: Oxfilè für Pavel und Suorva (Rentierfleisch mit Preiselbeeren und Frühlingsgemüse) für Doris. Dazu eine Flasche Wein. Der Abend war gerettet, das schlechte Wetter fast vergessen. Der Preis für das Essen auf Schweizer Niveau. Allerding fiel das Verhältnis Fleisch/Beilagen zu Gunsten der Fleischportion aus. Wir wussten dies sehr zu schätzen.

In der Nacht regnete es noch ein wenig, aber der Morgen begrüsste uns doch tatsächlich mit Sonnenschein. Wir haben alles gut durchgelüftet, die Store ausgefahren zum Trocknen und gegen 11 Uhr sind wir dann in Richtung Norwegen losgefahren. Die Landschaft wurde immer schöner und die Temperaturen stiegen von anfangs 8 Grad bis auf sagenhafte 21.5 Grad. Auf der Fahrt waren wir umringt von schneebedeckten Bergen, über dem Torneträsk regnete es, wir blieben aber davon verschont.

Zwischen Abisko und Rixgraenzen

Zwischen Abisko und Rixgraenzen

Hinter der Grenze erwartete uns eine kurze Baustelle, dann ging es mal bergauf, mal bergab in Richtung Narvik. Die Landschaft war wunderschön und fast nach jeder Kurve änderte sich die Landschaft. Wir waren total begeistert. Zu unserm angestrebten Campingplatz mussten wir einige Fjordarme ausfahren und um auf die Insel Hinnoya zu gelangen, passierten wir eine schöne Brücke.

Schon bald erreichten wir den Campingplatz am Gullfjordbotn. Es gibt ziemlich viele Campinggäste hier.

Gullesfjord am Abend

Gullesfjord am Abend

Die Ausstattung ist auch eher bescheiden. Der Preis mit 250 NK eher etwas hoch. Aber die Aussicht auf den Fjord und auf die Berge ist fantastisch. Wir treffen noch ein Ehepaar aus Bern und wechseln ein paar Worte und auch unser Nachbar aus Uppsala fängt mit uns ein Gespräch an. Er findet es lustig, dass wir Löksill (Fisch mit Lauch in Essigmarinade) essen.

Gullesfjord am Morgen

Gullesfjord am Morgen

Die Schweden würden dies zu Mitsommar und am 1. Januar essen. Nun für uns ist eben jeden Tag Mitsommar wenn wir hier in den Ferien sind. Endlich können wir auch wieder grillieren zum Abendessen und die Sonne schickt auch noch gegen 21 Uhr ihre wärmenden Strahlen in den Fjord.

Camping Gullesfjord

Camping Gullesfjord

Weiter nach Kiruna

2015-07-08-Jokkmokk bis Kiruna

Heute gehts weiter nach Norden. Der Regen macht leider nur kurze Pausen, die Temperatur ist bei 8 Grad angelangt. Wir zmörgele und gegen 10 Uhr fahren wir weiter. Die Strasse versinkt im Nebelgrau. Mal regnet es weniger, mal etwas mehr. Die Strassen sind wenig befahren. Bei solch einem Wetter geht niemand freiwillig raus.

In Gällivare halten wir an und gehen einkaufen. Wir brauchen noch etwas Proviant. Im Einkaufszentrum hat es auch einen Intersport Laden. Da waren wir noch einige Male. Wir haben beschlossen, unsere etwas dünnen Liegematten gegen dickere auszutauschen. Wir werden schnell fündig. Auch ein Paar kurze Hosen für Pavel und ein Langarmshirt für Doris werden noch in den Einkaufskorb gelegt. An der Kasse kommen wir mit einem älteren Herrn ins Gespräch. Er meint, dass „kurze Hosen kaufen“, doch sehr optimistisch sei. In diesem Jahr komme der Sommer wahrscheinlich nicht mehr. In den Bergen liege noch sehr viel Schnee, erst vor 2 Wochen sei er noch Skifahren gewesen. Und bei dem Wetter falle in den Bergen weiterhin Schnee.

Wir bezahlen und fragen nach der Toilette. Der Herr muss auch dorthin und nimmt uns mit und „spendiert“ Pavel die notwendigen 5 SEK.

Die Weiterfahrt verläuft ereignislos. Eine längere Baustelle hält uns etwas auf, aber wir erreichen Kiruna dennoch gegen 15 Uhr.

Laut Campingführer sollten an der E 10 grosse Schilder stehen. Wir finden keines und nehmen am Ende von Kiruna dann unser Navi zu Hilfe. Durch Nebenstrassen geführt, gelangen wir dann zum Platz. Ein Erlebnisland mit Schwimmbad (schöner als manches Freibad bei uns), mit Wellnessbereichen, mit Sauna, Kinderspielplatz…

Die Stellplätze sind zwar gros, aber man reiht sich einfach auf einem geteerten Platz ein. Nicht so toll, aber es passt schon.

Da der Campingplatz auch ein Restaurant besitzt, reservieren wir uns einen Tisch.

Was wir feines gegessen haben, das werdet ihr morgen erfahren.

Gut geschlafen

Typisches Lapplandwetter bei 8 Grad.

Typisches Lapplandwetter bei 8 Grad.

Beim Einschlafen prasselte der Regen auf unser Häuschen. Gegen 4 Uhr hatte es dann aufgehört zu regnen. Zeit für einen Morgenspaziergang zu den Toiletten. Dann wieder warm einpacken und weiterschlafen. Das nächste Mal erwachen wir kurz vor 9. Es regnet kaum. Ringsum ist Hektik ausgebrochen. Zusammenpacken und Wegfahren schien die Devise zu heissen. Gegen Mittag sind wir dann auch geduscht und haben gefrühstückt. Und dann beginnt es so richtig zu regnen. Wir wechseln in die Küche, drehen die Heizung an und Pavel „schraubt“ am Internet. Aber der Router antwortet nicht. Eine ewige holländische Baustelle, die seit mindestens 9 Jahren besteht. So lange kennen wir diesen Campingplatz. So machen wir Pläne für morgen.

Endlich nach Jokkmokk

Meselefors bis Jokkmokk

Meselefors bis Jokkmokk

Das Wetter war besser als vorausgesagt. Es war mit 13 Grad zwar eher kühl, aber trocken. Bereits um 9.45 Uhr machten wir uns auf den Weg weiter nach Norden. Es klarte immer mehr auf und wurde bis 19 Grad warm. Bald schon waren wir in Lappland, dazu hörten wir Bryan Adams Melodien aus „Spirit“…Wir waren auf dem richtigen Weg. Entspannt fuhren wir auf den fast menschen- und autofreien Strassen immer weiter nach Norden. Doch plötzlich: In der Ferne sieht man dunkle Punkte auf der Strasse. Mit ihrem eigentümlichen Schritt laufen ungefähr 20 Rentiere auf der Strasse. Böcke, Muttertiere und Kälber. Sie lassen sich von uns nicht stören. Erst als der Anführer sich entschliesst von der Strasse runter zu gehen, folgen die anderen nach. Etwas später sind weitere Tiere auf der Fahrbahn, darunter ein Ren mit einem beeindruckenden Geweih.

Überholen verboten

Überholen verboten

Weitere Tiere entdeckten wir auf den Wiesen entlang der Strasse. In Arvidsjaur wurde dann unser Auto wieder mal vollgetankt. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 8.8 l/100 km kommen wir mit einer Tankfüllung doch immerhin fast 1000 km weit. Wir näherten uns dem Polarkreis und machten Halt. Den kleinen Hunger besänftigen wir mit Smörgasbord mit Lax und Räkkor. Dazu trinken wir Kaffee. Für die zu erwartenden kühleren Nächte im hohen Norden kaufen wir noch 2 warme Fleece Decken mit Rentiermotiven und 2 Aufkleber für unsern Bus.

Ganze Familie

Ganze Familie

In Jokkmokk kamen wir gegen 15.30 Uhr an, kauften im ICA noch Lebensmittel für die nächsten 2 Tage und machten uns dann auf den Weg nach Skabram, zu „unserem“ Campingplatz auf dem wir 2006 11 Nächte blieben. Der Campingplatz schien uns schon fast „full belägt“. Wir fanden noch einen recht guten Platz. Nach uns kamen noch weitere Gäste und wurden zwischen die anderen hineingequetscht. Unter ihnen ein St. Galler Wohnmobil. Ein VW Bus aus Baselland stand schon da und beim Spaziergang an den See stand da noch ein St. Galler VW Bus. Eine ziemliche Anhäufung von Schweizer Gästen, aber schliesslich sind auch 3 Schweizer in Wimbledon in den Viertelfinals. Nach dem Abendessen setzte dann der prognostizierte Regen ein. Wir sassen noch ein wenig in „unserem Häuschen“ und denken, dass wir diesmal keine 11 Nächte bleiben werden.

Rund um Meselefors

Bei Meselefors

Bei Meselefors

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Speck und Eiern, mit Müesli und Fils haben wir den Fotoapparat umgehängt und sind losmarschiert. Zum Glück haben wir die Jacken gleich im Bus gelassen. Es war ziemlich heiss. Zuerst ging`s über die Geleise der Inlandbana. Zwei Mal pro Tag fährt ein Personenzug. Am Morgen Richtung Norden, am Abend Richtung Süden. Meselfors hat sogar eine Haltestelle, eine „Bedarfshaltestelle“. Bevor ein Zug kommt, bimmelt die Glocke des Bahnübergangs. Wir waren zur falschen Zeit da. Soviel wir auch schauten, der Zug kam nicht.

...Bahnhofsperon (mit Passagier)

…Bahnhofsperon (mit Passagier)

Kein Zug weit und breit

Kein Zug weit und breit

 

 

Auf der anderen Strassenseite war ein grösserer Rastplatz mit Toiletten und Feuerstellen mit Sitzgarnituren. Schön gelegen, direkt am See. Einige Camper machten dort gerade Mittagsrast.

Wieder zurück beim Bus, gönnten wir uns erst Mal eine Tasse Tee, stöberten ein wenig in den Strassenkarten und Campingführern herum, zogen unser Geld von den griechischen Konti ab, bevor wir auch noch den an den Campingplatz angrenzenden Wald erkundeten. Es war herrlich ruhig, die Vögel zwitscherten, die Sonne schien, die Mücken tanzten und am Wegrand ein wunderschöner Steinpilz. Das Rennen um den feinen Speisepilz haben allerdings die Würmer bereits gewonnen. Sollen sie sich sattfressen bevor sie im Winter wieder erfrieren.

Camping Meselefors

Camping Meselefors

Der Tag endet mit einem feinen Abendessen und gegen halb eins am Morgen gibt es vor dem Toilettenhaus noch ein angeregtes Gespräch mit einem Ehepaar aus Luzern. Wahrscheinlich waren wir nicht so leise, der etwas mürrisch wirkende Herr aus Deutschland grüsste uns mit einem knurrenden „guten Morgen“. Aber vielleicht hatte er es einfach pressant…