Archiv | Juni 2019

Rauma

Museum in Rauma

Heute morgen ist es ziemlich bewölkt und es weht ein kühler Wind. Am Strand herrscht emsiges Treiben. Viele junge Menschen im Sportdress sind bereit für den Crossfit-Event am Yyteri Strand. Weil es uns etwas zu kalt ist, um da zuzuschauen, beschliessen wir nach Rauma zu fahren.

Geschäfte…

Diese Stadt hat rund 40’000 Einwohner und liegt eine knappe Stunde Autofahrt von hier. 1991 wurde die Altstadt ins Unesco Welterbe aufgenommen. Der Grund: 600 Holzhäuser aus dem 17. Jahrhundert. Das wollen wir doch sehen!
Wir finden einen Parkplatz grad am Rand der Altstadt. Die Häuser sind alle in einem guten Zustand. Es hat viele Wohnhäuser, aber auch kleiner und grössere Geschäfte in den Häusern sowie Restaurants.

Der Markt

Wir besuchen den kleinen Markt mit seinen Gemüseständen und Blumenständen. Es gibt auch frischen Fisch und hungrige Raben.
Wir bewundern die tollen Holzhäuser und besuchen auch die Kirche. Drinnen übt eine Organistin. Sie braucht noch etwas Zeit bis das Stück sitzt. Aber wahrscheinlich ist sie auch sehr gestört durch die Besucher. Im Chorraum gibts schöne Malereien und eine ewige Besucherin (aus Holz) sitzt still und aufmerksam in einer Kirchenbank.

Die ewige Kirchenbesucherin

Wie in allen finnischen Kirchen gibts auch einen Raum für Kinder wo sie spielen können.
Wir spazieren weiter durch die Strassen, essen wie gewohnt ein süsses Teil, trinken Kaffee.
Gegen 13.30 Uhr machen wir uns auf den Weg zum Aussichtsturm.

Eine der Hauptstrassen

Auf einem Wasserturm ist ein Restaurant. Der Turm ist 62 Meter hoch und oben haben wir eine fantastische Rundsicht. Man sieht sogar die Windkraftanlagen nördlich von Pori und die sind gut 50 km entfernt. Von oben sieht man

Liebevoll restauriertes Haus

wie grün die Stadt Rauma ist. Sie liegt mitten in den Wäldern.
Wieder zu Hause, ist der Sportanlass noch voll im Gang.
Aber so gegen 18 Uhr ist alles wieder aufgeräumt und wir geniessen ein letztes Abendessen im Hotel und danach sitzen wir am Strand noch in der Abendsonne.
Morgen fahren wir zurück nach Helsinki.

Wieso ist Pori 39’960 km entfernt?

Rauma von oben:

Turku

Heute fahren wir nach Turku, 2 Stunden Fahrt liegen vor uns. Turku oder Abo (schwedisch) liegt am Aurajoki und ist mit knapp 200’000Einwohnern die sechst grösste Stadt Finnlands
Die Stadt ist offiziell 2 sprachig. Turku heisst soviel wie „Marktplatz“. Der schwed. Name bedeutet „Wohsitz am Fluss“. Eine erste Stadtgründung geht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Das Gebiet war lange Zeit unter schwedischer Herrschaft. 1809 wurde es an die Russen abgetreten und Turku wurde Hauptstadt des „Grossfürstentums Finnland“.

Aurajoki

3 Jahre später ernannte der damalige Zar Helsinki zur Hauptstadt (liegt näher bei St. Petersburg). 1827 zerstörte ein Brand 3/4 aller Häuser von Turku und Helsinki gewann an Bedeutung.
Wir parkieren im Parkhaus Centrum, machen sicherheitshalber ein Foto von der Umgebung und spazieren dann zum Aurajoki. Schon von weitem sehen wir die vielen Marktstände. Es werden Esswaren verkauft sowie Nützliches und weniger Nützliches.

Besser als Justin Bieber…

Es gibt Vorführungen von Jongleuren und weiter oben findet ein Mittelaltermarkt statt. Man kann Holzschwerter kaufen, mittelalterliche Musikinstrumente, es riecht nach Würsten und Schweinefleisch und 6 bärtige Männer stampfen auf der Bühne herum, singen, blasen auf Kuhhörnern und vergnügen die Menschen.

Der Mittelalterliche Markt

Wir lassen uns treiben von der Menge.
Schliesslich kommen wir zum Dom von Turku.

Dom von Turku

Der um 1300 geweihte Dom ist der älteste, erhaltene Kirchenbau auf dem finnischen Festland. Nach dem Brand musste auch er wieder restauriert werden.
Nun suchen wir die alte Markthalle und finden sie nach einiger Zeit. Sie gleicht derjenigen von Helsinni ist jedoch etwas grösser und 2 Jahre älter. Wir geniessen Kaffee und 2 Erdbeertörtchen bevor wir noch ein wenig dem Fluss entlang schlendern und kurz vor 15 Uhr wieder zurück fahren. Im Hotel essen wir einen Lachsburger mit Süsskartoffelfrittes, setzen uns etwas später noch in die Strandbar und trinken ein Bier.
Am Strand geschehen wunderliche Dinge: Steinkugeln liegen rum, riesengrosse Pneus, Kletterstangen, Sandsäcke und dazwischen pilgern junge Menschen mit Merkblättern.
Wir werden euch morgen hoffentlich mehr darüber berichten können.

Hier noch ein Paar Eindrücke aus dem Dom:

Sonne und Strand

Strand am Morgen

Wir stehen etwas später auf und geniessen ein reichhaltiges Frühstückbuffet.
Draussen weht ein kräftiger, kühler Wind. Aber der vertreibt die Wolken und ein blauer Himmel und die Sonne kommen zum Vorschein.
Zum ersten Mal in diesen Ferien brauchen wir unsere Faserpelzjacken. So eingemummelt spazieren wir dem Sandstrand entlang. Der Yyteri Strand ist mit seinen 6 Kilometern Länge der grösste Sandstrand der nordischen Länder. Wenns warm ist, dann ist der Strand voll.

Ein „Töggelikasten“

Heute gibts nicht so viele Leute hier, aber einige Wagemutige sind doch im Wasser. Irgendwann biegen wir ab und kommen über die Dünen zu einem Seilpark. Im Restaurant trinken wir Kaffee. Dann spazieren wir auf einem guten Weg durch einen schönen Wald. Einzig die Mücken sind zwischendurch etwas lästig. Wir kommen zu einem Campingplatz. Naja, es gibt schönere…

Beim Camping

Aber es gibt ein Restaurant mit Glace. Wir setzen uns hin und geniessen den schönen Ausblick über die Dünenlandschaft.
Wieder beim Hotel besuchen wir das Spa.

In den Dünen

Es ist recht grosszügig, hat verschiedene Becken mit Sprudeln und Wasserfällen, ein Aussenbecken und ein warmes Whirlpool. Wir plantschen im Wasser herum bis es Zeit wird fürs Abendessen. Die Finnen essen sehr früh, meist zwischen 16.30 und 17.30 Uhr. Für uns passt das wunderbar da wir nie zu Mittag essen.
Heute essen wir im Strandrestaurant auf der Terrasse Hamburger mit Pommes.

Nach Yyteri

2019-06-26 Savonlinna-Yyteri

Gestern sind wir weiter gereist. Für die 489 km von Savonlinna bis Pori brauchten wir gut 6 Stunden. Es war eine angenehme Reise, wenig Verkehr. Ab und zu regnete es, die Temperatur lag so bei 18 Grad. Je weiter wir nach Westen kamen, desto weniger Teiche und Seen gabs. Dafür viel Graslandschaft mit Kühen und Pferden.

Bei der Ankunft regnet es leicht, es ist trüb und kühl.

Wir essen 2 Pfeffersteak mit Kartoffelgratin und gönnen uns 1 Flasche Wein. Das Hotel ist gut klimatisiert, ausser in den Zimmern. Fenster lassen sich auch nicht öffnen. Zum Glück gibts einen Ventilator und so können wir recht gut schlafen.

Schiffahrt zum 2.

Um 11 Uhr startet das Dampfschiff „Punkaharju“ mit uns an Bord zu einer 90 minütigen Tour durch die Gewässer südlich von Savonlinna. Das Boot ist voll mit gut gelaunten Gästen. Es gibt Kaffee, süsse Buns oder Wein, Bier. Gemächlich bahnt sich das Schiff den Weg durchs Wasser. Der See hat eine mittlere Tiefe von 17 Metern. Die tiefste Stelle hat 85 Meter. Wir fahren vorbei an einigen der insgesamt über 13’700 Inseln. Im See gibt es sehr viele Fische unter anderem Lachse.
Nach der Schifffahrt spazieren wir noch ein wenig über den Markt und gehen dann zurück ins Hotel.
Den Nachmittag verbringen wir im Schwimmbad und probieren auch die Sauna.


Das Abendessen nehmen wir nochmals im Hotelrestaurant ein.
In der Zwischenzeit ist es ziemlich bewölkt und es weht ein kühler Wind. Unser allabendlicher Spaziergang fällt deswegen recht kurz aus. Morgen fahren wir dann weiter.

Naturschutzgebiet Punkaharju

Unweit von Savonlinna liegt das Naturschutzgebiet Punkaharju. Es ist nur klein, ein paar Kilometer lang und sehr schmal. Da fahren wir heute hin.
Das Wetter spielt mit.

Camping Punkaharju

Bei Sonnenschein und 21 Grad gehts los, erst in Richtung Kerimäki und dann auf der Strasse 14 Richtung Süden. Von da zweigt eine weitere Strasse durch das Naturschutzgebiet ab.
Das Naturschutzgebiet ist ca. 7 km lang und 25 Meter breit und besteht aus einem Moränenrücken, der vor ca. 10’000 Jahren entstanden ist. Ein Teil des bewaldeten Rückens wird als Urwald belassen und nicht gepflegt. Hier leben verschiedene Vogelarten und auch die seltene Saimaa Ringelrobbe wurde schon gesehen. Das Gebiet ist gut zugänglich. Es gibt mehrere Parkmöglichkeiten und viele Wanderwege. Wir halten hier und da, steigen aus und geniessen die Ausblicke. Wir spazieren dem Ufer entlang und entdecken die ersten Pilze (Birkenröhrlinge). Auch viele sonnige Bänkli gibts. Wir schauen den Möwen und Seeschwalben zu und winken den vorbei fahrenden Booten. Sogar einen Kiosk mit Kaffee und süssen Teilen gibts.

Das hier hat einen unaussprechlichen Namen…

Wir entscheiden uns für eine Art flachen Berliner ohne Confifüllung. Wir fragen zwar nach, wie das heisst, können es uns aber nicht merken…
Dann fahren wir weiter auf kleinen Nebenstrassen rund um den Puruvesi. Auf den Feldern pflücken Leute Erdbeeren. Zwischendurch regnet es immer mal wieder, die Temperatur sinkt auf 14 Grad. Aber in Savonlinna scheint dann wieder die Sonne und wir geniessen den Abend.
Heute essen wir Burger mit Süsskartoffel Fries und dazu gibts einheimisches Bier.

Kleine Rundreise

Besucherzentrum bei Oravi

Gegen 10 Uhr fahren wir in Richtung Norden. Es ist nicht mehr so heiss wie in den vergangenen Tagen. Unser Mietauto hat ausser Automatiklicht, Spurassistenz, sowie weiterem Schnickschnackfürwasauchimmer auch ein Schiebedach.

Oravi

Das ist super, man hört den Wind rauschen und die Vögel pfeifen. Hier im See gibt es eine seltene, vom Aussterben bedrohte Robbenart. Wir fahren zu einer Art Besucherzentrum. Aber Infos gibt es kaum.

Unsere Fähre kommt

Man kann fishing- und sightseeing Touren buchen. Wollen wir nicht. Eine Gruppe aus Deutschland unterhält sich lautstark über Ökologie und Nachhaltigkeit. Am Nachhaltigsten wäre es wohl, wenn die nicht so rumschreien würden.
So fahren wir weiter und da wos keine Strasse und Brücke gibt, fährt eine kleine Fähre. Rauffahren, los gehts und nach 3 Minuten wieder runterfahren. Gute Sache!

Auf der Fähre

Und gehts wieder vorbei an Tümpeln, durch Wälder… Irgendwann zweigen wir ab zu einem Ferienressort. Am Ende der Strasse hat sich jemand seinen Traum mit Holz verwirklicht und eine Art finnischen Ballenberg aufgebaut.

Kahvilla in Lomamökit

Die Aussicht auf den dazugehörigen See ist fantastisch und Kaffee und Kuchen schmecken ebenfalls. Dann bestaunen wir noch das Ferienressort. Ausser dem schon bestehenden Hotel mit Spa wird noch ein Camping gebaut. Zudem hat es viele Einzelhäuser alle mit eigener Holzsauna. Schick, aber völlig am Ende der Welt.
Wieder zu Hause ruhen wir etwas aus und gehen dann essen und spazieren.

Schon fast kitschige Idylle

…und die Zukunft

Von Engeln und Tümpeln

Die Kirche von Kerimäki

Heute steigen wir ins Auto und fahren in Richtung Kerimäki. Dort steht die grösste Holzkirche der Welt mit 3500 Sitzplätzen und Platz für total 5000 Leute. In seinem Roman „Der liebe Gott macht blau“, hat unser Lieblingsautor Arto Paasilinna den Himmel mit all seinen Engeln und der ganzen himmlischen Logistik in dieser Kirche vorübergehend plaziert. Ein höllisch-himmlisches Spektakel.

Haupteingang der Kirche

Wir sind gegen 10.30 Uhr in der Kirche und bleiben noch bis zum Ende des Gottesdienstes sitzen. Die Orgel klingt wunderschön und eine Sängerin ergänzt die Musik. Es sind etwa 100 Personen in der Kirche. Der Bau imponiert. Es gibt viele Nebenemporen, teils in schwindelerregenden Höhen. In der Kirche stehen 4 Öfen, elektrisches Licht gibt es nicht. Heute wird die Kirche als Sommerkirche genutzt. Für die Wintermonate wurde eine kleinere, beheizbare gebaut. Eine Ausnahme ist der Heilige Abend, da findet ein Gottesdienst im Kerzenlicht statt. Nach dem Gottesdienst bestaunen wir die schlichte, aber wirkungsvolle Innenausstattung und können sehr gut nachvollziehen, wie der kleine Engel Mühe hatte, sich in diesem Wirrwar von Treppen und Gängen zurechtzufinden…

Der separate Glockenturm

Nach der Besichtigung fahren wir weiter durch Wälder, vorbei an Tümpeln und Seen. In der Stadt Joensuu wollen wir Kaffeepause machen. Aber alle Geschäfte und Cafés sind zu (Samstag nach Midsommar??) und so fahren wir weiter durch Wälder, vorbei an Tümpeln und Seen bis wir wieder beim Hotel sind.
Den Abend beschliessen wir bei einem feinen Essen und mit einem kurzen Spaziergang.

Blick zum Altar

Das Altarbild

Blick gegen die Orgel

Viel Sonnenschein

Blick vom Hotel aus

Am 21.6. wird auch hier traditionell der längste Tag des Jahres gefeiert. Nach dem Frühstück spazieren wir dem See entlang, kaufen ein paar Kleinigkeiten ein und kommen dann wieder einmal ganz zufällig zur richtigen Zeit an einem Ausflugsschiff vorbei. 1 Stunde Fahrt, € 18.

Der Saimasee

Wir sind dabei! Wir erfahren, dass wir 76 Meter über dem Meeresspiegel sind, der ganze See 11 000 km2 umfasst und es 34 000 Inseln gibt.
Der Saimaasee ist auch ein wichtiger Durchgangssee für Güter aller Art.
Nach dieser interessanten Rundfahrt gehen wir zurück ins Hotel und verbringen die nächsten 2 Stunden im Spabereich. Wir wagen uns auch ganz, ganz kurz in den See…

Der alte Bahnhof von Savonlinna. Heute Flohmarkt

Den Abend verbringen wir dann in der Stadt, essen direkt am Wasser (eine Art Ponton-Restaurant) und geniessen das warme und sonnige Wetter.

Auf dem Schiff

Ovonlinna

Schären auf dem Saimasee

Midsommar

Die Nächte kurz und lang der Tag,

Weshalb ich heut nicht schreiben mag.

Die Sonnenwende wir feiern heut,

Drum gibts auf den Strassen sehr viel Leut.

Alte, Junge und die ganz Kleinen,

Alle sind heut auf den Beinen.

Essen, feiern und viel lachen

Alles andere wir später machen!