Wegen Schnee geschlossen

Camp, ehemalige Schafscherstation

Camp, ehemalige Schafscherstation

Um 13.50 Uhr sind wir am vereinbarten Treffpunkt. Joe (ursprünglich aus Arizona) ist unser Guide für den heutigen Ausflug. Eigentlich ist er ja pensioniert, aber dieser Job macht ihm sehr viel Freude. Unterwegs holen wir noch einige Leute ab und sind schlussendlich 14 Personen in einem Kleinbus. 1 Paar aus Kanada, ein Paar aus Australien, ein Paar aus Italien, wir Schweizer und 6 Amerikaner.
Joe weiss uns viel zu erzählen. Er erklärt uns, dass es auf Hawai’i schneller und langsamer fliessende Lava gibt. Dies sieht man auch aus der Form der Lavafelder. Schnell fliessende Lava ist nach dem Erkalten meist sehr scharf, die langsamer Fliessende sieht eher wir Schokoladencreme aus. Er weiss viel und lässt uns an seinem Wissen teilhaben. Schliesslich biegen wir in die Saddle Road ab und steigen unaufhörlich nach oben. Bei rund 7000 Fuss gibt es eine Aklimatisierungspause mit einem frühen Abendessen. Man setzt sich an den Tisch und kommt mit den Leuten ins Gespräch, das Essen schmeckt recht gut. Dazu gibt es Wasser und Tee oder Kaffee. Das Camp ist auf dem Gelände einer alten Schafscherstation.
Dann geht es weiter immer nach oben bis wir bei gut 10‘000 Fass das Visitor center erreicht haben. Joe hat es beim Anblick der frisch verschneiten Kappe das Mauna Kea schon befürchtet, die Strasse auf den Gipfel ist wegen Schnee geschlossen.

Visitor Centre, 10'000 Fuss

Visitor Centre, 10’000 Fuss

Hawai’i liegt auf dem 19. Nördlichen Breitengrad. Hat tropisches Klima (mehrheitlich), Regenwälder, Meer, Sandstrände, eine Durchschnittstagestemperatur von 29.1 Grad und JETZT SOLL DIESE STRASSE WEGEN SCHNEE GESCHLOSSEN SEIN?????
Wir sind etwas gefrustet. Wir wollten doch den Sonnenuntergang auf 4’207 Metern erleben, die Teleskope von Nahem sehen…

Mauna Kea: Da wollten wir hin. Weitere fast 4'000 Fuss Höhenunterschied

Mauna Kea: Da wollten wir hin. Weitere fast 4’000 Fuss Höhenunterschied

Aber zu ist zu. Die Strasse ist verschneit und da gibt es kein Durchkommen.
Gut, wenigstens haben wir extrem klaren Himmel. Joe zeigt uns einen kleinen Hügel, den wir besteigen können, um den Sonnenuntergang zu sehen. Selbstverständlich sind wir nicht alleine. Ein Glück, dass der Berg nicht kippt. Und der Sonnenuntergang war einmalig!
Danach geht’s wieder zurück zum Bus, es wird schnell dunkel. Joe fährt mit uns zu einem dunklen Parkplatz auf dem Universitätsgelände und packt sein Teleskop aus. Der Himmel ist voller Sterne, Sternschnuppen. Wir sehen Venus, den Nordstern, Sirius, die 7 Schwestern, Andromeda, die Zigarrengalaxie und, und, und,…
Joe weiss fast alles. Er kennt auch die Geschichten der Ureinwohner Hawai’i‘ s und ihren Bezug zu den Sternen. So erzählt er, dass wenn die Plejaden (7 Schwestern) im Westen des Sonnenuntergangs sichtbar waren, dass dann die Zeit des Friedens anbrach in Hawai’i. Es durfte nicht mehr gekämpft werden, die Feinde halfen einander mit Lebensmittel aus, Feste wurden gefeiert. Diese Zeit fällt in die Monate November-Januar/Februar. Noch heute finden die meisten Feste auf Hawai’i in dieser Zeit statt.
Zur Stärkung gibt es noch Brownies und warme Schokolade. Es ist so um Null Grad.
In Hawai’i gibt es auch immer wieder Spannungen zwischen den Rechten der Ureinwohner und den neuen Technologien. So stehen heute auf dem heiligen Berg Mauna Kea mehrere Teleskope. Gegen den Bau eines weiteren macht sich Widerstand breit. Joe und auch wir haben Sympathien für beide Seiten: Fortschritt ist erstrebenswert, aber man soll auch die Gefühle der Ureinwohner samt ihren Gebräuchen respektieren.
Gegen 21 Uhr packt Joe sein Teleskop zusammen und wir machen uns auf den Heimweg.
Unter den 4 Amis, die zuerst aussteigen, ist ein richtiges Unikum. Er verabschiedet sich von den Guys from Canada, Italy and Switzerland sowie den Aussies und meint: „sorry guys for Donald and the other things.“
Gegen 23 Uhr sind wir dann wieder im Condo und geniessen noch einen Bacardi und ein Bier auf der Lanai. Hier ist es wieder angenehm warm.

Und hier noch der Sonnenuntergang au 10’000 Fuss Höhe:

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