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Wieder zu Hause – das Fazit

Nach einem 2. Tag in Reykjavik hiess es dann wieder alles zusammen zu packen.
Unser Flug ging am Donnerstagmorgen früh ab Keflavik Airport. Wieder zu Hauses blicken wir kurz auf unsere Ferien zurück:
Island ist ein tolles Land, die Menschen sind sehr umgänglich.
Island hat wunderbare Landschaften. Man trifft immer wieder Neues, Überraschendes.
Island ist vielseitig. Grasflächen wechseln mit Vulkangestein, kalte Wasserfälle mit heissen Quellen. Mal ist es flach, mal hügelig, dann schroff.
Island hat viele Schafe, Pferde, Vögel, Wale…
Island ist teuer. Es fängt bei den Lebensmitteln an, geht über das Benzin zu den Luxusartikeln. Auch das Übernachten hat seinen Preis. Bei manchen Dingen hat man sehr wohl Verständnis für die Preise. Bei andern Dingen eher nicht.
Wir haben Island immer mal wieder mit Hawai`i verglichen. An beiden Destinationen gibt es viele Wasserfälle, Vulkane, grüne Flächen, karge Landschaften. Die Menschen sind freundlich. Beide Destinationen sind nicht billig, wobei inHawai`i die Lebensmittel viel günstiger sind mit Ausnahme von Brot.
Wir haben noch nicht alles gesehen auf Island. Irgendwann werden wir wieder kommen. Aber unsere Sehnsucht gilt eher Hawai`i, DENN

Reykjavik

2018-10-15-Os-Keflavik

Gestern sind wir von Os nach Reykjavik gefahren. Das Wetter war sehr durchmischt (meist mit Regen). Das Hotel liegt in der Nähe des Flughafens, ist ruhig und angenehm.
Heute wollen wir nun die Hauptstadt besuchen. Reykjavik ist die nördlichst gelegene Hauptstadt Europas und hat 120 000 Einwohner. Im ganzen Einzugsgebiet wohnen 200 000 Menschen. Es regnet weiterhin und Besserung scheint nicht in Sicht. Schon bei der Ausfahrt in Richtung Hauptstadt verfahren wir uns.

Harpa

Schliesslich erreichen wir aber die Strasse 41 und kommen zügig voran. Auch die weiteren Abzweigungen schaffen wir problemlos und fahren dann völlig richtig auf der Hringbraut in Richtung Meer, zweigen dann nach rechts ab in die Saebraut und sind nach 10 Minuten bereits wieder ausserhalb des Zentrums. Beim Erotikshop (der hat noch geschlossen) machen wir kurz Halt auf dem Parkplatz und wollen das Navi, welches wir von der Autovermietung erhalten haben, aktivieren. Es ist, wie schon zu Beginn unserer Ferien, ziemlich aussichtslos. Kaum hat es unsere Position gefunden, stellt es sich wieder automatisch ab…Die Karten auf dem Händy sind natürlich keine Offlinekarten (Frauen und Technik)… ABER wozu gibt es die guten alten Papierkarten! Wo ermitteln unsern Standort und legen uns eine Fahrstrategie zurecht und…kommen ans Ziel. Gegenüber von dem Konzert- und Konferenzhaus „Harpa“ können wir parkieren.

Harpa

Die Kathedrale

In der Kathedrale

Orgel

Das Parkticket löst man ganz einfach: Eintippen der Autonummer, sagen wie lange, Einschieben der Kreditkarte, PIN eingeben und gut ist. Drei Stunden kosten Fr. 5.-. Ber Regen ist ziemlich heftig und wir sind schon nach wenigen Metern ziemlich nass. Deswegen gehen wir zuerst in die „Harpa“. Die „Harfe“ wurde von Bankern geplant. Bei der grossen Finanzkrise 2008 stoppte man den Bau und der Rohbau ging danach an den isländischen Staat über. 2011 konnte das Gebäude dann eröffnet werden. Die Fassade hat eine wabenförmige Struktur aus dichroitischem Glas. Bestimmte Wellenbereiche des Lichts werden reflektiert, andere können durch das Glas in den Raum dringen. So ändert sich die Farbe des Gebäudes je nach Tageslicht. Heute ist es eher grau in grau. Im Inneren gibt es Konferenzräume und Konzertsäle sowie Souvenirshops und ein Café. Wir schauen uns ein wenig um, lassen uns trocknen und machen uns dann auf den Weg zur Hallgrimskirche.
Die Kirche gehört der lutherischen Gemeinde und ist das sechstgrösste Gebäude Islands. Die Planung begann im Jahr 1929, der Bau 1945. Der Kirchturm wurde 1974 fertiggestellt und das Kirchenschiff 1986. 60% der Kosten wurden durch Spenden gedeckt. Die Betonpfeiler erinnern an Basaltsäulen und die weisse Farbe an Gletscher. Die Kirche ist im Innern sehr schlicht. Es gibt kaum Schmuck. Die gotisch gehaltenen Elemente finden sich in den Fenstern, an den Wänden. Es ist eine wunderbare Kirche, die eine grosse Ruhe ausstrahlt (wären da nicht die vielen Touristen…). Der Prospekt der grossen Klaisorgel dominiert den hinteren Teil. Der Spieltisch der 4 manualigen Orgel steht im Kirchenraum hinten. Bei Konzerten kann man die Lehnen der Bänke drehen und sieht so die Orgel und ein allfälliges Orchester.

Reykjavik vom Kirchenturm aus

Für 10.- kann man mit dem Lift auf den Turm fahren und geniesst eine tolle Aussicht über die Stadt. Bei schönem Wetter kann man von hier sogar den Vätnajökull sehen (Distanz Luftlinie ca. 280 km). Nun heute ist das definitv nicht der Fall.

Bevor wir wieder zum Auto zurück gehen, kaufen wir uns noch 2 Mützen aus isländischer Wolle und trinken in der Harpa Kaffee und essen Kuchen. Wieder zurück im Hotel legen wir uns auf der Dachterrasse noch ins warme Pool und gehen zum Abendessen, wie gestern, ins nahegelegene Kaffi Duss und essen Fisch.

Eifach sprudle, statt schwer schleppe

Snaefellsnes zum zweiten

Heute schlafen wir etwas länger und machen uns nach 11 Uhr auf eine weitere Umrundung der Halbinsel. Diesmal aber in der anderen Richtung. So fahren wir quer durch die Halbinsel auf der Strasse 56 und fahren dann der Küste entlang in Richtung Westen. Unterwegs halten wir an und fotografieren Islandpferde, fahren dann weiter in Richtung Budir.

Die Kirche von Budir

Dort steht eine der ältesten Holzkirchen Islands und ein Naturschutzgebiet lädt zum Wandern ein. Wie immer wenn wir irgendwo abbiegen, ist plötzlich der Parkplatz voller Leute. Wir scheinen Trends zu setzen :-). Wir diskutieren kurz, ob wir der 54 weiter folgen und auf die andere Seite der Halbinsel wechseln sollen, entscheiden uns dann aber für die längere Variante um die Westspitze herum. Bei Malarrif fahren wir zu einem Visitor Centre und machen dort einen längeren Spaziergang zu einem Leuchtturm und dem Strand entlang. Es ist ein Steinstrand mit schwarzen, runden Steinen aller Grösse und viel Schwemmholz. Bei der Weiterfahrt „erhaschen“ wir sogar einen Blick auf den Snaefellsnesjökull.

Eine Seltenheit: Freie Sicht auf den Gletscher

Das Wetter ist heute nämlich sehr schön. Es hat aber auch viele Wolken und ab und zu trifft uns ein Regenschauer. Das gibt wunderschöne Stimmungsbilder. Wir sehen viele Regenbogen und da die Sonne bereits recht tief am Horizont steht, ergeben sich tolle Schattenbilder. Gegen 16.30 Uhr sind wir wieder zu Hause und geniessen noch das letzte Abendessen in Os.
Os bedeutet übrigens „Flussmündung“.

Ein Islandpferd

Etwas weiter flussaufwärts liegt die Farm Klungurbrekka. Dort lebten die Eltern des berühmten britischen Spions Sir William Samuel Stephenson. Er spionierte für die britische Regierung während des 2. Weltkrieges.

Der Author von James Bond (Ian Fleming) wurde wahrscheinlich durch diesen Spion für seine Figur James Bond inspiriert. Er schrieb einmal: „James Bond ist eine romantisierte Version eines wirklichen Spions und dieser hiess William Stephenson.“. Wir haben hier also an einem geschichtsträchtigen Ort gewohnt. Es gibt ausserdem auch noch in Sehdistanz ein Wrack eines Schiffes.

Das Schiffswrack, von unserem Haus aus.

Um dieses ranken sich selbstverständlich ebenfalls wahre und fantastische Geschichten. Wir haben uns unsere eigene Story auch zusammengestellt…

Der alte Mann und das Meer…

Route 60 – und ein Hauch von Westfjorden

Heute wollen wir ein Stück in Richtung Norden zu den Westfjorden fahren. Die Wetterprognosen sind gut. Die Westfjorde befinden sich im Nordwesten von Island und haben eine Fläche von 9409 km2. Dies entspricht knapp einem Viertel von der Schweiz. Die Gegend ist schwer zugänglich. Viele Fjorde reichen weit ins Landesinnere und verlängern so die Landwege. Zudem sind die Schotterstrassen oft im Winter unpassierbar. Auf der ganzen Fläche wohnen ca. 7300 Menschen (also ca. 2% der isländ. Bevölkerung). Wir fahren zuerst auf der Strasse 54 nach Budadalur, tanken und fahren dann weiter. Zunächst folgt das Svinadalur, eine Verbindung zwischen den Bergen. Beim Gilsfjördur fahren wir dann über eine Art Damm (so kürzen wir den Weg etwas ab) und sind dann bei Kroksfjardanes auf dem Gebiet der Westfjorde. Der Himmel hält sich bedeckt, aber noch ist es trocken. Wir fahren den Thorskafjördur nach hinten, auf der andern Seite nach vorn. Es folgt eine Schotterstrasse über den Hjällahals und das Skalanesfjall mit Steigungen/Gefälle von bis zu 15 %… Beim Kollafjördur beginnt es dann zu regnen und wir beschliessen umzukehren. Grössere Ortschaften gibt es hier nicht. Die Landschaft ist allerdings fantastisch und der Wunsch, diese grossartige Gegend mal besser zu erkunden, wächst. Heute und in diesen Ferien werden wir dies allerdings nicht mehr schaffen. Die Distanzen sind gross und es ist auch nicht die passende Jahreszeit. Auf dem Rückweg begleiten uns immer wieder Regenschauer bei Temperaturen zwischen ¬-1 bis +1 Grad. Stellenweise erscheint uns die Strasse etwas gefroren zu sein. Aber wir fahren vorsichtig und kommen gut vorwärts. Kurz vor dem Verlassen der Westfjorde fahren wir noch 14 km in Richtung Reykholar. Wir möchten gerne Kuchen und das übliche geniessen.

Unsere Rettung: Ein Restaurant!

Wir finden das Lokal 380, Tankstelle, Kramladen und Restaurant in einem. Kuchen gibts zwar nicht, aber heisse Schoggi mit Schlagrahm und Karamellsauce sowie Kaffee mit Milch für 9 Franken (fast geschenkt im Vergleich zu anderen Orten). Der Wirt ist gut gelaunt, er hat Spass an seinem Job. Dann führt uns unser Weg wieder so zurück, wie wir gekommen sind. In Budadalur wird wieder getankt und wir fahren begleitet von Regenschauern und Sonnenschein zu „unserem“ Haus in Os.

Check-In Terminal 1…

Departure Runway 07…

Fast zu Hause…

Snaefellsnes, eine Symphonie in Grün und Ocker

2018-10-12-Snafellsnes

Heute wollen wir die Halbinsel Snaefellsnes erkunden. Die Halbinsel liegt nördlich von Reykjavik und weist eine Fläche von 1468 km2 auf, dies entspricht der Fläche des Kanton Aargaus und hat eine Länge von 107 km. Doch zuerst wollen wir in Stykkisholmur tanken und unser Auto waschen. Vor uns liegen 10 km ungeteerte und 6 km geteerte Strasse. Wir fahren also den Alftafjördur zunächst bis an sein Ende und dann auf der anderen Seite wieder nach vorne. Stykkisholmur ist mit 1200 Einwohnern eine der grössten Gemeinden ausserhalb der Hauptstadtregion. Von hier aus geht eine Fährverbindung zu den Westfjorden. Wir finden eine Tankstelle und auch einen Waschplatz und säubern das Auto. Dann fahren wir weiter in Richtung Westspitze der Halbinsel. Die Insel ist sehr grün hier. Von den Felsen fliessen immer mal wieder grössere und kleinere Wasserfälle. Es erinnert uns sehr an Maui (die Temperatur stimmt einfach nicht ganz). Die Küste auf der Nordseite der Halbinsel ist rau. Wir passieren Grundarfjördur und kommen nach Olafsvik. Dieser kleine Ort hat eine bemerkenswerte Kirche. Sie ist aus Dreiecken konstruiert aber leider geschlossen. Der kleine Hunger plagt uns und wir gehen in die Bäckerei des Ortes und trinken Kaffee (heisse Schoggi) und essen einen wunderbaren Kuchen mit einem dicken Karamellüberzug, sehr lecker und sehr kalorienreich. Die Kuchen hier sind unsern Lebkuchen sehr ähnlich. Sehr luftig und locker und haben dann einfach einen süssen Überzug. So gestärkt fahren wir weiter und biegen ab und zu von der Hauptstrasse ab in Richtung Meer. So kommen wir, fast an der Westspitze, bei Skardsvik, an einen wunderschönen Lavastrand. Die Wellen rollen heran und spritzen an den Felsen hoch; ein eindrückliches Schauspiel. Die Warntafel weist auf die gefährliche Brandung und Strömung hin. Auf der Südseite der Halbinsel treffen wir auf eine ganz andere Landschaft. Zunächst hat es Lavafelder mit Moosbewuchs in allen Grünschattierungen. Wir machen eine kleine Wanderung durch diese Symphonie in Grün. Etwas weiter östlich wird das Land weit und fruchtbar. Man sieht grosse Flächen Wiesenland, immer mal wieder Bauernhöfe, Schafe weiden, Pferde grasen. Dies ist offensichtlich Schwemmland. Wir fahren kilometerweit durch diese Ebene. Die Berge sind links von uns im Hintergrund und auch hier plätschern immer wieder Wasserfälle über die Felsen. An der Westspitze der Halbinsel befindet sich ja der gleichnamige Gletscher. Der Snaefellsjökull (Schneeberggletscher) ist ein 1446 Meter hoher Vulkan. Der letzte Ausbruch war im Jahr 250 n. Chr. Trotzdem muss er zu den aktiven Vulkanen gezählt werden. Berühmt wurde der Vulkan dank Jules Verne. Als Einstieg zur “ Reise zum Mittelpunkt der Erde“ wurde bei den Dreharbeiten des Films der Krater des Snaefellsjökull gewählt. Um diese Jahreszeit sind allerdings die Strassen zum Berg nicht befahrbar.


Schliesslich gelangen wir zur Strasse 56 welche uns wieder in Richtung Stykkisholmur bringt. Auf der Passhöhe machen wir noch einen Fotohalt. Das Wetter hat sich etwas gebessert, die Sonne scheint. Dann holpern wir wieder den Alftafjördur nach hinten und auf der anderen Seite bis zur Abzweigung zu unserem Haus.
Übrigens, dieses Haus wurde 1980 gebaut und zwar in den Westfjorden. Gebaut wurde es von den Angestellten der Coast Guard. 2014 kaufte der jetzige Besitzer es und es wurde rund 120 km auf einem grossen Lastwagen an den heutigen Platz transportiert. Hier wird es noch laufend erweitert, verschönert und liebevoll gepflegt. Wir lieben dieses Haus. Es ist klein aber ganz schön.

Wieder zu Hause…

 

Zu Hause….. abends.

 

Unterwegs

Beim Abfallcontainer nach rechts

Unterwegs auf Schotterstrassen

Heute ist unser letzter Tag in Nollur. Das Wetter ist trüb, ab und zu regnet es. Wir packen alles zusammen, räumen den Kühlschrank leer und fahren kurz nach 10 Uhr weg. Vor uns liegen 379 km. Der Weg über Öxnadalsheidy ist wider Erwarten schnee- und eisfrei und so kommen wir gut vorwärts. Aber das Wetter ist wirklich nicht gut, die Wolken hängen tief und so „fressen“ wir Kilometer um Kilometer von der Landschaft, ohne anzuhalten. Bei der Abzweigung zur Strasse 68 gibts eine Tankstelle mit Restaurant. Da halten wir an und geniessen Kuchen und Kaffee (warme Schoggi). Danach fahren wir auf der 68 quer über einen sanften Hügelzug und kommen kurz vor Budardalur auf die 60 und folgen dann der 54.

Blick vom Haus ins Landesinnere

Die Landschaft ist hügelig, es gibt viele Schafe und Pferde Ab und zu regnet es und die Strasse ist ungeteert. Unser eh schon etwas dreckiges Auto überzieht sich vollständig mit einer braunen Schicht. Da diese Nobelcarosse über keinen Heckscheibenwischer verfügt (muss wohl irgendwann abgefallen sein…) sieht man hinten kaum raus und die Seitenscheiben werden auch immer „undurchsichtiger“. Trotzdem finden wir den Abfallcontainer. Unser Vermieter, Thor, hat uns das nämlich genau beschrieben: 18 km nach der Einmündung der 55 kommt links ein Abfallcontainer, da müsst ihr rechts abbiegen in die „Privatstrasse“.

Der Hauseingang

Dann folgt ein Gatter mit einer Kette. Der Schlüssel hängt im Kästchen, das lässt sich mit einem Code öffnen. Dann fahrt ihr durch und rechts kommt dann euer Haus. Der Hausschlüssel hängt im Kästchen bei der Tür und lässt sich mit einem Code öffnen. Genau so ist es und wir finden alles wunderbar vor. Es ist ein kleines Häuschen fast direkt am Meer mit einer fantastischen Aussicht. Zwar sind wir hier fast am Ende der Welt. Nachbarn gibts keine und die nächste „Stadt“ ist 7 km entfernt. Aber es ist sehr heimelig und wir geniessen es.

Das Haus von der Meerseite her

Buckelwale

Hauganes, „unser“ Schiff

Gestern haben wir noch eine Walbeobachtungstour gebucht für den heutigen Nachmittag. Bei prächtigstem Wetter fahren wir gegen 12 Uhr los in Richtung Akureyri und dann in Richtung Hauganes. Kurz vor 13 Uhr sind wir am Ziel.

Die Fjordküste

Mit uns kommen noch ca. 15 Personen. Als erstes schlüpfen wir in warme Overalls und stapfen dann zum Schiff. Die nette Begleiterin erklärt uns, was für Wale wir sehen können. Viele Wale bleiben das ganze Jahr in Island.

Draussen, vor dem Fjord…. such den Wal!

Andere wieder sind nur während des Sommers hier. Dank der Sonne und des warmen Overalls ist es sehr angenehm. Wir fahren vorbei an der Insel Hrisey bis fast zum Eingang des Fjords. Dann sehen wir die Blase der Wale und schon bald geht ein „ah und oh“ durchs Schiff.

Buckelwal

Es sind Buckelwale welche ganz nah ans Schiff heran kommen. Allerdings schaukelt es erstens sehr stark und zweitens tauchen die Tiere immer dann auf wenn der Fotoapparat grad Pause macht und umgekehrt. Wir machen ein paar Versuche und beschliessen dann, die Wale einfach von Auge anzusehen und das Fotografieren zu lassen.

Insel Hrisey

Etwa 1 Stunde lang können wir so verschiedene Tiere beobachten auch ein Minkwal ist noch dabei. Dazwischen kann man sich mit Kaffee und heisser Schikolade sowie Biskuits stärken. Dann fahren wir wieder durch diese grossartige Kulisse zum Hafen Hauganes zurück. Man kommt auch ins Plaudern mit dem deutschen Polizisten, der mit seiner Frau und dem Sohn während 10 Tagen die ganze Insel umrundet, vorher natürlich viel gelesen hat und ganz genau weiss, wo die warmen Bäder sind die gratis sind und keinesfalls ins teure Bad am Myvatn gehen kann, weil er ja nur einen Beamtenlohn hat und sich doch gerne noch ein Häuschen leisten würde, welches aber wahrscheinlich seine finanziellen Mittel übersteigt. Zudem ist das Einkaufen ja auch so schrecklich teuer, ganz zu schweigen von den Übernachtungspreisen, und für ihn sowieso sehr schwierig, da er nicht alles esse, weil er sich vegan ernähre.

Zurück im Hafen von Hauganes

Ganz artig habe ich ihn darauf aufmerksam gemacht, dass es in Island ein grossartiges Sortiment für Vegetarier und Vegane (Veganier?) gebe. So hat man sich dann am Ende der Fahrt schon gut gekannt und sich für die verbleibende Zeit selbstverständlich alles Gute gewünscht. Morgen fahren wir weiter…

Kurz vor der Aurora… Der Himmel über dem Fjord

Rosa Wolken und Sonnenschein

Unterwegs zum Myvatn

Heute fahren wir nochmals zum Myvatn, um zu baden. Der Eintritt ist zwar teuer, aber es ist wirklich toll. Rosa Wölckchen haben einen schönen Tag angekündigt und die Sonne lässt sich tatsächlich blicken und die Temperatur klettert auf ca 4-5 Grad plus. Eine richtige Hitzewelle und das im Oktober 🙂 . Der Myvatn ist spiegelglatt, keine Welle kann man erkennen. Die Strassen sind grösstenteils frei von Eis und so sind wir kurz nach 12 Uhr beim Bad. Heute hat es etwas mehr Leute, scheint uns. Aber auch für uns hat es ein Plätchen im Wasser. Dank dem Sonnenschein ist es richtig gemütlich. Im Stundentakt werden deutsche Urlauber eines Kreuzfahrtschiffes mit Bussen zum Bad gefahren und ins Bad gespült.

Nahe Myvatn

Der Badmeister fungiert als Verkehrsminister und weist die Leute zu den Umkleidekabinen, hält sie davon ab in die falsche Richtung zu gehen und mahnt diejenigen, die unbedingt in den Strassenschuhen im Badebereich fotografieren wollen, dies nicht zu tun. Im Wasser treffen sich dann alte Bekannte: „Ach kukk mal, die ist auch vom Schiff.“ Man winkt dem Tischnachbarn, dem Mann, der Freundin: „Huhuuuuuu, da! DABINICH!!!!!“ Wir sitzen da und amüsieren uns. Dazwischen gehen wir mal ins Dampfbad, trinken von dem eiskalten Wasser und so gegen 14.30 Uhr ziehen wir uns wieder um. Der Kaffee (Bier) und Kuchen danach darf auch nicht fehlen und wir reihen uns geduldig in die Kassenschlange ein. Die Japanerin kratzt Münzen zusammen und der Herr will mit einem 50 € Schein bezahlen.

Blick auf Akureyri

Die Antwort der Bedienung, dass es isländische Kronen rausgebe quittiert er mit einem „Hä???“ und bei „ten euros“ versteht er 20… Wir haben uns mal wieder köstlich über unsere nördlichen Nachbarn amüsiert (alle uns Nahestehenden aus dieser Region mögen uns dies verzeihen 🙂 ).
Danach fahren wir ganz gemütlich heim und geniessen das Licht, die Berge, die Sonne, den Schnee und das Dasein.
Der Lachs mit Kartoffeln zum Abendessen rundet einen schönen Tag ab.

Um zum Dessert gibt es wieder einmal:

 

Die Umgebung

Fnjoskdalur (wussten wir auch nicht, dass es das gibt…)

Heute fahren wir zuerst zur Polizei nach Akuryri. Die Autovermietung möchte für den Sturmschaden einen Polizeirapport. Wir werden sehr freundlich bedient und in 10 Minuten ist alles erledigt. So fahren wir wieder zurück nach Nollur und beschliessen, die nähere Umgebung ein wenig zu erkunden. Das Wetter ist zwar wenig einladend, aber im Auto bleiben wir ja trocken und die Temperaturen liegen über dem Gefrierpunkt. Zuerst fahren wir bis zur Ringstrasse und dann in Richtung Myvatn. Wir haben vor, durch das schöne Paralleltal wieder zurück zu fahren und noch nach Grenivik zu fahren.

Grenivik

Bei der Baustelle ändern wir kurz entschlossen unsere Pläne und fahren zunächst nach rechts anstelle nach links wie geplant. Wir fahren durchs Fnjoskdalur. Im Tal leuchten die gelbverfärbten Bäume. Das Tal wird von alten Kratern gesäumt auf welchen nun Schnee liegt. Wir fahren eine Weile nach hinten bevor wir wieder umkehren. Die Strasse ist holperig aber gut befahrbar. Wieder zurück auf der 1 nehmen wir bald die Abzweigung durch das Tal welches zurück nach Laufas führt. Das Eis vom letzten Mal ist aufgetaut und alle Löcher kömmen nun zum Vorschein. Wir nehmens genütlich, es gibt ja niemanden den wir stören mit Langsamfahren. Beobachtet werden wir nur von den Schafen. Auf dem Grenivikvegur biegen wir dann nach rechts in Richtung Grenivik ab.

Der Hafen von Grenivik

Diese kleine Gemeinde liegt am Eingang des Fjords. Viel ist nicht los. Man merkt, dass der Winter kommt. Die meisten Touristen sind abgereist und die Einheimischen damit beschäftigt alles winterfest zu machen.

Das Islandpferd…

Zäune werden geflickt, Gartenstühle eingemottet und wahrscheinlich werden in den Küchen feine Eintöpfe vorbereitet, die man dann in den langen Winterabenden geniessen kann. Wir machen noch einen kurzen Abstecher in Richtung Meer.

Hier hat es Pferde und etwa 20 Reiter kommen uns entgegen. Das Islandpferd ist ein kleines, stämmiges Pferd und sehr robust. Dank des kräftigen Körperbaus kann es auch von Erwachsenen geritten werden.

….und im Rudel.

Als Islandpferd annerkannt werden nur reinrassige Tiere, deren Abstammung lückenlos bis nach Island zurückverfolgt werden kann. Wird ein Pferd von Island ausgeführt, darf es nicht mehr auf die Insel zurück. Dies dient hauptsächlich der Vermeidung von Krankheiten.

Nach diesem kleinen Abstecher fahren wir auf dem Grenivikvegur wieder zurück nach Nollur und geniessen Kuchen und eine Tasse Tee.

Fnjoska-Delta

Odins Fussabdruck

Eine Rotdrossel

Das Wetter am Morgen ist freundlich. Dutzende Rotdrosseln umschwärmen unser Haus auf der Suche nach kleinen Mücken. Allerdings hinterlassen sie auch viel Dreck. Sie essen nicht nur Mücken, sondern auch Beeren…
Schon seit ein paar Tagen formieren sich immer wieder Gänse, ziehen lautstark kreischend ihre Kreise im Fjord und lassen sich auf den Feldern nieder wo sie noch Nahrung finden. Wahrscheinlich werden sie in den nächsten Tagen weiter ziehen.

Gänse

Wir beschliessen zu den Asbyrgi cliffs zu fahren, etwa 144 km liegen vor uns. Die Strassenverhältnisse sind gut, leider beginnt es kurz nach der Abzweigung auf die 85 in Richtung Husavik leicht zu regnen. Dennoch ist die Fahrt sehr angenehm. Nach Husavik schlängelt sich die Strasse der Küste entlang. Leider ist es aber so windig und nass, dass der Versuch, ein Foto zu machen, im Keime erstickt wird.

Unterwegs zum Wasserfall

Die Küste ist zunächst auslaufend und wird dann immer steiler bis man schliesslich einen schönen Ausblick auf den Öxarfjördur hat. Am Ende des Fjords gibt es ein riesiges Delta. Schön siehts aus, sogar im Regen. Schliesslich erreichen wir Asbyrgi und fahren in die bizarre Felsformation hinein. Geologisch betrachtet ist diese hufeisenförmige Felsformation durch 3 Gletscherläufe entstanden. Der Fluss Jökulsa a Fjöllum, welcher früher über die Klippen stürzte, hat sich aber einen neuen Lauf ausgesucht und so fliesst nur noch ein kleines Rinnsal über die Felsen.

Der Wasserfall der Elfen

Gut so, denn sonst würden die Elfen, die hier wohnen, allesamt ertrinken. Asbyrgi ist nämlich die Hauptstadt der Elfen und die Felsformationen sind durch den Abdruck von Odins 8 beinigem Pferd Sleipnir entstanden.

Durch den „Wald“

Es gibt hier auch einen Mischwald, für Island sehr untypisch. So werden dieses Cliffs gerne von den Isländern besucht. Wir sehen uns ein wenig um. Jetzt bei Regen wirkt der Ort eher düster und geheimnisvoll. Und wenn man ganz leise ist, hört man die Elfen flüstern…
Mit der Zeit wird es uns aber zu nass und wir fahren zurück ins Besucherzentrum. Asbyrgi Cliff gehören zum Jökulsargljufur Nationalpark. Man kann hier sehr gut wandern. Das Besucherzentrum zeigt eine schöne Ausstellung. Es wird über die Gegend informiert mit Bildern und Gegenständen. Zwei weitere Besucherinnen kommen ins Zentrum, es sind Mutter und Tochter aus Matzendorf (ursprünglich aus dem Baselbiet). Die beiden wollten eigentlich von hier in Richtung Süden auf der 862 zum Dettifoss fahren. Das Dumme ist nur, dass diese Strasse Wintersperre hat.

Unterwegs

Aber das kann man auf road.is nachlesen. Oder könnte man besser gesagt. Nun die beiden haben dies nicht getan und müssen den langen Weg nun wieder zurück fahren ohne den Wasserfall gesehen zu haben. Zudem erscheint uns auch ihr Mietauto nicht tauglich, auf ungeteerten Strassen zu fahren. Wir trinken noch einen Kaffee und machen uns wieder auf den Weg zum Eyjafjördur. In Husavik wird das Auto vollgetankt und wir kaufen noch eingelegten Hering. Das Wetter bessert sich erst beim Godafoss. Aber es ist immer noch bewölkt und so machen wir auch keinen Halt beim Wasserfall sondern fahren direkt nach Nollur.

Herbstfarben…