Archiv | Island 2018 RSS für diesen Bereich

Winter

Dalsminni Tal

Heute Nacht haben wir zwischen 2 und 3 Uhr wieder sehr schöne Polarlichter gesehen. Wir haben sie aber nur von unserm Schlafzimmerfenster aus betrachtet. Die kalten Temperaturen (minus 5 Grad) wirken nicht so einladend auf Pijamapartys und nackte Füsse im Freien.
Der Morgen begrüsst uns mit wunderschönem rosa Licht, der Himmel ist wolkenlos und es ist um die minus 7 Grad. Gegen 10.30 Uhr fahren wir los, wir wollen uns ein paar Sehenswürdigkeiten am Myvatn ansehen. Dazu fahren wir erst ein Stück in Richtung Grenivik. Bei Laufas zweigen wir auf die Strasse 835 ab. Diese führt durch das wunderschöne Dalsminni.

Im Dalsminni Tal

Die Strasse ist ungeteert und teils vereist. Aber wir sind fast die Einzigen die diese Strasse benutzen und können die Fahrt richtig geniessen. Die Strasse führt einem Flüsschen entlang. Dieses führt kleine Eisstückchen mit sich. Ab uns zu sehen wir Schwäne, Gänse und Bauernhöfe. Das Tal ist wunderschön. Nach etwa 30 Minuten Fahrt erreichen wir dann wieder die Ringstrasse 1. Auch hier gibt es längere eisige Abschnitte. Aber es fahren auch hier wenig Autos und bei Sonnenschein gehts sowieso leichter.
Der Winter hat hier sehr früh eingesetzt. Vor ein paar Tagen konnte man lesen, dass die Bauern immer noch mit dem Schafabtrieb beschäftigt seien und in den Bergen soviel Schnee liege, wie normalerweise im November. Gestern haben wir auch vernommen, dass der Sommer in diesem Jahr sehr kalt und sehr regenreich war.

Am Lake Myvatn

Am Myvatn angekommen tanken wir zuerst, gehen in die Information und lassen uns ein paar Sehenswürdigkeiten auf der Karte zeigen. Dann fahren wir los zum Gebiet Hverir. Dieses Gebiet hat viele Thermalquellen, es blubbert in Schlammtöpfen und zischt aus Erdlöchern. Man kann auf den abgesteckten Wegen durchlaufen und den Schwefelgeruch „geniessen“. Das Gebiet gehört zum Krafla-Vulkansystem. Unser nächstes Ziel ist das Hverfjall. Dies ist ein fast kreisrunder Krater der ebenfalls zum Kraflasystem gehört. Der Krater ist vor va. 2500 Jahren durch eine riesige Wasserdampfexplosion entstanden. Der Weg dorthin ist dermassen mit Schlaglöchern durchsetzt, dass wir ungefähr in der Hälfte aufgeben und umkehren.

Hverir Gebiet

Eine Besteigung des Kraters wäre bei diesen Temperaturen und dem Eis eh eine Herausforderung gewesen. Also fahren wir weiter nach Dimmuborgir (dunkle Stätte oder dunkle Berge). Dies ist ein Lavafeld und die bizzar geformten Lavaformationen erinnern an Ruinen von Burgen und Türmen und wird als Unterkunftsort von Elfen und Trollen gesehen. Man sagt auch, dass hier die 13 Weihnachtstrolle (Yule Lads) wohnen.

Dampf und Schwefel

Wir schauen uns ein wenig um, weichen den Chinesen aus und stärken uns im Café mit Kuchen und Capuccino (35.-). Dieses Lavafeld diente auch als Kulisse für „Game of Thrones“. Gestärkt und zufrieden machen wir uns wieder auf den Heimweg, diesmal alles über die Ringstrasse 1. Und obwohl wir diese Strecke schon ein paar Mal gefahren sind, sehen wir immer wieder neue Dinge. Der Himmel hat sich in der Zwischenzeit wieder bedeckt und in Nollur angekommen, empfängt uns ein zügiger Wind.

Dimmuborgir: Game of Thrones

Von Stürmen und Elfen

Lichtblicke

Gestern (4.10.) hat es den ganzen Tag gestürmt und geregnet. Der Wetterdienst hat sogar eine Reisewarnung herausgegeben. Man soll Reisen wenn möglich vermeiden. Es gab Winde hier in der Gegend bis 125 km/h. Schon kurz nach unserer Heimkehr vom Bad (3.10.) hat der Wind stetig zugenommen. In der Nacht klapperten die Lüftungsschlitze in den Fenstern und die Schafe auf der Weide nebenan blöckten. Und so gings den ganzen Tag weiter. Wir schliefen lang und machten es uns gemütlich.
Wie ihr ja sicher wisst, gibt es in Island viele Trolle und Elfen und fragt man in der Bevölkerung nach, so glauben über 50% an Elfen und Trolle und 90% halten ihre Existenz zumindest für möglich. Es gibt viele Geschichten über merkwürdige Geschehnisse. So überlegt sich das Strassenbauamt in Island immer sehr gut wo eine neue Strasse durchführen soll. Zu sehr beschäftigen zahlreiche Erinnerungen an Sprengungen an Orten wo danach Unerklärliches geschah.So hörten Hühner auf einer Farm plötzlich auf, Eier zu legen, nachdem man einen grossen Felsbrocken nahe der Farm für den Strassenbau wegsprengen wollte. Der Bauer musste die Farm aufgeben. Der neue Besitzer verwarf mit dem Bauministerium die Pläne, den Stein zu sprengen und die Hühner legten wieder Eier. Dieser Stein ist heute als Elfenhaus geschützt. Elfen haben in Island lange, dünne Beine, grosse Ohren und wuschelige Haare. In Reykjavik gibt es eine Elfenschule wo alle Unterarten und Unterschiede erlernt werden können. Es gibt eine isländische Elfenbeauftrage und man kann eine Karte der „verborgenen Welt“ kaufen. Alles Chabis, werdet ihr jetzt sagen. Doch hört unsere Geschichte und urteilt selbst.

Mitten in der Nacht versammeln sich im Eyjafjördur viele kleine Gestalten.

Am Morgen nach dem Sturm…

Sie schlüpfen hervor aus ihren Höhlen, lachen miteinander und tanzen. Es windet stark, das lieben diese kleinen Wichte. Ihr Fest wird immer lauter und übermütiger bis jemand auf die Idee kommt, einen Wettbewerb zu veranstalten. „Warum machen wir nicht ein Wettrennen zwischen den Häusern auf der Nollurfarm?“ Alle sind begeistert, der Parcour wird ausgesteckt und los gehts. Alsbald flitzen alle um die Ecken, keuchen den Hang hinauf und rutschen übermütig auf dem Hosenboden die Strasse runter. Auch der kleine Eyjatroll ist dabei. Aber er hat keine Chance, er ist noch so klein, die andern sind schon längst in der letzten Runde und kurz vor dem Ziel. Da sieht er vor sich eine schöne Holzpalette liegen. Juhuh, wenn ich mich auf diese setze, dann komme ich viel schneller vorwärts als die andern und kann doch noch gewinnen.

Kirche von Akureyri

Gesagt, getan. So flitzt Eyja auf dem Holzstück davon und überholt fast alle. Schon in Siegeslaune übersieht er jedoch in letzter Minute den grossen Stein, die Palette fliegt durch die Luft und wird vom Wind mitgerissen und landet in der Seitentür eines Jeep Grand Cherokee Laredo. RUMMS!!! Au weia, das war blöd, dumm gelaufen. Schnell verstecken sich alle Elfen mit Eyja wieder in ihren Erdhäusern. Nun warten wir auf eine Elfe, die für eine gute Lösung sorgt und wir sind überzeugt, sie wird kommen.

Heute nun haben sich die Winde gelegt. Es hat etwas Schnee und es ist kalt. Gegen Mittag fahren wir in Richtung Akureyri. Erst kaufen wir einige Lebensmittel ein, schlendern ein wenig durch die Geschäfte. Dann fahren wir zur Kirche von Akureyri. Die Kirche wurde 1940 erbaut und gehört der Lutheranischen

Im Inneren der Kirche

Kirche. Sie besitzt eine Orgel mit 3200 Pfeifen. Im Kirchenraum hängt auch ein Modell eines Schiffes. Dies ist eine alte nordische Tradition, dass man auch an diejenigen denkt, welche mit einem Schiff unterwegs sind. Danach fahren wir noch durch einige Strassen der Stadt und wenden uns dann südwärts. Unser Ziel ist das Kaffi Ku.

Fenster in der Kirche

Dieser Bauernbetrieb ist einzigartig, wahrscheinlich einzigartig auf der ganzen Welt und meiner Meinung nach sehr zur Nachahmung empfohlen. 2007 wurde der Hof für 1.7 Mio. Franken komplett umgebaut und es gibt sehr viele Roboter im Stall. Sind die Kühe nicht draussen können sie im Stall frei herumlaufen. Keine Kuh hat einen festen Ruheplatz. Abgetrennt sind nur die Kälber und die Jungtiere bis 2 Jahre. Zum Füttern fährt alle 3 Stunden ein Automat selbständig zwischen den Reihen, ein neuer Futterroboter soll demnächst bereit sein welcher jede Stunde durchfährt. So kann die Kuh immer wieder kleinere Portionen essen und verdauen. Wenn die Kuh merkt, dass es Zeit zum melken ist, geht sie selbständig zum Melkroboter.

Blick auf Akureyri, von der Kirche aus

Dort wird ihr Euter gewaschen, desinfiziert und sie wird gemolken. Die Kühe tun dies ca. 4 mal pro Tag. Ein Putzroboter fährt zudem zwischen den Liege- und Futterplätzen unermüdlich hin und her. Der Stall wirkt sehr sauber. Und schliesslich gibts für das Wohlbefinden auch die Kratzmaschine. Dort bilden sich manchmal regelrechte Schlangen davor. Die Kühe geben so etwa 30% mehr Milch und die Kosten für den Veterinär haben sich drastisch gesenkt. Antibiotika werden keine eingesetzt. Sehr beeindruckend. Zum Bauernhof gehört auch ein kleines Kaffee wo man Gulaschsuppre, Hamburger oder verschiedene belegte Brote, sowie hausgemachte Kuchen essen kann. Wir nehmen den Hamburger und trinekn Milch dazu. Es ist sehr lecker. Wir kaufen auch noch ein Stück Rindsfleisch und fahren dann gutgelaunt wieder nach Hause. Das Kaffi Ku ist ein sehr innovativer Familienbetrieb und die Leute dort sind kompetent und sehr freundlich.

Einen kurzen Artikel über diesen Betrieb findet man hier: https://www.weforum.org/agenda/2018/09/cows-are-happier-setting-their-own-schedules-too

Luft 2 Grad, Wasser 36-41 Grad

Heute fahren wir zum Myvatn und besuchen dort das Naturbad. Das Wetter ist nicht schlecht, allerdings sind für den Nachmittag Regenschauer angesagt. Wir fahren alles auf der Ringstrasse 1 in Richtung Egilstadir. Nach gut 75 Minuten sind wir dort. Das Wasser kommt dort direkt aus dem Boden mit 130 Grad und fliesst in ein Becken. Von dort wird es gemischt weitergeleitet in die Lagune welche 3.5 Millionen Liter Wasser fasst. Durchmischt ergibt sich so eine angenehme Temperatur von 36-41 Grad. Der Boden der künstlichen Lagune ist mit Sand und Kies ausgelegt. Das Wasser selbst enthält sehr viele Mineralien und Schwefel. Empfindliche Nasen rümpfen sich und Messing- sowie Silberschmuck sollte man vorher ablegen. Bei unserer Ankunft hat es erfreulich wenig Leute. Der Eintritt ist 42.- Franken pro Person. Selbstverständlich könnte man auch Badeanzug, Tücher und Bademäntel mieten. Wir haben alles dabei. Zunächst muss man sich gründlich waschen, dann kommt der kurze Abschnitt durch die kühle Luft und schon bald ist man in dem warmen Wasser. Es ist herrlich, nicht zu warm, richtig angenehm. Mit uns baden Chinesen, Japaner, Russen, Amerikaner, Deutsche, Schweizer, Spanier, Franzosen und Leute aus Singapur. Manche schlottern und kreischen wenn sie aus der Garderobe raus kommen. Andere, wie wir, bleiben wenigstens ruhig (schlottern allerdings auch). Eine Grossmutter from the United States of America ruft ihren Lieben zu, dass dies eine Zumutung sei und „she them will killen“. Die Gruppe aus Singapur macht eines ihrer Mitglieder darauf aufmerksam, dass sie noch einen Ring trägt und diesen zur Garderobe bringen soll. Da der Dame aber das Rausgehen zu mühsam und vorallem zu kalt ist, darf ihr Ehemann dies tun. Weil wir das mitbekommen und herzlich lachen müssen, kommen wir ganz nett ins Gespräch mit Ihnen. Ein nettes Gespräch entwickelt sich auch zwischen 2 jungen Ladies aus Üttige (Itingen, Baselland) und uns. Wir reden über Gott und die Welt und übers Reisen insbesondere. Die zwei sind 10 Tage unterwegs und wir hoffen, dass sie noch viele gute Erlebnisse haben werden. Nach ca. 2 Stunden gehen wir noch kurz ins Dampfbad, duschen, helfen einer Frau aus Deutschland, welche Kreislaufprobleme hat indem wir ihr Eiswasser nachschenken und verköstigen uns dann noch im Restaurant mit Kuchen und Kaffee (Bier).
Der angekündigte Regen hat in der Zwischenzeit eingesetzt. Trotzdem umrunden wir noch den Myvatn, bevor wir dann wieder auf der 1 in Richtung Akureyri fahren. Auf der Passhöhe durchmischt sich der Regen etwas mit Schnee, aber die Strasse bleibt eisfrei und wir erreichen unser momentanes Daheim sicher. Zum Znacht machen wir uns ganz schweizerisch Chäs mit Härdöpfel.

Dem Eyjafjördur entlang

2018-10-02-Nollur-Siglufjördur

Hafen von Hjalteyri. Links von den Fahnen die Häuser von Nollur

Heute wollen wir mal „unsern“ Fjord von der anderen Seite aus erkunden. Also zu uns rüber schauen :-). Dazu fahren wir nach Akureyri, durch die Stadt durch und zweigen dann von der Strasse 1 auf die Strasse 82 ab. Die Strasse ist wenig befahren, das Wetter passabel. Ab und zu machen wir einen Abstecher an die Küste, so in Hjalteyri. Diese kleine Siedlung liegt direkt gegenüber von Nollur. Vor ca. 100 Jahren wurde hier eine Fischfabrik gebaut. Dann blieben um 1960 plötzlich die Heringschwärme der Bucht fern und die Fabrik musste schliessen. Heute steht sie weitgehend leer und wird für Ausstellungen genutzt. Ebenso ging es in Hauganes unserer nächsten Station. Dieses Dorf ist etwas grösser und sieht noch sehr bewohnt aus. Es gibt auch ein Restaurant hier.

Hjalteyri

Dalvik, ein weiteres Fischerdorf, liegt gegenüber der kleinen Insel Hrisey. Man kann mit einer Fähre hinüberfahren. Eine Fährverbindung besteht ebenfalls nach Grimsey, diese zu Island gehörende Insel liegt direkt auf dem Polarkreis. Wir fahren weiter zu unserm eigentlichen Zwischenziel, nach Siglufjördur (Segelfjord). Diese Siedlung war lange Zeit sehr schwer erreichbar und so hat man hier einige Tunnels gebaut. Der erste ist 3km lang und ein „Einbreid göng“.

An der Nordküste

Das heisst, der westwärtsfahrende, in dem Fall ich, hat so alle 200 Meter eine Ausweichstelle. Ansonsten ist der Tunnel einspurig. Da er bolzengerade durch den Berg führt, sieht man das entgegenkommende Fahrzeug gut. Schwierig ist nur die Einschätzung wie weit es noch entfernt ist. Aber es klappt wunderbar. Die beiden nächsten Tunnels sind dann zweispurig mit einer Länge von 10 bzw. 4 km. In Siglufjördur angekommen, wollen wir das Heringsmuseum besuchen.

Schafe…

Es ist eine Anlage mit mehreren Häusern, wo der Fang und die Verarbeitung der Fische in den Originalanlagen gezeigt wird. Die Türen sind allerdings verschlossen, aber wir sehen, dass im Herbst das Museum erst um 13 Uhr öffnet. So warten wir die paar Minuten. Unterdessen kommt eine nette Frau und fragt, ob wir zu einer Gruppe gehören. Nein, wir wollen das Museum besichtigen. Ja das sei geschlossen, bekommen wir als Antwort. Es sei Oktober und Oktober sei Winter. Jä nu…In der Touristeninfo nehmen wir noch ein paar Prospekte mit und beschliessen, weiter zu fahren und diese „Halbinsel“ zu umrunden. Noch einmal gibts einen einbreid göng, aber wir sind ja schon geübt und es kommt keiner entgegen. Hier im Norden ist die Landschaft rau. Es sind auch die Felsen der Papageientaucher, diese fliegen jedoch im August/September in wärmere Gegenden. Es beginnt leicht zu regnen. Wir treffen auf eine Schaffkoppel wo viele Tiere zusammengetrieben wurden.

Nordküste

Es wird in allen Tonlagen und Längen geblöckt. Dann fahren wir an der Westküste wieder südwärts. Es ist Landwirtschaftsgebiet mit grossen Höfen, vielen Schafen und Pferden. Ab Saudarkrokur folgen wir dem Fluss Heradsvötn. Wunderschöne Mäander macht er und das auf einer Länge von fast 40 km. Leider gibt es keine Möglichkeit anzuhalten und zudem regnet es immer mal wieder. Schliesslich kommen wir wieder auf den Hringvegur 1 und fahren über das Öxnadalsheidy wieder in Richtung Akureyri.

Öxnadalsheidy

Der Regen hört auf und der Himmel wird blau und die Sonne scheint. Welche Freude! Ein Teil dieses Gebietes ist unter Naturschutz. Die Bevölkerung wehrt sich (hoffentlich erfolgreich) gegen den Bau einer Hochspannungsleitung. Sie wollen ein unterirdisches Kabel, das die Landschaft nicht so verschandeln würde. In Nollur angekommen, können wir die Sonne auch hier noch geniessen.

Öxnadalsheidy

Wenns dunkel wird im Norden

Gleich geht es richtig los…

Heute Abend könnte es sein…Die Prognosen sind nicht schlecht…Gegen 21 Uhr solls losgehen…Hat es Wolken? Sieht man die Sterne?
Wir bereiten uns vor: Stativ aufstellen, Kamera auf Langzeitbelichtung vorbereiten.

Ja… jetzt!

Und dann gegen 21.20 Uhr gehts los. Direkt vom Garten aus können wir die Polarlichter fotografieren. Es ist wunderschön.

Volle Pracht

 

Dann gegen 22 Uhr kommen die Wolken und wir sind zufrieden, dass wir sie gesehen haben und dankbar, dass es in der Stube wärmer ist als draussen.

Leider gleich vorbei…

Infolge Schlechtwetter…

Wohnen wir heute „nur“:

Sonnenutergang im Eyjafjördur

Vor „unserem“ Haus

Husavik

Eyafjördur

So hudelig das Wetter gestern war, so schön präsentiert es sich heute. Den Wecker haben wir nicht gestellt, die Prognosen waren zu unsicher. Gegen 2 Uhr waren wir dann mal wach, sahen die Bewölkung und wussten, dass wir richtig entschieden hatten.
In der Nacht hatte es offensichtlich geschneit, die Berge gegenüber sind weisser als gestern und der Schnee reicht etwas weiter nach unten. Und es ist kalt, das Auto wieder einmal zugefroren. Im Fjord schwimmt etwas weiter hinten ein kleiner Eisberg. Wo der wohl herkommt?
Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir los in Richtung Husavik. Für dieses Ziel müssen wir zunächst die Ringstrasse in Richtung Norden über einen kleinen Pass fahren. Zum Teil ist die Strasse eisig. Die Fahrerin vor uns fährt seeeehr vorsichtig und langsam. Und wir überholen auch seeehr vorsichtig aber weniger langsam…
Bald kommt die Abzweigung der Strasse 85. Vielleicht mögt ihr euch erinnern, auf dieser Strasse sind wir schon im Osten der Insel gefahren zum Vopnafjördur. Der 85 er führt ab hier der ganzen Nordküste entlang in Richtung Osten. Wir fahren durch alte Lavafelder immer irgendwelche schneebedeckte Hügel im Blick. Nach rund einer Stunde sind wir dann am Ziel.

Hafen von Husavik

Husavik hat etwa 2200 Einwohner. Hier übernachtete der erste Wikinger, der sich nachgewiesen einige Zeit auf der Insel aufhielt. Husavik hat sich zu DEM Ort für Walbeobachtungen im Norden entwickelt. So sieht man überall kleine Büros, wo man seine Tickets kaufen kann. Mit dem Segelboot, mit dem Zodiak…alles ist möglich. Wir sind heute allerdings nicht darauf vorbereitet und es gibt bei uns im Fjord ebenfalls Möglichkeiten. Wir schauen dem bunten Treiben ein wenig zu und fragen uns, wies hier wohl im Sommer aussieht wenn wirklich viele Leute hier sind. Zwar scheint die Sonne, aber so richtig warm wird uns dabei auch nicht. So beschliessen, wir das Walmuseum zu besuchen. Der Eintritt kostet 19 Franken pro Person, die Ausstellung ist klein aber fein. Es gibt einige Skelette von Walen zu sehen. Das grösste, ein Blauwal, misst 25 Meter. Das Tier wurde vor einigen Jahren an den Strand gespült und dann für das Museum präpariert. Sehr eindrücklich! Wir lernen, dass Buckelwale mit Luftblasen jagen, wobei dann jedes Tier seine ganz bestimmt Aufgabe hat und sie miteinander kommunizieren. Das machen aber nur Buckelwale in Alaska.

Die Riesenalke

Eine Vitrine zeigt 2 Riesenalke. Diese Vögel waren in Island bis 1844 beheimatet. Sie waren flugunfähig und wurden 85 cm gross. So waren sie beliebte Fleischlieferanten für die Bevölkerung. 1844 kam das letzte Paar ins Museum. Papageientaucher sind mit ihnen verwandt.
Nach dem Rundgang und einem Kaffee, der war im Preis inbegriffen, schauen wir uns noch ein wenig im Shop um. Es gibt nette Sachen. Zum Beispiel kann man einen gehäkelten Wal kaufen. Ca. 25 cm gross, Materialkosten, gut gerechnet 7.-, Arbeitsaufwand 1 Stunde (so lange brauch ich in etwa), Kosten Fr. 50.-. Das finde ich eine Frechheit ehrlich gesagt. Andere Dinge sind ihren Preis durchaus wert, aber eben immer noch sehr teuer.

Husavik

Wir verlassen das Museum und beschliessen noch zum Godafoss zu fahren. Dazu fahren wir auf einem andern Weg zurück. Bevor wir abfahren hören wir Sirenen und mehrere Rettungsfahrzeuge, zum Teil mit Booten, fahren mit Sirenen an uns vorbei. Was ist wohl passiert? Wir sehen von der Strasse aus nichts. Unterwegs werden wir von zwei weiteren Blaulichtfahrzeugen überholt.

Ljosavatn

Nach etwa einer Stunde kommen wir beim Godafoss an und sehen dort schon von weitem die Rettungsfahrzeuge stehen. Die Parkplätze sind gesperrt, wir fahren weiter und hoffen, dass nichts allzu Schlimmes passiert ist. Auf einem Parkplatz am Ljosavatn halten wir an und machen ein paar Fotos von der herbstlichen Landschaft. Der Rückweg über den Pass stellt uns vor keine grösseren Probleme.

Nochmals Ljosavatn

Ein Rettungswagen fährt mit Blaulicht vorbei, wahrscheinlich ins Spital von Akureyri. Wir tanken wieder einmal und machen eine lustige Entdeckung: Schon öfters haben wir uns über die sattgrünen Flächen inmitten von buschiger Graslandschaft gewundert. Heute haben wir gesehen, wie die offensichtlich gemacht werden: Mit Rollrasen!
Na wenn sonst nichts wächst, muss man sich eben zu helfen wissen.

Hafen von Husavik

Bucht von Husavik

Kurzausflug nach Akureyri, einer Stadt mit Herz

Ampel in Akureyri

Das Wetter heute ist nicht grad umwefend. Mal abgesehen vom Wind, der könnte schon jemanden umwerfen. Für 10 Uhr hat sich Reto, ein Fotograf aus der Schweiz, angemeldet. Er soll im Auftrag des Besitzers Fotos der Häuser für eine neue Homepage machen. So haben wir alles schön aufgeräumt und lassen ihn machen. Gegen 12 Uhr ist er dann fertig und wir machen uns auf den Weg nach Akureyri. Diese Stadt mit rund 19 000 Einwohnern liegt rund 21 km von Nollur entfernt.

Hafen von Akureyri

Zuerst gehen wir ins Einkaufszenter mit verschiedenen Läden, sehen uns ein wenig um und kaufen dann Lebensmittel ein. Es ist unglaublich, aber es kostet 120.- Fr. Gut es hat Fleisch und Fisch dabei, aber sonst nur was man so braucht. Es ist hier unglaublich teuer. Wir bringen die Einkäufe ins Auto und sehen uns ein wenig beim Hafen um.

Die Kirche

Beim Infozenter steigen wir aus. Ein eisiger Wind bläst. Die Lufttemperatur liegt bei plus 1 Grad. Der Wind kommt direkt aus der Arktis, so scheint es. Wir decken uns mit weiteren Prospekten ein, steigen dann ins Auto und fahren auf der Strasse 821 ein wenig in Richtung Süden. Leider sind die Berge mit Wolken verhüllt, aber das Tal ist breit und sehr schön. Dann wechseln wir die Talseite und fahren auf der 829 wieder in Richtung Akureyri. Wir suchen das Kaffi Ku, ein Landwirtschaftsbetrieb wo alles vollautomatisiert ist und man beim Kaffeetrinken den Kühen zuschauen kann. Wir finden das Hinweisschild, beschliessen aber weiter zu fahren und ein ander Mal hinzugehen. Erstens ist es schon halb vier und zweitens beginnt es zu stürmen und zu regnen.

Im Tal von Eyjafjardarsveit

Die Heimfahrt ist etwas mühsam, der Wind bläst recht heftig und es regnet bei plus 1 Grad. Aber wir kommen heil an und werden wieder das warme Pool geniessen. Wahrscheinlich stellen wir den Wecker, gegen 1 Uhr sollte es hier keine Wolken haben und die Auroraaktivität soll bei 3 (von 9) liegen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer, wer weiss, vielleicht. Ihr werdet es morgen erfahren.

Blick ins Tal

Wir wohnen heute…

Mit tollem Ausblick:

Panorama von „unserem“ Haus aus

Abendstimmung in Nollur

Weiter nach Nollur

2018-09-27-Egilsstadir-Nollur

Heute packen wir unsere Sachen im Vid Bot zusammen und machen uns auf den Weg nach Norden. Das Wetter zeigt sich einmal mehr von seiner prächtigen Seite. Gegen 10 Uhr fahren wir los. Gemäss Strassenzustand sollen einige Strassenabschnitte schneebedeckt oder etwas eisig sein.

Unterwegs bei Egilstadir

Bis zur Abzweigung 85 in Richtung Vopnafjördur kennen wir die Strecke schon, ab dann ist`s Neuland. Tatsächlich gibt es einige Strassenabschnitte mit etwas Schneematsch, aber man kann bequem fahren. Die Landschaft ist verschneit, verzuckert, verzaubert. Eigentlich wollen wir bei einem Parkplatz anhalten um zu fotografieren.

Die Passstrasse

Aber da hat es einen kleinen Unfall, wahrscheinlich wegen des Schnees, gegeben und ein Kleinwagen steht so in der Einfahrt, dass an ein Durchkommen nicht zu denken ist. Aber es gab „nur“ Blechschaden.

Auch Passstrasse…

Immer wieder tauchen neue Hügel auf, andere verschwinden. Dann gibt es Abschnitte mit kaum Schnee.
Wir merken, dass wir viel schneller vorwärts kommen als geplant. Ins Haus können wir erst ab 15 Uhr. Da kommt die Abzweigung zum Dettifoss grad recht! 24 km hin, kukken, 24 km zurück macht etwa eine Stunde. Gesagt, getan. Wir fahren zum Wasserfall. Der Parkplatz ist mal wieder voll und ein Bus steht auch noch dort. Und die Toitoi Häuschen sind auch voll…
Jä nu, wenns sein muss, dann muss es eben sein 🙂

Am Dettifoss

Der Weg zum Wasserfall führt durch Lavafelder und ist ziemlich matschig. Die meisten Leute kommen uns entgegen und so ist es beim Wasserfall einigermassen ruhig. Der Fall ist mächtig und gut zugänglich und nur 600 Meter davon entfernt gibts noch den Selfoss. Für ganz Mutige kann man noch auf einer Slackline die Schlucht vor dem Dettifoss in ca. 60 Metern Höhe überqueren. Wir bleiben dort wo wir uns sicher fühlen, nämlich am Boden.

Slackline über Dettifoss

Danach spazieren wir noch in Richtung Selfoss, bevor wir wieder zum Auto zurück kehren. Von unserm künftigen Domizil liegen die beiden Wasserfälle rund 2-2.5 Stunden entfernt. Wir können also nochmals zurück kehren.
Die Strasse windet sich mal den Berg hoch, mal ins Tal hinab und schliesslich sehen wir das Gebiet des Myvatn. dieser See liegt im Bereich des Krafla-Vulkansystems. In seiner Umgebung gibt es heisse Quellen und blubbernde Schlammtöpfe.

Oben am Dettifoss

Der See bedeckt eine Fläche von 37 km2, was der Grösse des Zürichsees entspricht. Wir tanken und waschen unser Auto. Hier in Island stehen den Autofahrern bei jeder Tankstelle GRATIS Schlauch und Bürste zur Verfügung. Im Infocenter versorgen wir uns noch mit ein paar Broschüren. Von unterwegs rufen wir Anne an und melden unsere Ankunft. Unser Haus sei bereit und offen. So erreichen wir kurz vor 16 Uhr Nollur, sind begeistert und beschliessen, dass wir gut gewählt haben.

 

Hier noch drei Panoramas und Eindrücke vom Hochland:

Zwischen Dettifoss und Selfoss

Selfoss

Lake Myvatn