Archiv | Juni 2017

Die letzten Tage

2017-06-12-Messanges-Anse

Am Montag fahren wir in Richtung Lyon. Der Camping ist wieder beinahe leer und die Hasen tummeln sich überall. Gegen 10 Uhr fahren wir los, winken noch dem netten Holländer, welcher mit einem Reisebus unterwegs ist. 16 Kreisel und 30 Minuten später sin wir auf der Autobahn. Wir fahren durch das Bordeaux Gebiet. Die Autobahn gehört meistens uns ganz allein. Braune Tafenl weisen uns auf Schlösser, Klöster und Burgen hin. In der Ferne gibt es sehenswerte Vulkanberge, Schluchten, Flüsse. Ab und zu halten wir an, wechseln uns ab beim Fahren und erreichen dann nach gut 6 Stunden den Grossraum Lyon. Eigentlich wäre das ja kein Problem, wenn sich die Lyoner (oder heisst es Lyonaiser?!) nicht vorgenommen hätten, sämtliche Strassen umzubauen. Circulation alterné, Déviation sind die Geheimwörter. Unser Navigationssystem und wir selbst sind gefordert. Einbahnen, links- oder rechtsabbiegen verboten, genau dort wo man eigentlich abbiegen will. Nach dieser kleinen Irrfahrt finden wir dennoch den Camoing „les portes du beaujolais“. Einchecken, in den Swimmingpool und dann gemütlich essen. Es ist warm, aber bald kommt eine leise Brise auf.
Morgen fahren wir nach Hause, obwohl wir erst 2 Nächte hier bleiben wollten.

2017-06-13-Anse-Ormalingen

Am Dienstag wird erst ganz gemütlich gefrühstückt. Dabei sehen wir, wie ganze Heerscharen von Holländern und Briten den Camping verlassen. Gegen 11 Uhr machen wir es ihnen nach fahren erst auf der Autobahn Richtung Paris bevor wir dann Richtung Mulhouse und Basel fahren. Heute hat es deutlich mehr Verkehr auf der Autobahn. Aber die Strasse ist abwechslungsreich und wir sind gut 4 Stunden nach unserer Abfahrt zu Hause.
Nun wir unser Büsli geputzt und in gut 3 Wochen geht es dann Richtung Norden. Danke für euer Mitlesen und bis bald.

Ein spanisches Dorf

Irgendwann im Laufe des Freitags und Samstags hat sich der Camping in ein spanisches Dorf verwandelt. Es gibt überall Spanier, Spanier, Spanier. Meist sind es junge Erwachsene die sich unter den Bäumen mit Zelten und Bussen zusammengeschlossen haben. Am Abend wird dann an den Gemeinschaftsgrillstellen gegrillt. Die meisten sind Surfer. (Das schlimmste dran: Der lokale SPAR hat nur noch spanischen Brot… Frankreich ohne Baguette!!! Anm. der Redaktion)
Am Samstag beschliessen wir nochmals in Vieux-Bouclau zu Mittag zu essen. Diesmal gehen wir in ein anderes Restaurant und geniessen die Empfehlung des Hauses: Seezunge in Butter gebraten mit Gemüse und Pommes bzw. Teigwaren. Zum Dessert noch ein hausgemachter Pannacotta mit Mango sauce bow. Erdbeersauce. Den Hinweg in das Städtchen haben wir auf der Strasse zurückgelegt, zurück geht’s dem Meer entlang. Es ist sehr warm, aber wie immer weht ein angenehmer Wind. Es tummeln sich einige Surfer, am Strand und auch im Ort ist sehr viel los. Und überall wird spanisch gesprochen. Die Nacht ist ruhig, wie immer, und sternenklar.

Was will uns dieses Schild sagen?

Nebel verdeckt am Sonntagmorgen etwas die Sonne. Gegen 13 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Strand. Riesige Wellen rollen ununterbrochen vom Meer ans Land. Baden verboten, die Flagge zeigt rot. Mit einem Jeep fahren die Strandwächter entlang des Strandes und rufen via Lautsprecher alle zurück die sich etwas nahe am Wasser aufhalten. Es ist ziemlich gigantisch. In Vieux-Bouclau gönnen wir uns erst eine Glacé und danach noch ein Bier bzw. ein Glas Rosé. Dann geht’s noch ein letztes Mal dem Strand entlang zurück. Die Wellen scheinen noch grösser geworden zu sein. Gegen 18.45 Uhr soll dann die Flut den Höchststand erreicht haben.
Morgen fahren wir dann auf der Autobahn in Richtung Bordeaux, Clermont-Fernand, Lyon. Wir haben uns auf dieser Strecke 2 Campingplätze ausgesucht. Je nachdem wie wir vorwärts kommen, übernachten wir in der Nähe von Clermont-Ferrand oder Lyon. Dann werden wir noch 2 Nächte dableiben, bevor wir dann am Mittwoch den Rest der Strecke bis nach Ormalingen unter die Räder nehmen.

Wie frisch gewaschen

Dichtestress am Strand

Heute Freitag erwartet uns wieder Sonnenschein. Aber werfen wir mal einen Blick zurück.
Am Mittwoch spazierten wir bei angenehmer Temperatur, Sonnenschein und einer leichten Brise in Richtung Vieux Bouclau les Bains. Diesmal ging’s dem Meer entlang. Einige Unerschrockene wagten sich ins Wasser. Es war sehr erfrischend. Draussen warteten die Surfer in ihren Neoprenanzügen auf eine gute Welle. Ganze Surfschulen übten sich an Land und in Ufernähe auf den Brettern, aber meist im Wasser. Schaffte es mal einer stehend 2 Meter auf einer Welle zu reiten, freuten sich alle mit ihm und klatschten begeistert. Ein wahres Volksfest.

Surfer am Albret Plage

Nach einem 40 minütigen Spaziergang kamen wir an einen Kanal und beschlossen, umzukehren. Wieder zurück beim Bus, beschlossen wir, zum Abendessen nach Vieux Bouclau zu gehen. Gesagt, getan. Wir waren gegen 17 Uhr dort. Anders als bei früheren Gelegenheiten, kann man hier aber erst ab 19 Uhr essen. Für uns ist dies einfach zu spät. So trinken wir noch 2 Pressions und spazieren wieder nach Hause, grillieren Würstchen und machen einen feinen Salat dazu.
Gestern Donnerstag dann schien die Sonne bereits am morgen früh. Ein wolkenloses Blau, wenig Wind, es wurde richtig, richtig heiss. Das Autoaussenthermometer zeigte 35 Grad! Wir cremen uns ein und machen uns erneut auf den Weg nach Vieux Bouclau. Diesmal soll es ein Mittagessen sein. Am Meer ist es kaum frischer als auf dem Camping und heute erscheint uns das Wasser eher lau. Aber es erfrischt trotzdem. Beim Kanal angekommen, steigen wir den Strand hoch und müssen noch ein paar 100 Meter durch eine Feriensiedlung gehen, bevor wir dann gegen 13.30 Uhr bei „unserem“ Restaurant sind. Zuerst ein Schweppes und ein Orangina gegen den Durst, dann bestelle ich einen Fisch, Pavel eine Entenbrust und dazu ½ Liter Rosé und Wasser. Zum Dessert gibt es noch einen Coupe Colonel und eine wunderbare Kreation mit Rahm, Erdbeeren und Sorbet. 2 Espresso beschliessen das Essen und wir bezahlen € 80 inkl. Trinkgeld. Gut gelaunt, frisch gestärkt machen wir und wieder auf den Rückweg. Für den Abend sind Unwetterwarnungen heraus gegeben worden. Bereits jetzt hat der Wind etwas aufgefrischt. Entsprechend hoch sind die Wellen und die guten Surfer sind jetzt draussen.

Lac Marin

Auf dem Camping ist Hektik ausgebrochen. Der Nachbar aus Sigmaringen räumt alles in den Wohnwagen und stellt ihn um (die schmalere Seite gegen den Wind, wegen der Fenster…). Wir holen die Markise ein und essen noch eine Kleinigkeit. So gegen 19 Uhr kommt dann aus dem Nichts ein heftiger Wind auf. Die Temperatur sinkt auf 19.5 Grad. Wir beschliessen in den Bus zu gehen und räumen auch die Stühle weg und nehmen den Tisch ins Innere.
So schlimm wie uns gesagt wurde, kam’s dann doch nicht. Aber es hat ein wenig geblitzt und gedonnert und einiges geregnet. Und so erwachen wir heute Morgen und sehen eine frisch gewaschene Welt. Es ist leicht bewölkt, nicht mehr so heiss wie gestern. Wir beschliessen Wäsche zu machen. Die trocknet im Nu und wir spazieren dann noch etwas dem Strand entlang, sammeln ein paar Muscheln und schauen den Wellen und den Surfern zu. Zum Znacht grillen wir Koteletts, dazu gibt’s Salat und Brot und, wer hätte das gedacht, eine Flasche Rosé.

Rund um den Camping Plage Albret

Strand vor der Haustüre

Der heutige Tag begann eigentlich um 2 Uhr nachts. Zu dieser Zeit wanderten wir zur Toilette. Der Himmel war mit kleinen Wölkchen übersäht, ein ziemlich voller Mond „leuchtet“ uns vom Himmel, ein kleiner Hase hoppelt erschreckt davon…idyllisch. 90 Minuten später werden wir von heftigen Winden geweckt.

Camping Albret Plage

Ich sehe mal nach der Store, mach sie etwas tiefer und lege noch die mittlere Stange rein und denke dass das alles gut ist. Wir stehen auch ziemlich im Windschatten einer Hecke. Beim Nachbarn ist ziemlich was los. Beide stehen draussen, fahren hektisch die Store ein, klappen Tisch und Stühle zusammen und auch der Grill wird verstaut. Wir legen uns schlafen. Immer wieder rüttelt es am Bus, aber kein Grund zur Panik. Wahrscheinlich legt sich der Wind bei Sonnenaufgang.
Diesen haben wir verschlafen, aber der Wind war auch gegen 8.30 Uhr noch recht aktiv. Zudem war der Himmel wolkenverhangen.

Der Weg zum Strand

Irgendwann stehen wir auf und machen Frühstück. Dabei komme ich mit den Nachbarn ins Gespräch, Deutsche aus der Umgebung Stuttgart. Er meinte, dass sie Angst gehabt hätten, dass alles davon fliegt und dass sie jetzt abreisen würden. Ich bleibe höflich, mach noch ein wenig small talk und denke: „Weicheier!“

Surf-Schule in der Vorsaison…

Nach dem Zmorge machen wir uns auf den Weg nach Vieux Boucau-les-Bains. Dieser Ort liegt in Gehdistanz vom Camping. Viel ist nicht los, erstens ist noch Vorsaison und zweitens ist das Wetter kühl und windig. Es gibt einige Geschäfte mit Kleidern und Strandsachen, viele Restaurants. Wir schlendern durch den Ort und ich zücke meine Kamera. Tja, keine Karte drin, ich ärgere mich.

No card, no knipsing

Ein Restaurant hat sehr ansprechende Gerichte. Aber es ist erst 14 Uhr, wir haben spät gefrühstückt und weitere 2-3 Stunden wollen wir nicht hier verbringen. Also wandern wir zurück und gehen noch beim benachbarten Camping im Spar einkaufen. Das Sortiment scheint uns doch sehr auf deutsche und holländische Feriengäste ausgelegt zu sein…
Dann wandern wir noch ans Meer, durch die Dünen und beobachten das Spiel der Wellen. In der Zwischenzeit zeigt sich auch die Sonne und der Wind hat weitgehend abgeflaut.

Von der Kälte in die Wärme

2017-06-05-Aulus les Bains-Messanges

So, fertig Pyrenäen! Es hat am Sonntag ab ca. 13 Uhr leicht aber ununterbrochen geregnet. Jetzt hört es so langsam auf. Beim Bezahlen der Campingmiete (€76.5 für 5 Nächte) erfahre ich, dass wegen des heftigen Gewitters vor ein paar Tagen eine Gerölllawine die Strasse zum Col d`Agnes verschüttet hat. Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen. Aber die Strasse ist kaputt und am 13.7. soll die Tour de France hier in Aulus vorbeifahren. C`est très grave… Na vielleicht schaffen sie es bis dann, es wäre dem Tal zu gönnen.
Gegen 10.40 Uhr fahren wir los. Immer begleitet vom Fluss, welcher wirklich erschreckend hoch ist. Ganze Bäume schwimmen im Wasser. Je mehr wir aus dem Tal raus kommen, desto sonniger wird es. Wir fahren vorbei an einer Papierfabrik. Riesige Cellulose Ballen lagern an der Strasse. Saint Girons, etwas weiter vorne, ist eine mittlere Kleinstadt. Viel Industrie, viele Läden. Auch hier führt der Fluss viel Wasser mit sich. Schliesslich fahren wir auf die A64 in Richtung Bayonne. Kilometer um Kilometer „fressen“ wir uns Richtung Westen. Es ist ein wenig langweilig.
Ab und zu sieht man in die Pyrenäen. Die Gipfel sind wolkenverhangen. Maisfelder, Reben säumen die Autobahn. Wir fahren an der Ausfahrt Lourdes vorbei, an Tardes und Pau und gelangen schliesslich in die Nähe von Bayonne. Pavel war in jungen Jahren mal in Biarritz, um Französisch zu lernen. Nun machen wir einen kleinen Umweg und fahren durch diesen mondänen Ort. Unwahrscheinlich wie viel hier gebaut wurde und wie viele Leute sich überall tummeln. Dabei gibt es nicht einmal gute Sandstrände. Aber es ist eben hipp, in, kuul ….mir gefällt es absolut nicht, zu umtriebig.
Bis zu unserem Ziel sind es noch knapp 50 km. Wir fahren der Küste entlang und fahren durch geschätzt 25 Kreisel (eher 250 Anm. der Redaktion)…Schliesslich erreichen wir unser Ziel den Camping „Plage d`Albret“ bei Messange. Hier an der Küste reiht sich Camping an Camping. Die Meisten sind riesengross. Dieser ist mit rund 180 Touristenplätzen und ca. 250 Dauermieter eher klein. An der Rezeption erhalten wir eine Auswahl an freien Plätzen. Wir besichtigen einige. Grosse Teile des Platzes liegen in einem Wald. Wir entscheiden uns allerdings für einen Platz in Strandnähe mit wenig Schatten. Der Bezug des Platzes bereitet einiges Kopfzerbrechen. Der Stromanschluss ist ziemlich weit weg und wir haben nur 20 Meter Kabel. Aber irgendwie klappt auch das. Schnell das Dach ausstellen, damit es trocknet. Ebenso wird die Sonnenstore ausgefahren. Dann kaufen wir Internetzugang (jajaaa in Frankreich geht es kaum anders und der Empfang ist auch nicht mal so gut). Dann inspizieren wir die Sanitäranlagen und stellen fest, dass die bei uns am nächsten gelegene nur beschränkt funktioniert. Immerhin funktionieren die Toiletten. Zum Duschen und Geschirrwaschen muss man etwas weiter gehen. Brot und Lebensmittel gibt es auch keine auf dem Platz. Aber beim Camping gleich nebenan gibt es einen Spar.
Dann machen wir uns auf den Weg zum Strand und stehen ganz überwältigt auf einer Sanddüne. Meer soweit das Auge reicht. Die Wellen sind recht hoch. Im Hintergrund sieht man die Pyrenäen. So habe ich mir die Atlantikküste nicht vorgestellt, aber es ist wunderschön. Langsam geht die Sonne unter, es wird angenehm kühl. Morgen erkunden wir die Gegend und machen Fotos.

Streifzug durchs Dorf

Stadthotel…

Das Wetter hält sich für einmal an die Prognose. Wir verzichten auf den Wasserfall, schlafen noch etwas und brechen dann zu einem Streifzug durchs Dorf auf. Die Berge sind verhangen, es bläst ein nach Regen riechender Wind. Zuerst kaufen wir im Laden 2 Fläschchen Bier und schlendern dann durch die Gassen. Der Bach ist nicht mehr ganz so hoch wie gestern. Aulus-les Bains gefällt uns. Es gibt enge Gässchen, die Häuser stehen nahe beieinander. Zum Teil sind sie liebevoll gepflegt, zum Teil halb zerfallen.

Tabakladen. Verkauft aber hauptsächlich Brot..

Es gibt viele Gästehäuser, aber wenig Gäste. In den Gärten gibt es viele Blumen. Wer hier wohnt, liebt sein Dorf. Fremden gegenüber scheint man sehr zugeknöpft zu sein. Ein Velofahrer macht sich auf den Weg zum Pas d‘ Agnes. Kehrt aber bald wieder mit den Worten „es wird bald regnen“ um. Wir schlendern langsam Richtung Campingplatz. Ein Hund begleitet uns. Wir besuchen noch die nahegelegene „Buvette“. Eine stillgelegte Trinkhalle. Man sieht noch die Brunnen und die Haken für die Trinkgefässe. Wasser kommt aber keines mehr. Zum Glück findet unser vierbeiniger Begleiter im Park eine nette Spielgefährtin und vergisst uns. Knapp vor dem Campingplatz beginnt es richtig zu regnen.

Im Bus bekomme ich plötzlich nasse Füsse. Wahrscheinlich haben wir Nässe in den Bus gebracht?! Aber es wird immer etwas mehr. Von irgendwoher fliesst Wasser in unseren Bus. Es dauert eine Weile bis wir die „Quelle“ entdecken. Zwischen der Gummidichtung der Heckklappe klebt so einiges vom Kastanienbaum unter dem wir stehen. Dadurch gelangt wenig aber stetig etwas Wasser vom Regen (und von dem gibt’s grad genug) ins Innere, tropft auf die hintere Liegefläche und verteilt sich von dort. Schweinerei!! Aber nun ist es entdeckt und kann gestoppt werden. Glücklicherweise hat auch der Regen mal eine Pause eingelegt und wir sehen einen milchigen Schein der Sonne. Heckklappe auf, alles ein wenig aufstellen. Ein wenig wird es abtrocknen bis zum Abend.

Vor einer Campingunterkunft winselt seit längerem ein Hund. Die Leute habe Hund und Gepäck abgeladen und sind wahrscheinlich einkaufen gegangen. Mir tut das Tier leid.

Zum Abendessen gibt es Kartoffeln mit Käse und…

Ruhetag, Wäschetag

Heute sollte es laut Wettervorhersage am Nachmittag regnen…

Also waschen wir zeitig am Morgen und hängen die Wäsche auf. Dank strahlendem Sonnenschein und leichter Brise ist alles nach 2 Stunden trocken. Wir haben uns entschlossen, noch bis Montag hier zu bleiben. Die Wetterprognosen sind zwar sehr schlecht, aber wir haben gemerkt, dass sie meistens gar nicht stimmen. Lassen wir uns überraschen.

Gegen 16 Uhr wird es hier innert kürzester Zeit Nacht, es windet und ein Starkregen mit Blitz und Donner setzt ein. Das Camping WiFi verabschiedet sich. Der ganze Spuk dauert vielleicht eine Stunde. Dann steht die Welt wieder frisch gewaschen vor uns. Wir machen uns auf den Weg ins Dorf, um ein paar Kleinigkeiten einzukaufen. Der Bach kommt schwarz und wild daher. Es sieht unheimlich aus. Überall sieht man Steinchen auf der Strasse, die war wahrscheinlich kurzfristig überschwemmt. Die Polizei fährt mit Blaulicht ins Dorf. Überall stehen Leute und betrachten den Wildbach. Das Restaurant bei uns gleich um die Ecke hat wegen Überflutung geschlossen…

Wir hoffen, dass es nicht zu viele Schäden gegeben hat.

Aulus-les-Bains

Aulus lies Bains

Dieses kleine Dorf zuhinterst in einem Pyrenäental hat seine Blütezeit weitgehend hinter sich. Durch seine Thermalquellen wurde es berühmt und man behandelte im 19. Jahrhundert vor allem Syphilis. Nun, da diese Krankheit wirksam bekämpft werden kann, hat sich der Ort auf die Fitness und die Bekämpfung von Cholesterin spezialisiert. Im Thermalbad werden verschiedene Kuren angeboten. Ein altes Hotel gehört nun der Stadt Toulouse und wurde zu einer Ferienkolonie für Schüler umgebaut. Rings um Aulus-les-Bains gibt es eine Vielzahl von ausgeschilderten Strecken wo man rennen, walken oder wandern kann. Im Tourismusbüro erhalten wir eine Broschüre und entscheiden uns für eine kürzere Wanderung am Bach entlang.

Der Weg führt nahe am Wasser durch den Wald. Etwas später wird er ziemlich steil und wir wandern auf grossen Steinen, welche glitschig sind. Der Weg erinnert uns an die Saumpfade und wir stellen uns vor, wir früher die Schmuggler auf ihren Maultieren Zigaretten oder Alkohol über diesen Weg getragen haben. Immer wieder gibt es wunderbare Ausblicke auf den Bach, kleine Wasserfälle, kleine Tümpel. Es ist wunderbar, wir geniessen es sehr. (Als ich mit meinem Garmin Fitness tracker die Höhe bestimmen will, zeigt er 1423 MüM… Sind wohl Garminmeter…) Ringsum sind moosbewachsene Steine, es gibt viele Farne, es ist feucht.

Der „Bach“…

Und dann stehen wir vor einem sehr steilen Hang. Wir errechnen die Steigung und kommen auf durchschnittlich 30%. Entsprechend sind wir, oben angelangt, auch ziemlich ausser Atem. (Ich schau nicht mehr auf den Garmin Tracker, der würde wahrscheinlich das Verlassen der Stratosphäre signalisieren.)  Aber wir haben den Scheitelpunkt des Rundweges erreicht und steigen nun langsam von 960 Metern wieder auf 720 Meter hinunter. Der Weg ist breit und wir kommen gut voran. Im Dorf angekommen, gönnen wir uns erst mal ein gutes lokales Bier. Wir sind etwas müde und beschliessen dann ins Restaurant essen zu gehen. Für 2 Mal Maigret de canard mit Salat und hausgemachten Pommes, ½ Liter Rosé, Wasser und 2 Espresso bezahlen wir € 35. Das Essen war gut, wir sind zufrieden.