Husavik

Eyafjördur

So hudelig das Wetter gestern war, so schön präsentiert es sich heute. Den Wecker haben wir nicht gestellt, die Prognosen waren zu unsicher. Gegen 2 Uhr waren wir dann mal wach, sahen die Bewölkung und wussten, dass wir richtig entschieden hatten.
In der Nacht hatte es offensichtlich geschneit, die Berge gegenüber sind weisser als gestern und der Schnee reicht etwas weiter nach unten. Und es ist kalt, das Auto wieder einmal zugefroren. Im Fjord schwimmt etwas weiter hinten ein kleiner Eisberg. Wo der wohl herkommt?
Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir los in Richtung Husavik. Für dieses Ziel müssen wir zunächst die Ringstrasse in Richtung Norden über einen kleinen Pass fahren. Zum Teil ist die Strasse eisig. Die Fahrerin vor uns fährt seeeehr vorsichtig und langsam. Und wir überholen auch seeehr vorsichtig aber weniger langsam…
Bald kommt die Abzweigung der Strasse 85. Vielleicht mögt ihr euch erinnern, auf dieser Strasse sind wir schon im Osten der Insel gefahren zum Vopnafjördur. Der 85 er führt ab hier der ganzen Nordküste entlang in Richtung Osten. Wir fahren durch alte Lavafelder immer irgendwelche schneebedeckte Hügel im Blick. Nach rund einer Stunde sind wir dann am Ziel.

Hafen von Husavik

Husavik hat etwa 2200 Einwohner. Hier übernachtete der erste Wikinger, der sich nachgewiesen einige Zeit auf der Insel aufhielt. Husavik hat sich zu DEM Ort für Walbeobachtungen im Norden entwickelt. So sieht man überall kleine Büros, wo man seine Tickets kaufen kann. Mit dem Segelboot, mit dem Zodiak…alles ist möglich. Wir sind heute allerdings nicht darauf vorbereitet und es gibt bei uns im Fjord ebenfalls Möglichkeiten. Wir schauen dem bunten Treiben ein wenig zu und fragen uns, wies hier wohl im Sommer aussieht wenn wirklich viele Leute hier sind. Zwar scheint die Sonne, aber so richtig warm wird uns dabei auch nicht. So beschliessen, wir das Walmuseum zu besuchen. Der Eintritt kostet 19 Franken pro Person, die Ausstellung ist klein aber fein. Es gibt einige Skelette von Walen zu sehen. Das grösste, ein Blauwal, misst 25 Meter. Das Tier wurde vor einigen Jahren an den Strand gespült und dann für das Museum präpariert. Sehr eindrücklich! Wir lernen, dass Buckelwale mit Luftblasen jagen, wobei dann jedes Tier seine ganz bestimmt Aufgabe hat und sie miteinander kommunizieren. Das machen aber nur Buckelwale in Alaska.

Die Riesenalke

Eine Vitrine zeigt 2 Riesenalke. Diese Vögel waren in Island bis 1844 beheimatet. Sie waren flugunfähig und wurden 85 cm gross. So waren sie beliebte Fleischlieferanten für die Bevölkerung. 1844 kam das letzte Paar ins Museum. Papageientaucher sind mit ihnen verwandt.
Nach dem Rundgang und einem Kaffee, der war im Preis inbegriffen, schauen wir uns noch ein wenig im Shop um. Es gibt nette Sachen. Zum Beispiel kann man einen gehäkelten Wal kaufen. Ca. 25 cm gross, Materialkosten, gut gerechnet 7.-, Arbeitsaufwand 1 Stunde (so lange brauch ich in etwa), Kosten Fr. 50.-. Das finde ich eine Frechheit ehrlich gesagt. Andere Dinge sind ihren Preis durchaus wert, aber eben immer noch sehr teuer.

Husavik

Wir verlassen das Museum und beschliessen noch zum Godafoss zu fahren. Dazu fahren wir auf einem andern Weg zurück. Bevor wir abfahren hören wir Sirenen und mehrere Rettungsfahrzeuge, zum Teil mit Booten, fahren mit Sirenen an uns vorbei. Was ist wohl passiert? Wir sehen von der Strasse aus nichts. Unterwegs werden wir von zwei weiteren Blaulichtfahrzeugen überholt.

Ljosavatn

Nach etwa einer Stunde kommen wir beim Godafoss an und sehen dort schon von weitem die Rettungsfahrzeuge stehen. Die Parkplätze sind gesperrt, wir fahren weiter und hoffen, dass nichts allzu Schlimmes passiert ist. Auf einem Parkplatz am Ljosavatn halten wir an und machen ein paar Fotos von der herbstlichen Landschaft. Der Rückweg über den Pass stellt uns vor keine grösseren Probleme.

Nochmals Ljosavatn

Ein Rettungswagen fährt mit Blaulicht vorbei, wahrscheinlich ins Spital von Akureyri. Wir tanken wieder einmal und machen eine lustige Entdeckung: Schon öfters haben wir uns über die sattgrünen Flächen inmitten von buschiger Graslandschaft gewundert. Heute haben wir gesehen, wie die offensichtlich gemacht werden: Mit Rollrasen!
Na wenn sonst nichts wächst, muss man sich eben zu helfen wissen.

Hafen von Husavik

Bucht von Husavik

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