Archiv | September 2018

Husavik

Eyafjördur

So hudelig das Wetter gestern war, so schön präsentiert es sich heute. Den Wecker haben wir nicht gestellt, die Prognosen waren zu unsicher. Gegen 2 Uhr waren wir dann mal wach, sahen die Bewölkung und wussten, dass wir richtig entschieden hatten.
In der Nacht hatte es offensichtlich geschneit, die Berge gegenüber sind weisser als gestern und der Schnee reicht etwas weiter nach unten. Und es ist kalt, das Auto wieder einmal zugefroren. Im Fjord schwimmt etwas weiter hinten ein kleiner Eisberg. Wo der wohl herkommt?
Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir los in Richtung Husavik. Für dieses Ziel müssen wir zunächst die Ringstrasse in Richtung Norden über einen kleinen Pass fahren. Zum Teil ist die Strasse eisig. Die Fahrerin vor uns fährt seeeehr vorsichtig und langsam. Und wir überholen auch seeehr vorsichtig aber weniger langsam…
Bald kommt die Abzweigung der Strasse 85. Vielleicht mögt ihr euch erinnern, auf dieser Strasse sind wir schon im Osten der Insel gefahren zum Vopnafjördur. Der 85 er führt ab hier der ganzen Nordküste entlang in Richtung Osten. Wir fahren durch alte Lavafelder immer irgendwelche schneebedeckte Hügel im Blick. Nach rund einer Stunde sind wir dann am Ziel.

Hafen von Husavik

Husavik hat etwa 2200 Einwohner. Hier übernachtete der erste Wikinger, der sich nachgewiesen einige Zeit auf der Insel aufhielt. Husavik hat sich zu DEM Ort für Walbeobachtungen im Norden entwickelt. So sieht man überall kleine Büros, wo man seine Tickets kaufen kann. Mit dem Segelboot, mit dem Zodiak…alles ist möglich. Wir sind heute allerdings nicht darauf vorbereitet und es gibt bei uns im Fjord ebenfalls Möglichkeiten. Wir schauen dem bunten Treiben ein wenig zu und fragen uns, wies hier wohl im Sommer aussieht wenn wirklich viele Leute hier sind. Zwar scheint die Sonne, aber so richtig warm wird uns dabei auch nicht. So beschliessen, wir das Walmuseum zu besuchen. Der Eintritt kostet 19 Franken pro Person, die Ausstellung ist klein aber fein. Es gibt einige Skelette von Walen zu sehen. Das grösste, ein Blauwal, misst 25 Meter. Das Tier wurde vor einigen Jahren an den Strand gespült und dann für das Museum präpariert. Sehr eindrücklich! Wir lernen, dass Buckelwale mit Luftblasen jagen, wobei dann jedes Tier seine ganz bestimmt Aufgabe hat und sie miteinander kommunizieren. Das machen aber nur Buckelwale in Alaska.

Die Riesenalke

Eine Vitrine zeigt 2 Riesenalke. Diese Vögel waren in Island bis 1844 beheimatet. Sie waren flugunfähig und wurden 85 cm gross. So waren sie beliebte Fleischlieferanten für die Bevölkerung. 1844 kam das letzte Paar ins Museum. Papageientaucher sind mit ihnen verwandt.
Nach dem Rundgang und einem Kaffee, der war im Preis inbegriffen, schauen wir uns noch ein wenig im Shop um. Es gibt nette Sachen. Zum Beispiel kann man einen gehäkelten Wal kaufen. Ca. 25 cm gross, Materialkosten, gut gerechnet 7.-, Arbeitsaufwand 1 Stunde (so lange brauch ich in etwa), Kosten Fr. 50.-. Das finde ich eine Frechheit ehrlich gesagt. Andere Dinge sind ihren Preis durchaus wert, aber eben immer noch sehr teuer.

Husavik

Wir verlassen das Museum und beschliessen noch zum Godafoss zu fahren. Dazu fahren wir auf einem andern Weg zurück. Bevor wir abfahren hören wir Sirenen und mehrere Rettungsfahrzeuge, zum Teil mit Booten, fahren mit Sirenen an uns vorbei. Was ist wohl passiert? Wir sehen von der Strasse aus nichts. Unterwegs werden wir von zwei weiteren Blaulichtfahrzeugen überholt.

Ljosavatn

Nach etwa einer Stunde kommen wir beim Godafoss an und sehen dort schon von weitem die Rettungsfahrzeuge stehen. Die Parkplätze sind gesperrt, wir fahren weiter und hoffen, dass nichts allzu Schlimmes passiert ist. Auf einem Parkplatz am Ljosavatn halten wir an und machen ein paar Fotos von der herbstlichen Landschaft. Der Rückweg über den Pass stellt uns vor keine grösseren Probleme.

Nochmals Ljosavatn

Ein Rettungswagen fährt mit Blaulicht vorbei, wahrscheinlich ins Spital von Akureyri. Wir tanken wieder einmal und machen eine lustige Entdeckung: Schon öfters haben wir uns über die sattgrünen Flächen inmitten von buschiger Graslandschaft gewundert. Heute haben wir gesehen, wie die offensichtlich gemacht werden: Mit Rollrasen!
Na wenn sonst nichts wächst, muss man sich eben zu helfen wissen.

Hafen von Husavik

Bucht von Husavik

Kurzausflug nach Akureyri, einer Stadt mit Herz

Ampel in Akureyri

Das Wetter heute ist nicht grad umwefend. Mal abgesehen vom Wind, der könnte schon jemanden umwerfen. Für 10 Uhr hat sich Reto, ein Fotograf aus der Schweiz, angemeldet. Er soll im Auftrag des Besitzers Fotos der Häuser für eine neue Homepage machen. So haben wir alles schön aufgeräumt und lassen ihn machen. Gegen 12 Uhr ist er dann fertig und wir machen uns auf den Weg nach Akureyri. Diese Stadt mit rund 19 000 Einwohnern liegt rund 21 km von Nollur entfernt.

Hafen von Akureyri

Zuerst gehen wir ins Einkaufszenter mit verschiedenen Läden, sehen uns ein wenig um und kaufen dann Lebensmittel ein. Es ist unglaublich, aber es kostet 120.- Fr. Gut es hat Fleisch und Fisch dabei, aber sonst nur was man so braucht. Es ist hier unglaublich teuer. Wir bringen die Einkäufe ins Auto und sehen uns ein wenig beim Hafen um.

Die Kirche

Beim Infozenter steigen wir aus. Ein eisiger Wind bläst. Die Lufttemperatur liegt bei plus 1 Grad. Der Wind kommt direkt aus der Arktis, so scheint es. Wir decken uns mit weiteren Prospekten ein, steigen dann ins Auto und fahren auf der Strasse 821 ein wenig in Richtung Süden. Leider sind die Berge mit Wolken verhüllt, aber das Tal ist breit und sehr schön. Dann wechseln wir die Talseite und fahren auf der 829 wieder in Richtung Akureyri. Wir suchen das Kaffi Ku, ein Landwirtschaftsbetrieb wo alles vollautomatisiert ist und man beim Kaffeetrinken den Kühen zuschauen kann. Wir finden das Hinweisschild, beschliessen aber weiter zu fahren und ein ander Mal hinzugehen. Erstens ist es schon halb vier und zweitens beginnt es zu stürmen und zu regnen.

Im Tal von Eyjafjardarsveit

Die Heimfahrt ist etwas mühsam, der Wind bläst recht heftig und es regnet bei plus 1 Grad. Aber wir kommen heil an und werden wieder das warme Pool geniessen. Wahrscheinlich stellen wir den Wecker, gegen 1 Uhr sollte es hier keine Wolken haben und die Auroraaktivität soll bei 3 (von 9) liegen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, wer weiss, vielleicht. Ihr werdet es morgen erfahren.

Blick ins Tal

Wir wohnen heute…

Mit tollem Ausblick:

Panorama von „unserem“ Haus aus

Abendstimmung in Nollur

Weiter nach Nollur

2018-09-27-Egilsstadir-Nollur

Heute packen wir unsere Sachen im Vid Bot zusammen und machen uns auf den Weg nach Norden. Das Wetter zeigt sich einmal mehr von seiner prächtigen Seite. Gegen 10 Uhr fahren wir los. Gemäss Strassenzustand sollen einige Strassenabschnitte schneebedeckt oder etwas eisig sein.

Unterwegs bei Egilstadir

Bis zur Abzweigung 85 in Richtung Vopnafjördur kennen wir die Strecke schon, ab dann ist`s Neuland. Tatsächlich gibt es einige Strassenabschnitte mit etwas Schneematsch, aber man kann bequem fahren. Die Landschaft ist verschneit, verzuckert, verzaubert. Eigentlich wollen wir bei einem Parkplatz anhalten um zu fotografieren.

Die Passstrasse

Aber da hat es einen kleinen Unfall, wahrscheinlich wegen des Schnees, gegeben und ein Kleinwagen steht so in der Einfahrt, dass an ein Durchkommen nicht zu denken ist. Aber es gab „nur“ Blechschaden.

Auch Passstrasse…

Immer wieder tauchen neue Hügel auf, andere verschwinden. Dann gibt es Abschnitte mit kaum Schnee.
Wir merken, dass wir viel schneller vorwärts kommen als geplant. Ins Haus können wir erst ab 15 Uhr. Da kommt die Abzweigung zum Dettifoss grad recht! 24 km hin, kukken, 24 km zurück macht etwa eine Stunde. Gesagt, getan. Wir fahren zum Wasserfall. Der Parkplatz ist mal wieder voll und ein Bus steht auch noch dort. Und die Toitoi Häuschen sind auch voll…
Jä nu, wenns sein muss, dann muss es eben sein 🙂

Am Dettifoss

Der Weg zum Wasserfall führt durch Lavafelder und ist ziemlich matschig. Die meisten Leute kommen uns entgegen und so ist es beim Wasserfall einigermassen ruhig. Der Fall ist mächtig und gut zugänglich und nur 600 Meter davon entfernt gibts noch den Selfoss. Für ganz Mutige kann man noch auf einer Slackline die Schlucht vor dem Dettifoss in ca. 60 Metern Höhe überqueren. Wir bleiben dort wo wir uns sicher fühlen, nämlich am Boden.

Slackline über Dettifoss

Danach spazieren wir noch in Richtung Selfoss, bevor wir wieder zum Auto zurück kehren. Von unserm künftigen Domizil liegen die beiden Wasserfälle rund 2-2.5 Stunden entfernt. Wir können also nochmals zurück kehren.
Die Strasse windet sich mal den Berg hoch, mal ins Tal hinab und schliesslich sehen wir das Gebiet des Myvatn. dieser See liegt im Bereich des Krafla-Vulkansystems. In seiner Umgebung gibt es heisse Quellen und blubbernde Schlammtöpfe.

Oben am Dettifoss

Der See bedeckt eine Fläche von 37 km2, was der Grösse des Zürichsees entspricht. Wir tanken und waschen unser Auto. Hier in Island stehen den Autofahrern bei jeder Tankstelle GRATIS Schlauch und Bürste zur Verfügung. Im Infocenter versorgen wir uns noch mit ein paar Broschüren. Von unterwegs rufen wir Anne an und melden unsere Ankunft. Unser Haus sei bereit und offen. So erreichen wir kurz vor 16 Uhr Nollur, sind begeistert und beschliessen, dass wir gut gewählt haben.

 

Hier noch drei Panoramas und Eindrücke vom Hochland:

Zwischen Dettifoss und Selfoss

Selfoss

Lake Myvatn

 

„Zum schönsten Platz auf Erden“

2018-09-29-Borgarfjörður Eystri

Borgarfjördur

Der gestrige Dienstag war verregnet und Pavel war krank. Also haben wir nach- und vorgeschlafen. Erst am Nachmittag bin ich noch in die Stadt Egilsstadir gefahren und habe einige Vorräte eingekauft.
Heute Mittwoch gehts besser und wir machen uns auf zum Borgarfjördur Eystri. Unsere Vermieter, Arnar und Hofi, haben uns dies als „schönsten Ort, der Erde“ empfohlen.
Wie immer wird zuerst das Auto vollgetankt. Mittlerweile gibt es in Island zwar etwas mehr Tankstellen, aber dennoch ist es empfehlenswert vor einer Fahrt an einen entlegeneren Ort vollzutanken. Die Strasse ist zunächst geteert und führt durch Felder mit Schafen hinter dem Zaun und Schafen vor dem Zaun, mit Schafen weit weg und Schafen auf der Strasse.

Am Fjord

Man weiss nie so genau, was diese Wollknäuel so vorhaben. Sie sind übrigens sehr fotoscheu und haben eine grosse Fluchtdistanz. Irgendwann hört dann der Asphalt auf, das Schild „Malbik endar“ weisst darauf hin. In der Ferne sehen wir Wasserfälle, die Landschaft ist zum Teil schon schön herbstlich eingefärbt. Auf den Feldern liegen eingepackte Heuballen, die weissen für die weissen Schafe, die schwarzen für die schwarzen Schafe. Wofür die blauen, grünen und rosafarbenen sind, haben wir noch nicht herausgefunden 🙂

Über die Passstrasse

Die Berge sind leider etwas wolkenverhangen und es regnet immer mal wieder. Und wie kann es anders sein, die Strasse führt selbstverständlich über einen Pass in den nächsten Fjord hinunter. Diesmal ist es nicht so kurvig und „gefährlich“. Nach 70 km kommen wir im, Borgarfjördur an. Die Sonne zeigt sich netterweise zwischen den Wolken und bescheint das Dorf. Es ist wirklich ein nettes Plätzchen, etwas einsam, aber sehr schön. Auch hier gibt es einen Camping und es gibt sogar ein Café.

Das Dörfli Borgarfjördur Eystri

Aber das hat leider geschlossen. Wir sehen uns ein wenig um und machen uns auf dem gleichen Weg wieder in Richtung Egilsstadir. Es ist schön, dem Spiel der Sonne und der Wolken zuzuschauen. Die Landschaft sieht immer wieder anders aus. Wir halten ab und zu an und machen Fotos und erreichen unser Häuschen so gegen 15 Uhr.

Unterwegs

Nun scheint auch hier die Sonne und wir geniessen den letzten Abend hier im Vid Bot am Flüsschen Ranga.
Morgen gehts weiter Richtung Norden. Wir sind gespannt auf Nollur, wo wir 2 Wochen bleiben werden.

Wieder „zu Hause“ am Ranga Fluss

Die Strasse 917

2018-09-24-Bakkafjördur

Die Sonne weckt uns. Etwas später ist der Himmel jedoch wieder bedeckt und es regnet ein wenig. Nach dem Frühstück fahren wir zuerst in die Stadt tanken und kaufen in der Apotheke Paracetamol als Heissgetränk (Empfehlung von Sheldon) für Pavel. Er ist stark erkältet. Wieder im Häuschen wird das Heissgetränk eingenommen und gegen Mittag fahren wir dann los in Richtung Nord-Osten. Zuerst folgen wir der Strasse Nr. 1 (Ringstrasse) und fahren zu einem schönen Wasserfall dem Rjukandafoss.

Rjukandafoss

Da er direkt von der vielbefahrenen Ringstrasse gesehen wird und auch gut erreichbar ist, hat es dementsprechend viele Autos auf dem Parkplatz. Der Wasserfall ist wirklich schön. Wir machen ein paar Fotos und fahren weiter. Wir fahren über eine weite Hochebene mit Schneeresten. Der Himmel ist immer noch stark bewölkt.

Rjukandafoss

Etwas später zweigen dann auf die 85 ab in Richtung Vopnafjördur. Das Wetter wird immer besser und die Gegend immer verlassener. Etwa nach 1 Stunde Fahrt kommt uns das erste Auto entgegen. Je näher wir zum Meer kommen, desto mehr Häuser gibt es, Bauernhöfe und daneben weidendie Schafe . In Island leben ca. 340`000 Leute, es gibt rund 77`000 Pferde und gut 470`000 Schafe.

Schafe…

Bevor wir nach Vopnafjördur hineinfahren, fahren wir noch ein Stück nach Norden. Der Himmel bewölkt sich wieder und ab und zu regnet es, zwar hat es sagenhafte 10 Grad plus, aber es weht ein heftiger Wind. Es ist nicht grade einladend zum Aussteigen. Im Bakkafjördur, so ziemlich am Ende der Welt, gibt es einen tollen Campingplatz und eine Tankstelle.

Bakkafjördur

Wir fahren wieder zurück in Richtung Vopnafjördur (Waffenfjord). Der Ort hat 645 Einwohner. Sieht sehr schön aus und der Fjord an dem es liegt ist breit und windig.
Weiter gehts nach Burstarfell. Dies ist ein Torfdorf aus dem 16. Jahrhundert und wird seit dann von der gleichen Familie bewohnt. Allerdings haben wir uns darunter etwas ganz anderes vorgestellt und fahren wieder zurück, um die Strasse 917 zurück nach Egilsstadir zu nehmen. Das Wetter hat sich in der zwischenzeitsehr gebessert und ausser ein paar kleinen Wolken sieht man nur noch die Sonne am Himmel.
Die Strasse ist ungeteert und ein Schild belehrt uns, dass es keinen Winterdienst gibt. In meinem Kopf klingeln die ersten Alarmglocken. Die Strasse schlängelt sich wunderbar dem Fjord entlang und schraubt sich ein wenig in die Höhe. Ein paar Kilometer weiter kommt dann das Schild: Steigung 12-14% auf den nächsten paar Kilometern, es geht 645 Meter hinauf. Weit, weit ganz weit oben sehen wir die gelben Pfosten der Strassenmarkierung.

Vopnafjördur

Oha, ja dann mal los! Langsam schrauben wir uns nach oben, langsam kommt Schnee auf der Seite, die Strasse wird matschig. Der Pass ist unspektakulär, wohl aber die Berge, die auf allen Seiten auftauchen. Und dann gehts abwärts, logischerweise auch 12-14%. Uns kommt ein fröhlich winkendes spanisches Ehepaar im eigenen Auto entgegen. Und dann sehen wir die ganze Pracht eines weiten Strandes mit Wellen und eines dahinterliegenden Flussdeltas. Wau, was für ein Erlebnis. Allerdings komme ich bei diesem Gefälle und den Kurven und der Schotterstrasse doch ganz schön ins Schwitzen. Aber es ist einmalig schön. Danach führt die Strasse in Richtung Egilsstadir auf dem Talboden weiter. Gegen 17 Uhr erreichen wir wieder unser momentanes Zuhause.

Weiterreise nach Egilsstadir

2018-09-23-Skaftafell-Egilsstadir

Heute Nacht hat es in der Höhe geschneit und die Berge sind leicht überzuckert. Das Auto ist zugefroren, nicht mal die Türen lassen sich öffnen. So essen wir mal zuerst in aller Ruhe Frühstück und sehen dann weiter.

Fjorde im Osten Islands

Der Speisesaal ist voll mit chinesischen Gästen. Da sie die meisten Speisen zuerst genaustens betrachten müssen, dauert es heute ein wenig länger bis wir uns vom Buffet bedienen können. Aber es klappt. Gegen 10 Uhr checken wir aus, loben den guten Service und beladen unser in der Zwischenzeit aufgetautes Auto. Die Sonne scheint und der Himmel ist wieder einmal blaublaublau.
Auf in Richtung Osten. Kurz vor dem Jökullsarlon müssen wir eine Zwangspause einlegen. Der nette Herr vom Strassenbauamt meint, dass wir zwar auf der richtigen Strasse in Richtung Egilsstadir seien, aber so 20-30 Minuten verspätet eintreffen werden. Vorne bei der Brücke müsse man jetzt zuerst Asphalt legen. Ja dann…

Schafe am Fjord

Die Japaner vor uns ziehen schon mal die Skihosen, Handschuhe und Kappen an, damit sie dann beim Gletschersee nur noch aus dem Auto hüpfen können und der Busfahrer hinter uns lässt seine chinesischen Gäste mit Kamera bewaffnet aussteigen, damit sie schon mal zu Fuss die Gegend erkunden können. Wir warten und tatsächlich nach 25 Minuten können wir die Brücke überqueren und weiter fahren. Wir fahren durch weite Ebenen.

Am Fjord

Schafe weiden, ab und zu auch Pferde. Da und dort gibt es ein paar Häuser. Die sind hier meistens weiss und haben ein rotes oder grünes Dach. Kurz vor Höfn kommt der tägliche Regensprutz über uns. Aber beim Aussteigen scheint schon wieder die Sonne. Wir kaufen im Netto ein, es ist ein gut sortierter Laden. Wir finden was wir brauchen und machen uns auf die Weiterreise.

Die Ringstrasse

Die Landschaft wird karger, die Häuser seltener und die Strasse windet sich um jeden Fjörd. Bei Breiddalsvik führt die Strasse dann ins Landesinnere und heisst neu 95. Wir fahren wunderbar einem Fluss entlang, links und rechts die schneebedeckten Berge. Es ist ziemlich einsam hier. Erst nach 10 Minuten kommt uns ein Auto entgegen. Dann kommt ein langes Stück ungeteerte Strasse, die sich stetig nach oben auf einen Pass schlängelt. Sehr schön!

Auf der Passhöhe

Auf der Passhöhe sind wir ganz alleine und es hat Schnee. Dann führt die Strasse steil (12%) nach unten. Das Tal weitet sich wieder und gibt immer neue Blicke auf die Berge preis.

Pass vor Egisstadir

Eine fantastische Gegend. Wir fahren durch Egilsstadir durch und erreichen nach weiteren 7 Minuten „unser“ Zuhause für die nächsten 4 Tage. Ein kleines Haus direkt am Fluss Ranga. Es hat alles was man braucht und wir werden uns wohl fühlen.

Am Ranga Fluss

Svartifoss und noch ein paar Eisberge

Hundafoss

Heute ist unser letzter Tag hier im Skaftafell Hotel. Wir fahren zum Visitor Centre des Nationalparks. Die Parkgebühr bezahlt man ganz einfach: Man geht zu einem Computer, klickt an dass man einen Personenwagen fährt, tippt die Autonummer ein, dann schreibt der nette Computer, dass dies ein Jeep Grand Cherokee ist, man hält die Kreditkarte hin und bezahlt ist. Beim Eingang wurde man fotografiert und nun ist man registriert. Wir sehen uns im Visitor Centre ein wenig um und machen uns dann auf den Weg zum Svartifoss (schwarzer Wasserfall). Der Weg steigt sanft an, es ist ziemlich warm. Zuerst kommen wir zu einem kleineren Wasserfall, zum Hundafoss.

Svartifoss

Weiter gehts immer ein wenig aufwärts. Zum Teil sind die Blätter der Bäume schon schön verfärbt und auch die Wiesen leuchten. Etwas weiter oben sehen wir dann den Svartifoss. Seinen Namen hat er von den schwarzen Basaltsäulen über die er hinweg stürzt. Beim Wasserfall angekommen, kommt dann auch die Sonne hinter den Wolken hervor.

Basaltsäulen

Was wollen wir mehr? Wir schauen uns noch ein wenig um und steigen dann wieder hinunter zum Parkplatz. Wir entschliessen uns, nochmals zur Gletscherlagune zu fahren. Aber zuerst gehen wir ins Hotel zurüch, machen uns einen Tee und essen etwas Süsses. Frisch gestärkt fahren wir wieder los.

Rush hour am Jökullsarlon

In der Gletscher Lagune ist etwas los! Das Wasser strömt vom Meer her in die Lagune und lässt die Eisberge tanzen. Es kracht manchmal ganz schön. Viele der Eisberge sind wunderschön blau.

Jökullsarlon

Wir schauen dem Schauspiel fasziniert zu. Zwischen den Eisstücken tummeln sich viele Seelöwen und die Möwen kreischen auch ganz aufgeregt. Möglicherweise werden mit der Flut auch Fische in die Lagune geschwemmt, der Festschmaus kann beginnen! Uns wird kalt. So fahren wir wieder in Richtung Hotel zurück. Das Aussenthermometer zeigt 3 Grad.
Während es nun also kälter wird und im Norden der Insel teils schon schneit, brodelt es hier anscheinend unter der Erdoberfläche. Etwa 4 Vulkane zeigen erhöhte Aktivitäten und gemäss Statistiken müssten sie demnächst wieder ausbrechen. Wir sind gespannt und halten euch auf dem Laufenden.

„Ganz kurz ein wenig ums Haus herum“

Heute morgen ist das Wetter nicht so „amächelig“. Es ist neblig, vielleicht kommt Regen. Und wir sind auch ein wenig faul. Deswegen beschliessen wir, das Auto mal stehen zu lassen und hinter dem Hotel in Richtung Gletscher zu spazieren. Auf Googlemap haben wir gesehen, dass da ein See sein soll. Mal sehen wie weit wir kommen. Wir starten gegen 10.30 Uhr und, soviel sei schon zu Beginn verraten, wir kommen gegen 15.30 Uhr zurück! Der Weg führt sanft nach oben und endet dann. Von hier aus gibt es 3 Trampelpfade. Wir nehmen mal den der geradeaus geht und landen auf einer Seitenmoräne des Svinafellsjökull, eines der 32 Seitengletscher des Vätnajökull. Welch ein Ausblick! Da müssen wir noch etwas weiter gehen. Wir nehmen den Weg links und kommen schliesslich zu diesem See. Und just in dem Moment kommt auch etwas Sonnenschein. Welch ein Glück wir haben! Es ist fantastisch und man kann zum See hinuntersteigen. Vorher treffen wir aber noch ein Ehepaar aus Connecticut und reden ziemlich lange mit ihnen. Wir beobachten gemeinsam 2 Bergsteiger, welche gut ausgerüstet, den Gletscher erkunden. Eine Tafel weist freundlich darauf hin, dass man in einem hochalpinen Gebiet sei und nur gut ausgerüstet und vorbereitet auf den Gletscher gehen solle. Man soll den Kopf benutzen und nicht einfach drauflosrennen sonst könne es sein, dass man bald zu denjenigen gehört von denen man bis heute noch keine Spur gefunden hat.
Wir steigen zum See runter und gehen ein wenig am Ufer entlang. Eigentlich hätte man bis hierher mit dem Auto fahren können, aber unser Spaziergang ist definitiv schöner. Auf der gegenüber liegenden Seite des Sees ist ein Bus hingefahren und giesst etwa 30 Touristen aus, welche dann zum Gletscher rennen. Wir sind wieder einmal auf der „richtigen“, ruhigeren Seite 🙂 . Etwas später steigen wir wieder zum Weg hoch, beobachten einen Drohnenpiloten und gehen wieder in Richtung Hotel. Wir treffen nochmals 2 junge Leute mit einer Drohne und er zeigt uns die Direktaufnahme und holt die Drohne auch runter, um sie uns zu zeigen. Schmunzelnd meint er, dass dies doch ein nettes Weihnachtsgeschenk wäre… (RECHT HAT ER! Anm. der Redaktion).
Wir gehen weiter. Immer am Hang der Seitenmoräne entlang, bis wir denken, dass es vielleicht doch sicherer sei, den gleichen Weg wie beim Hinkommen zu benutzen. Wir kehren um und sind dann gegen 15.30 Uhr wieder beim Hotel. Welch ein eindrückliches Erlebnis. Wir gehen ins gegenüberliegende Restaurant und gönnen uns Kaffee, heisse Schoggi und 2 Stück Kuchen für 19.- Fr. Wohlverstanden in Selbstbedienung und die Getränke sind im Pappbecher. Aber was solls, wir haben es uns verdient!

Von Gletschern und Trolls

Heutiges Highlight

Strahlender Sonnenschein begrüsst uns heute morgen. Auch der Wind hat sich weitgehend gelegt und säuselt im Vergleich zu gestern sanft vor sich hin. Um 13.30 Uhr geht unsere Bootstour auf dem Fjällsarlon. Bis dahin bleibt uns noch etwas Zeit. Wir frühstücken wie immer ausgiebig und fahren dann an den „Diamond Beach“.

Diamond Beach

Da es Morgen ist, liegen viel grössere Eisstücke am Strand als gestern Abend. Richtige „Eisberge“ liegen herum. Es sieht fantastisch aus.

Diamond Beach

Wir spazieren dem Strand entlang, amüsieren uns über diejenigen welche beim Versuch ein besonders tolles Foto zu schiessen, von einer Welle umspült werden und freuen uns über die tolle Kulisse. Da es doch etwas kalt ist, beschliessen wir noch ein wenig im warmen Auto herum zu fahren.

Diamond Beach

Neben der Sttasse weiden die Schafe, irgendwo liegt ein Anhänger samt Auto umgekippt im Strassengraben. Immer wieder zeigt sich ein Seitengletscher des Vatnajökull zwischen den Bergen. Gegen 13 Uhr sind wir dann bem Fjällsarlon, melden uns an und warten. Unser Guide und seine Helfer geben uns warme Jacken und Schwimmwesten. Dann gehen wir mit 2 Personen aus Florida (there it`s quite warmer than here…) und 20 Japanern zu den Schlauchbooten. Wir werden auf 3 Boote verteilt, erhalten die Belehrung ja nicht aufzustehen während der Fahrt und los gehts! Zuerst fahren wir zwischen den schwimmenden Eisbergen hindurch.Der See hat eine Tiefe zwischen 20-120 Meter. Leben gibts keins im See. Nur ab und zu kommt „Steve the seal“ und schwimmt ein wenig im See herum, bevor er wieder ins Meer zurück geht. Heute sehen wir ihn allerdings nicht und so kann es durchaus sein, dass der Guide etwas geflunkert hat. Er erzählt uns auch von den Trolls und Elfen, dass diese gerne Touristen essen würden und seitdem die Isländer ihre Ruhe vor ihnen haben (also vor den Trolls, über die Touristen ärgern sie sich manchmal schon sehr, die Isländer meine ich…).
Weiter gehts in Rictung Gletscher. Diese Farben, blau, weiss, grau, schwarz, phänomenal. Plötzlich ein Knacken gefolgt von einem Platschen. Vom Gletscher bricht ein Stück ab, etwas später noch ein weiteres. Der Gletscher kalbt! Welch ein Schauspiel auch wenn dies hier in einem deutlich kleineren Rahmen als in der Arktis oder Antarktis geschieht, es ist toll!!! Aber wir müssen wegfahren vom Gletscher, da das abgebrochene Eisstück doch eine grössere Welle entstehen lässt. Der Guide erzählt uns eine weitere Geschichte von einer seiner Touren auf welcher ein Mann dabei war, der sich offensichtlich nicht um die Schönheit der Natur kümmern wollte. Er sass einfach teilnahmslos da. Als das Boot jedoch nahe beim Gletscher war, stand der Mann plötzlich auf, nahm seinen Ehering und schmiss ihn ins Wasser. Dazu rief er: „darauf habe ich gewartet! Du bekommst das kälteste Grab auf Erden, du Hexe!“…Kein Kommentar…
Wieder zurück an Land wärmen wir uns im Restaurant noch mit Kaffee und heisser Schokolade und Gebäck etwas auf, bevor wir nochmals an den schwarzen Strand fahren. Die grossen Eisstücke sind geschmolzen. Zurück bleiben viele kleinere „Diamanten“ welche in der Abendsonne um die Wette glänzen.
Wir beschliessen, wiederum im Hotel zu essen und nehmen Gulasch mit Reis und Gemüse. Soooooo viel feines Fleisch!!! Per Zufall vernehmen wir, dass der Kellner aus Tschechien kommt, 2 seiner Kolleginnen ebenfalls und die 3. aus Polen. Das ist lustig und wir unterhalten uns mit ihnen. Ein lustiger Abend und ein toller Tag gehen zu Ende.