Von Stürmen und Elfen

Lichtblicke

Gestern (4.10.) hat es den ganzen Tag gestürmt und geregnet. Der Wetterdienst hat sogar eine Reisewarnung herausgegeben. Man soll Reisen wenn möglich vermeiden. Es gab Winde hier in der Gegend bis 125 km/h. Schon kurz nach unserer Heimkehr vom Bad (3.10.) hat der Wind stetig zugenommen. In der Nacht klapperten die Lüftungsschlitze in den Fenstern und die Schafe auf der Weide nebenan blöckten. Und so gings den ganzen Tag weiter. Wir schliefen lang und machten es uns gemütlich.
Wie ihr ja sicher wisst, gibt es in Island viele Trolle und Elfen und fragt man in der Bevölkerung nach, so glauben über 50% an Elfen und Trolle und 90% halten ihre Existenz zumindest für möglich. Es gibt viele Geschichten über merkwürdige Geschehnisse. So überlegt sich das Strassenbauamt in Island immer sehr gut wo eine neue Strasse durchführen soll. Zu sehr beschäftigen zahlreiche Erinnerungen an Sprengungen an Orten wo danach Unerklärliches geschah.So hörten Hühner auf einer Farm plötzlich auf, Eier zu legen, nachdem man einen grossen Felsbrocken nahe der Farm für den Strassenbau wegsprengen wollte. Der Bauer musste die Farm aufgeben. Der neue Besitzer verwarf mit dem Bauministerium die Pläne, den Stein zu sprengen und die Hühner legten wieder Eier. Dieser Stein ist heute als Elfenhaus geschützt. Elfen haben in Island lange, dünne Beine, grosse Ohren und wuschelige Haare. In Reykjavik gibt es eine Elfenschule wo alle Unterarten und Unterschiede erlernt werden können. Es gibt eine isländische Elfenbeauftrage und man kann eine Karte der „verborgenen Welt“ kaufen. Alles Chabis, werdet ihr jetzt sagen. Doch hört unsere Geschichte und urteilt selbst.

Mitten in der Nacht versammeln sich im Eyjafjördur viele kleine Gestalten.

Am Morgen nach dem Sturm…

Sie schlüpfen hervor aus ihren Höhlen, lachen miteinander und tanzen. Es windet stark, das lieben diese kleinen Wichte. Ihr Fest wird immer lauter und übermütiger bis jemand auf die Idee kommt, einen Wettbewerb zu veranstalten. „Warum machen wir nicht ein Wettrennen zwischen den Häusern auf der Nollurfarm?“ Alle sind begeistert, der Parcour wird ausgesteckt und los gehts. Alsbald flitzen alle um die Ecken, keuchen den Hang hinauf und rutschen übermütig auf dem Hosenboden die Strasse runter. Auch der kleine Eyjatroll ist dabei. Aber er hat keine Chance, er ist noch so klein, die andern sind schon längst in der letzten Runde und kurz vor dem Ziel. Da sieht er vor sich eine schöne Holzpalette liegen. Juhuh, wenn ich mich auf diese setze, dann komme ich viel schneller vorwärts als die andern und kann doch noch gewinnen.

Kirche von Akureyri

Gesagt, getan. So flitzt Eyja auf dem Holzstück davon und überholt fast alle. Schon in Siegeslaune übersieht er jedoch in letzter Minute den grossen Stein, die Palette fliegt durch die Luft und wird vom Wind mitgerissen und landet in der Seitentür eines Jeep Grand Cherokee Laredo. RUMMS!!! Au weia, das war blöd, dumm gelaufen. Schnell verstecken sich alle Elfen mit Eyja wieder in ihren Erdhäusern. Nun warten wir auf eine Elfe, die für eine gute Lösung sorgt und wir sind überzeugt, sie wird kommen.

Heute nun haben sich die Winde gelegt. Es hat etwas Schnee und es ist kalt. Gegen Mittag fahren wir in Richtung Akureyri. Erst kaufen wir einige Lebensmittel ein, schlendern ein wenig durch die Geschäfte. Dann fahren wir zur Kirche von Akureyri. Die Kirche wurde 1940 erbaut und gehört der Lutheranischen

Im Inneren der Kirche

Kirche. Sie besitzt eine Orgel mit 3200 Pfeifen. Im Kirchenraum hängt auch ein Modell eines Schiffes. Dies ist eine alte nordische Tradition, dass man auch an diejenigen denkt, welche mit einem Schiff unterwegs sind. Danach fahren wir noch durch einige Strassen der Stadt und wenden uns dann südwärts. Unser Ziel ist das Kaffi Ku.

Fenster in der Kirche

Dieser Bauernbetrieb ist einzigartig, wahrscheinlich einzigartig auf der ganzen Welt und meiner Meinung nach sehr zur Nachahmung empfohlen. 2007 wurde der Hof für 1.7 Mio. Franken komplett umgebaut und es gibt sehr viele Roboter im Stall. Sind die Kühe nicht draussen können sie im Stall frei herumlaufen. Keine Kuh hat einen festen Ruheplatz. Abgetrennt sind nur die Kälber und die Jungtiere bis 2 Jahre. Zum Füttern fährt alle 3 Stunden ein Automat selbständig zwischen den Reihen, ein neuer Futterroboter soll demnächst bereit sein welcher jede Stunde durchfährt. So kann die Kuh immer wieder kleinere Portionen essen und verdauen. Wenn die Kuh merkt, dass es Zeit zum melken ist, geht sie selbständig zum Melkroboter.

Blick auf Akureyri, von der Kirche aus

Dort wird ihr Euter gewaschen, desinfiziert und sie wird gemolken. Die Kühe tun dies ca. 4 mal pro Tag. Ein Putzroboter fährt zudem zwischen den Liege- und Futterplätzen unermüdlich hin und her. Der Stall wirkt sehr sauber. Und schliesslich gibts für das Wohlbefinden auch die Kratzmaschine. Dort bilden sich manchmal regelrechte Schlangen davor. Die Kühe geben so etwa 30% mehr Milch und die Kosten für den Veterinär haben sich drastisch gesenkt. Antibiotika werden keine eingesetzt. Sehr beeindruckend. Zum Bauernhof gehört auch ein kleines Kaffee wo man Gulaschsuppre, Hamburger oder verschiedene belegte Brote, sowie hausgemachte Kuchen essen kann. Wir nehmen den Hamburger und trinekn Milch dazu. Es ist sehr lecker. Wir kaufen auch noch ein Stück Rindsfleisch und fahren dann gutgelaunt wieder nach Hause. Das Kaffi Ku ist ein sehr innovativer Familienbetrieb und die Leute dort sind kompetent und sehr freundlich.

Einen kurzen Artikel über diesen Betrieb findet man hier: https://www.weforum.org/agenda/2018/09/cows-are-happier-setting-their-own-schedules-too

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