Archiv | Juli 2020

Der letzte Tag

Der Morgen ist etwas wolkig. Wir essen wenig zum Zmorge, räumen den Bus etwas auf und machen uns gegen 11.20 Uhr auf nach Evolène. Wir wollen dort zu Mittag essen.
Wir finden einen Platz bei „Chez Raymondo“. Die Händededinfektion ist gut versteckt, der Abstand zwischen den Stühlen schwankt zwischen 100 cm und 15 cm. Wir sind auf der Terrasse. Die Bestellung ist rasch aufgegeben: 2 Mal Rindssteak, einmal mit Pommes, einmal mit Rösti. Dazu 5 dl Rosé und Mineral.
Die Getränke kommen bald, ebenso der Salat. Dann gibts eine knapp halbstündige Pause. Zeit, sich etwas umzusehen. Was wir sehen stärkt unser Vertrauen in diesen Betrieb nicht wirklich: das Brot vom Nachbartisch wandert ohne Umweg zum nächsten Tisch, unser Salzstreuer ebenfalls. Der Tisch weiter vorne wird ohne Reinigung den nächsten Gästen übergeben und die Tische nebenan mit dem gleichen Lumpen ohne Reinigungsmittel abgerieben.
Wir erhalten dann unser Essen und das ist wirklich gut. Das Fleisch auf dem Holzfeuer gebraten, ist zart und genau richtig. Der Wein schmeckt auch, der Espresso ebenfalls.
Punkto Essensqualität ist dieses Lokal durchaus zu empfehlen, punkto Hygieneeinhaltung eher nicht. Dazu kommt, dass das Personal nicht sehr freundlich war und der Service sehr lange gedauert hat.
Trotzdem wandern wir gestärkt und gut gelaunt wieder in Richtung Camping Molignon.
Es ist schwül, gegen Abend könnten Regen und Gewitter uns erreichen.
Morgen ist der Tag unserer Abreise.

Evolène Chemeuille

Unsere netten Nachbarn aus Brig reisen ab und wir machen uns auf den Weg zur Talstation des Sesselliftes in Evolène. Wir wandern wie immer dem Borgne entlang und erreichen Evolène nach knapp 40 Minuten. Es ist ziemlich heiss. Nun steht uns noch ein ca. 2 km langer Aufstieg nach Lannaz zur Talstation bevor. Aber, bei der Tafel des Télé Evolène steht rot und deutlich „FERME“. Wir setzen uns auf eine Bank, ich telefoniere Mal. Ja, der Sessellift sei „en Panne“ wegen des Unwetters von gestern, désolé! Aha…

Sessellift läuft schlussendlich

Wir bleiben mal auf der Bank sitzen und sinnieren über Gott und die Welt und was man jetzt so machen könnte. Nach ca. 20 Minuten hält ein schwarzer Pickup neben der Tafel und der nette Mann stellt das Schild auf „ouvert“. Wir fragen nach und er erklärt uns, dass er den Lift geflickt habe und auf Anfrage dürfen wir sogar in sein Auto steigen und er fährt uns zur Talstation.

Blick Richtung Bec de Bosson. Vitogaz wäre für die Küche vorgessehen

Unterwegs erzählt er uns, dass er eigentlich in Montreux wohne, hier aber eine Hütte habe und als technischer Beauftragter verantwortlich sei, dass die Bahn läuft. Glücklich meint er, dass er das schönste Büro der ganzen Welt habe und er ja auch als Pensionär noch gut Bescheid wisse.
Oben angekommen besteigen wir den Sessel, der uns in ca. 10-12 Minuten gemächlich steil nach oben bringt. Nun klappt es doch noch mit dem Zmittag auf gut 2100 Metern! Nebel und Wolken wechseln mit Sonnenschein. Mal ist der Dent Blanche weg, das Matterhorn auch, dann wieder da. Ein tolles Spiel!
Wir setzen uns ins Restaurant und wollen essen. Nun, die Küche sei nicht offen heute wegen der Panne, aber Aptikosenkuchen oder Glace wären erhältlich, désolé…

Das “Restaurant” will unser Geld nicht


Grummel, grummel und die Käseschnitte???
Also bleiben wir mit Rivella, Aprikosenkuchen und Espresso mal über 1h auf der Sonnenterrasse sitzen. Danach spazieren wir noch etwas nach oben und bewundern die Berge.
Gegen 15 Uhr hat uns die Bahn wieder nach unten gebracht und wir nehmen den Heimweg unter die Füsse.
Beim Camping haben wir Durst. Das Restaurant hat geschlossen! Der Campingwart verkauft uns 2 kleine Bier und ist „désolé“ wegen des Restaurants, er habe kein Personal…
Unser heutiger Tag verlief zwar nicht wie geplant, hatte aber dennoch einige Highlights und wir sind zufrieden und müde.

Pic d’Artsinol (irgendwo auf dem Bild)

Blick auf Evolène im Hintergrund Dent Blanche und ein Stückchen Matterhorn…

Sonne oder Gewitter?

Unser nächtlicher Spaziergang unter einem prächtigen Sternenhimmel war sehr erfrischend. Der Morgen begrüsst uns mit einem Mix aus Sonne und Wolken. Die Wetterprognosen sind nicht wirklich gut. Am frühen Nachmittag solls regnen, winden, gewittern…
Wir zmörgele ausgiebig und machen uns dann auf den Weg zum Denner, weil wir ja gestern 2 überlebenswichtige Dinge vergessen haben: Majonaise und Eier.
Nach dem Einkauf bleiben wir ein wenig am Platz, es ist sehr warm. Zwischendurch tröpfelt es auf die Store, nicht der Rede wert.
Manchal erscheinen pechschwarze Wolken, dann zeigt sich wieder die Sonne.
Wir spazieren wieder ein Stück in Richtung Evolène und machen dann am Ufer des Borgne Halt und geniessen die Kühle des Baches. Ein paar schöne Steine wandern in den Rucksack, ebenso wie ein schönes Stück Schwemmholz. Auf dem Heimweg fallen wieder ein paar Tropfen. Es ist nicht mehr so heiss aber der Regen lässt noch auf sich warten. Wir grillieren und hoffen auf eine ruhige Nacht.
So haben wir zwar gefaulenzt, aber es kamen trotzdem fast 12000 Schritte zusammen!

Grande Dixence

Nach dem ersten Tunnel

Unser heutiger Ausflug führt uns zum höchsten Staudamm Europas.
Die Nacht war wieder einmal mehr sternenklar. Und der Morgenhimmel ist blau so weit das Auge reicht.
Wir fahren gegen 10.30 Uhr los, parkieren und spazieren zur Talstation der Gondelbahn, die uns zur Staumauer hinauf bringen soll. Oben, oh Schock, eine ziemlich lange Warteschlange. Aber getreu dem Motto „Hasi, da müssen wir durch“ (in Anlehnung unseres Anstehens vor 3 Jahren in Tschechien.

Blick nach Süden

Wir wollten auf die Sněžka, Tschechiens höchster Berg mit rund 1601 Metern. Vor uns ein Pärchen wobei sie ihn immer wieder mit oben genannten Worten ermunterte.)
Also wir stellen uns an und schaffen es auf das 5.oder 6. Gondelbähnchen. Die Gondeln fahren pausenlos. Es herrscht strikte Maskenpflicht. Ohne Maske kein Einsteigen, basta!
Oben verteilt sich die Masse relativ gut. Die einen wagen sich auf die Zipline, andere bleiben nur grad oben sitzen, wieder andere stürzen sich ins Wanderabenteuer.

Der Weg dem See entlang


Die Kulisse ist atemberaubend.
Wir spazieren erst über die Staumauer, bevor wir dann dem See entlang weiter wandern. Der Weg ist gut und führt erst durch 7 Tunnels, danach fast eben immer dem Seeufer entlang. Wir begegnen einem deutschen Ehepaar. Die 2 interessieren sich für jedes Blümchen und fotografieren es. Irgendwann machen wir Halt, essen ein paar Nüsse und Trockenfrüchte und kehren dann wieder um. Wir erinnern uns auch an die Zeit wo wir schon einmal da waren. Suchen auch die Cabane des Dix, ohne Erfolg!

Aigules Rouges vom Westen her

Das Bähnchen bringt uns wieder nach unten und hinter einem grossen Camper aus Deutschland fahren wir die enge Strasse wieder nach unten.
In Les Haudères kaufen wir beim Denner noch ein paar Dinge ein. Es ist sehr warm, 28 Grad auf 1450 Metern.
Die Nacht wird sicher wieder kühler, hoffen wir es!

Mont Blanc de Cheillon

Der Steinbockpfad

Evolène zum 2.

Unser Steinmänchen

Wir nehmen es gemütlich, schliesslich ist Sonntag😊.
Gegen 11 Uhr spazieren wir nochmals in Richtung Evolène. Beim Borgne stehen schon viele „Steinmännchen“. Wir bauen noch eins dazu. Es sind nicht so viele Leute unterwegs, der Himmel etwas wolkig, die Temperaturen angenehm. Ein kleiner, unglücklicher Velofahrer will zu seinem Papa, der schon etwas vorgefahren ist. Seine Mama kann ihn schliesslich überzeugen, dass er fahren soll, der Papa wartet.

Blick auf die Gletscher von Ferpècle


In Evolène angekommen, sehen wir uns den Teil des Dorfes an, den wir beim letzten Mal noch nicht gesehen haben. Die Häuser sind alle liebevoll mit Blumen geschmückt. Die Restaurants voll mit Gästen. Einige Läden haben geöffnet. Wir schlendern durch die Häuser und geniessen es.
Gegen 13.30 Uhr setzen wir uns in eine Gartenbeiz und geniessen „Coupe Danemark“ und „Caramelito“.
Gestärkt wandern wir dann wieder zurück zum Camping. Wir nehmen es gemütlich, schliesslich ist Sonntag😊.

Evolène

Arolla

Alle Bilder heute: Mont Collon

Heute ist eine reger Anreise- und Abreisetätigkeit. Auch wir machen unseren Bus fahrtüchtig und fahren in Richtung Arolla. Die Strasse schraubt sich in langezogenen Kehren nach oben bis knapp 2000 Meter. Teils ist sie gut ausgebaut, teils weniger. Besonders der Tunnel ist nicht durchgängig 2 spurig. Einige vesuchen es trotzdem, so schrammen wir halt leicht mit dem Aussenspiegel am Fels. Aber nix passiert.
Unterwegs gibt es die Parkplätze zum Lac Bleu. Sie sind bereits um 10.30 Uhr ziemlich voll. Wir fahren bis Arolla und parken dann. Von hier aus gibt es einen Weg zum Glacier d’Arolla welcher vom Mont Collon herabfliesst. Obwohl der Parkplatz auch hier sehr voll ist, begegnet man nicht so vielen Leuten. Der Weg ist sehr angenehm zu gehen. Es gibt viele Blumen, Steine und über allem trohnt allgegenwärtig der Mont Collon mit seiner dicken Eiskappe. Das Wetter einmal mehr prächtig und es ist nicht zu heiss. Irgendwo unterhalb des Gletschers machen wir Halt, essen einen Apfel und geniessen die Ruhe und die Aussicht.
Auf dem Rückweg gehen wir ein Stück dem Bach entlang. Vor der Abfahrt vergewissern wir uns, dass kein Postauto entgegenkommt. Sicher ist sicher!
In der Zwischenzeit hat sich eine holländische Familie mit 4 Buben neben uns eingerichtet. Gegenüber fährt grad ein Wohnwagen aus St. Gallen vor. Der Platz scheint voll zu sein. Wir lassen den Abend mit einem guten Essen und einem guten Wein ausklingen.

Regentag

Unsere heutigen Aktivitäten lassen sich wie folgt zusammenfassen:
Es regnet => wir bleiben drin.
Es regnet nicht => wir gehen raus.
Um 12 Uhr reicht es für einen 1 h Spaziergang nach Les Haudères.
Dann gibts Suppe.
Um 15 Uhr reicht es für den Einkauf und ein Bier auf der Terrasse.
Heute essen wir im Bus, aber grillieren draussen.

Die Prognosen ab morgen: nur noch Sonnenschein!!!

Markt

Weg nach Evolène

Heute findet in Les Haudères ein Markt statt. Gegen 11.30 sind wir dort. Er ist, wie erwartet, sehr überschaubar. 1 Stand bietet Weine und Gebranntes in Flaschen an, ein weiterer Gebranntes und Liköre im Offenverkauf. Früchte, Oliven, getrocknete Tomaten, Gewürze und italienischer Honig und Käse sowie Kuchen sind auch vertreten.

Die beiden Veisivi


Des weiteren Bücher über die Alpen, die Kühe, die Traditionen hier und anderswo, Glismets und Tücher sowie Holzsachen vom Löffel bis zum 3D Puzzle.
Wir entscheiden uns für einen 3D Würfel aus Lärche und eine Pfeffermühle im Holzständer. Beim Gebrannten im Offenverkauf ist nach kurzer Zeit ein 5dl Fläschchen Génépi unser.
Dann spazieren wir zurück, ruhen beim Bus ein wenig aus und gehen dann am Nachmittag zuerst in Richtung Evolène. Dann zweigen wir ab auf einen Höhenweg der uns wieder nach les Haudères bringt.

Der Weg nach Les Haudères

Der Weg führt etwa 30-50 Meter über dem Flüsschen über Wiesen mit unzähligen Heugumpers, Schmetterlingen und Raupen. Dann wieder durch den Wald, schattig, kühl mit gurgelnden Bächlein. Es ist sehr angenehm und ruhig.
In Les Haudères kaufen wir noch ein paar Lebensmittel ein und geniessen den Abend beim Bus.

Camping Molignon von oben

Zwischen Evolène und Les Haudères

Les Haudères mit der Eringer Kuh Arena

Noch mehr Botanik

Viel Botanik, kein Plan

Dent Blanche in Wolken

In der Nacht hat es immer mal wieder geregnet. Bei unserm nächtlichen Ausflug hat es zum Glück grad geschont👍. Auch am Morgen tröpfelt es noch etwas. So verschieben wir unseren geplanten Ausflug an den Lac bleu und gehen es gemütlich an. Erst so gegen 12 Uhr machen wir uns auf den Weg Richtung les Haudères. Wir wollen… Ja was wollen wir? Gute Frage! Dieser Weg ist es wahrscheinlich nicht, aber der andere auch nicht. So stochern wir leicht planlos in der Botanik herum.

Botanik

Aber das Wetter ist gut, wir sehen gewisse Zusammenhänge von Wegen. Am Schluss landen wir dann im schönen Dörfchen mit seinen prächtigen Häusern, gönnen uns bei Denner 2 Magnum almond und geniessen unsern „Garten“.
Unsere Nachbarn haben Besuch und sind grad mit dem Tischgrill fertig. Auch wir werden heute grillieren und morgen sehen wir weiter!

Bec de Bosson

Ruhetag?

Camping in Sicht… Regen setzt ein

Für heute sind die Wetterprognosen nicht sooo gut. Der Morgen beginnt bewölkt mit sonnigen Abschnitten. Auf alle Fälle können wir problemlos draussen zmörgele.
Danach sitzen wir ein wenig vor dem Büsli und entscheiden uns um 11.30 Uhr spontan noch beim Denner in les Haudères einzukaufen. Nach 10 Minuten Fussmarsch sind wir da, der Laden ist recht gut sortiert. Wir kaufen ein paar Dinge ein und spazieren dann dem Borgne entlang zurück.
Kurz vor dem Camping beschleunigt dann ein Donner unsere Schritte und wir schaffen es fast trocken zurück. Dann folgt ein kurzer, heftiger Regenschauer.

Der Borgne


Gegen 14.30 Uhr machen wir uns erneut auf den Weg, diesmal in Richtung Evolène. Wir spazieren hin und wieder zurück. Heute ist es dank der Wolken nicht ganz so heiss wie beim letzten Mal. Aber so kommen an unserem Ruhetag doch wieder gut 10 km zusammen.
Wieder zu Hause setzen wir uns unter die Store zum Bier und hören die Regentropfen fallen.
Es dauert 3-4 Minuten bevor die Sonne wieder scheint.
So wird es wahrscheinlich weiter gehen. Schauen wir mal!

 

Kein Kunstwerk! Funktionelle Wasserversorgung