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Kiruna und die Weiterfahrt

Am Abend so gegen 18 Uhr hat sich das Wetter dann tatsächlich gebessert. Zeitweise schien sogar die Sonne.

Wir haben uns im Restaurant wieder gut verköstigt und weil das Internet ja immer noch in Panne war, sind wir dann auch recht früh schlafen gegangen.

2015-07-31 Kiruna nach Nikkaluokta

2015-07-31 Kiruna nach Nikkaluokta

Der Freitag präsentierte sich von seiner guten Seite. Wir wollten „alte Erinnerungen“ auffrischen und fuhren nach Nikkaluokta. Diese Siedlung, ca. 70 km von Kiruna entfernt, ist alljährlich der Ausgangspunkt des Fjällravenclassic. Dieser „Lauf“ zieht Tausende an, ist streng reglementiert, endet in Abisko und hinterlässt wahrscheinlich mehr Spuren in der unberührten Natur als eine Horde hungriger Wildschweine. Wir haben dies einmal erlebt und waren entsetzt.

Bei unserer Ankunft warteten ca. 70 Personen auf den Bus und als der Bus endlich kam, entstiegen ihm etwa 50 Personen. Alle, die Abreisenden und die Ankommenden, waren mit Rucksäcken, welche schätzungsweise 30 kg wogen, beladen. Zahlreiche verrostete Büchsen auf dem Gelände der Fjällstation verrieten uns, wovon sich die Leute ernähren und wie das Gewicht der Rucksäcke zu Stande kommt.

Wir sassen eine Weile da und haben dem regen Treiben amüsiert zugeschaut.

Dann sind wir zur kleinen Kirche hochgegangen und haben unterwegs ein paar Pilze gesammelt.

Nach dem Genuss einer Glacè haben wir dann wieder den Heimweg angetreten, unterwegs noch eingekauft, zu Abend gegessen und gehofft, dass die feiernden Nachbarn dann irgendwann mal müde werden.

2015-08-01-Kiruna bis Gällivare

2015-08-01-Kiruna bis Gällivare

In der Nacht fielen dann bereits wieder die ersten Regentropfen. Schlimm war es nicht und die Abreise gegen 11.15 Uhr fand dann schon fast bei Sonnenschein statt. Der Weg nach Gällivare war kurz, wir mussten allerdings wieder die lange Baustelle passieren. Unterwegs setzte wieder Regen ein.

Auf dem Stadtcamping in Gällivare fanden wir einen netten Stellplatz und marschierten noch in die Innenstadt. Leider waren um 16 Uhr bereits alle Läden geschlossen. Wir suchten und fanden die Touristinformation, sammelten einige Broschüren und besuchten eine Ausstellung über Laponia. Diese hat uns sehr gefallen. Man stelle sich vor: Eine tolle Informationsstelle mit einer wirklich guten Auswahl von verschiedenen Informationsbroschüren, freiem WiFi, Gratistoiletten, einem kleinen Shop und einer Gratis- Ausstellung, welche so manche Ausstellung in den Schatten stellt. Zufrieden sind wir dem Fluss entlang zum Campinplatz gewandert und haben den Abend mit einem guten, selbstgekochten Abendessen beschlossen.

Auf der Suche nach der Sonne

2015-07-29-Inari bis Karesuando

2015-07-29-Inari bis Karesuando

Die Reise nach Karesuando verlief fast störungsfrei. Nur einmal mussten wir wegen 2 Rentieren etwas scharf abbremsen. Das kleine Rentier wollte unvermittelt über die Strasse als wir angefahren kamen. Das Muttertier hat sich schützend zwischen uns und ihr Kind gebracht. Aber alles ist gut gegangen, alle kamen mit dem Schrecken davon. Das Wetter war sehr bescheiden, es regnete fast ununterbrochen. Die Strassen waren leer, ein Teil der Strecke ungeteert und entsprechend sah dann auch der Bus aus. Auf einem Parkplatz in Finnland haben wir noch Kaffee und Donats genossen und für das Abendessen ein Stück geräuchten Lachs gekauft.

Ralley Paris-Dakkar? Nein! Hauptstrasse von Inari nach Karresuando

Ralley Paris-Dakkar? Nein! Hauptstrasse von Inari nach Karresuando

Karesuando liegt kurz nach der Brücke über den Mounioälv, welcher die Grenze zwischen Finnland und Schweden bildet. Es ist ein kleines Dorf mit 300 Einwohnern, einer Kirche, einem Fischerladen und einem Lebensmittelladen. Wir haben uns noch das Wichtigste gekauft und sind dann zum Campingplatz gefahren. Dieser war einfach, aber sauber und wir wurden herzlich empfangen. Gegen Abend hörte es dann auf zu regnen, dafür kamen die Mücken. Richtig aggressive, bissige Biester waren das. Die ganze Nacht über hat es dann zum Teil stark geregnet und am Morgen stand das Wasser auf den Wegen und auf der Wiese. Aber: der Bus war wieder weitgehend sauber!

Jä nu, was soll man da machen?

Abfahren!

2015-07-30 Karesuando bis Kiruna

2015-07-30 Karesuando bis Kiruna

Wir fuhren Richtung Kiruna, weil wir auf dem Wetterradar gesehen hatten, dass es dort etwas besser sein soll. Auf dem Weg passierten wir eine längere Baustelle. Die Autofahrer müssen sich die neuen Strassen jeweils so richtig „verdienen“. Zuerst müssen sie die hingeschütteten Steine und die Erde so richtig festfahren. Wenn dann der Untergrund richtig verdichtet und stabil ist, wird der Belag aufgetragen und die Strasse präsentiert sich sauber geteert und ohne Schlaglöcher.

Kurz vor Kiruna bogen wir noch in Richtung Jukkasjärvi ab, wo im Winter das Eishotel steht. Fährt man die Strasse weiter, kommt man nach ca. 12 km zum europäischen Satelliten – Center ESA. Früher wurden Führungen angeboten, doch dieser Dienst wurde leider eingestellt. Schade – das wäre bei dem Wetter der richtige Zeitvertreib gewesen.

In Kiruna angekommen, haben wir unsern Bus aufgetankt und einen Platz auf dem Camping bezogen und für den Abend einen Tisch im Restaurant reserviert.

Wir können nur hoffen, dass das Wetter sich bessert. So wie es scheint, ist auch die Internet-Verbindung „ertrunken“ und wir können uns nicht über das Wetter informieren.

 

Am Inarisee

Inari: Bei Regen und Wind

Inari: Bei Regen und Wind

Der Montag fiel buchstäblich ins Wasser. Bereits in der Nacht von Sonntag auf Montag begann es zu regnen und zu winden. Auf dem See tanzten kleinere und grössere Schaumkronen.

Inarisee; Regen

Inarisee; Regen

Und es regnete den ganzen Tag hindurch. Mal mehr, mal noch mehr. Wir blieben „zu Hause“, spielten Mastermind, Mühle und lasen. Erst so gegen 18 Uhr hörte der Regen auf und die Sonne zeigte sich ganz zaghaft zwischen den Wolken. Die Nacht blieb dann ruhig und am Morgen war der See spiegelglatt, kein Windchen blies.

Inarisee

Inarisee

Nach dem Frühstück machten wir uns auf dem Weg zum Samimuseum „Siida“. Vom Campingplatz liegt es ca. 1,3 km entfernt. Der Eintritt: 10€ pro Person und jeder einzelne Cent hat sich wirklich gelohnt. Die Innenausstellung war umfassend und sehr, sehr schön. Man lernt viel über die Jahreszeiten hier im Hohen Norden und über die Lebensweise der Sami. Aussen waren verschiedene alte Häuser aufgebaut: Wohnhäuser, Speicher, aber auch Fallen für Tiere. Auf einem Teil des Geländes befanden sich restaurierte Teile einer früheren Siedlung. Alles tiptop beschrieben und in einem guten Zustand. Ihr könnt euch unter www.siida.fi informieren. Es gibt auch die englische Übersetzung dazu. Apropos Sprache: finnisch ist wirklich eine lustige Sprache. Wir waren auch einkaufen und haben so einiges erraten können. Zum Glück ist das Meiste auch in Schwedisch angeschrieben. Hört man die Leute miteinander sprechen dann versteht man kein Wort. Man hat nicht einmal eine Ahnung wovon sie sprechen könnten.

Inarisee bei Sonnenschein

Inarisee bei Sonnenschein

Wir bleiben noch bis morgen in Inari und fahren dann weiter in Richtung schwedische Grenze via Kittilä und Levi.

Inari: Landebahn und Hangar

Inari: Landebahn und Hangar

Zum Inarisee

Wir wohnen

Wir wohnen

Gestern Samstag war Wasch- und Putztag. Zuerst haben wir ein wenig eingekauft und sind dann zurück auf den Camping in Tana Bru und haben alles gut verlüftet, umorganisiert und gewaschen. Bis am Abend war dann alles wieder eingeräumt und die Kleider trocken.

2015-07-26 - nach Inari

2015-07-26 – nach Inari

Heute ging`s dann los in Richtung Inari (Finnland). Das Wetter war trocken und sonnig. Wir fuhren am Südufer des Varangerfjords entlang und hatten wunderbare Ausblicke. Wir blieben immer mal wieder stehen und genossen die tollen Farben und das Meer.

Varangerfjord_02

Varangerfjord_02

Später ging`s dann in Richtung Landesinneres und schliesslich passierten wir um 12 Uhr MEZ die Grenze zu Finnland und hatten eine Stunde „verloren“. In Finnland gilt die osteuropäische Zeit!!

Die Landschaft präsentierte sich fast schlagartig ganz anders. Die Felsen waren verschwunden, links und rechts der Strasse waren Wälder mit Birken und Kiefern. Und was ganz erstaunlich war: der Boden war sehr sandig. Wir fuhren an einigen Rentierherden vorbei. Die meisten grasten friedlich neben der Strasse, einige wollten uns ein Stück auf der Strasse begleiten. Die Strasse war kaum befahren und wir kamen sehr gut vorwärts. Bereits um 15.15 Uhr waren wir in Inari und bezogen unsern Standplatz direkt am See. Von einem romantischen Platz kann allerdings nicht die Rede sein. Die Stellplätze sind klein, der Nachbar praktisch vor deiner „Haustür“. Die Sanitäranlagen sind auch nicht grad „dr Hit“ und 25€ pro Nacht sind auch viel. Aber was soll`s… Wir spazierten noch in die „Stadt“, kauften uns eine Glacé und stöberten im Souveniershop. Es gab einige schöne Dinge zu kaufen. Aber es schien uns alles sehr teuer zu sein.

Varangerfjord_01

Varangerfjord_01

Über dem See liegt eine geschlossene Wolkendecke und ab und zu regnet es ein wenig. Aber mit angenehmen 16 Grad ist es auszuhalten.

Morgen wollen wir ins Samenmuseum „Siida“. Es soll eines der schönsten seiner Art sein. Lassen wir uns überraschen.

Sommer!! – Sommer??

2015-07-24-Nach Berlevaeg

2015-07-24-Nach Berlevaeg

Im Kongsfjordfiell

Im Kongsfjordfiell

Die Wetterprognosen für Tana Bru sind ausgezeichnet: Sonnenschein und sommerliche 15-17 Grad.

Wir beschliessen nochmals 2 Nächte hier zu bleiben. Gleichzeitig erkundigen wir uns noch nach Fischerkarten. Dies scheint allerdings sehr kompliziert zu sein. Da der Fluss Tana ein sehr Lachs reiches Gewässer ist, ist alles sehr stark reglementiert. Deswegen verzichten wir.

Unser Autothermometer zeigt sommerliche 17 Grad, es wird Zeit, dass wir dieser Hitze entfliehen.

Wie schon gestern machen wir uns auf den Weg zur Halbinsel „Varangerhalfoya“ (Halbinsel am Varangerfjord). Heute geht es zuerst dem Fluss Tana entlang bis zu seiner Mündung im Meer (Tanafjorden) dann durchs Landesinnere und schliesslich Richtung Norden bis Berleväg. Von der Strasse am Fluss entlang hat man schöne Aussichten auf den Fluss mit seinen grossen Sandbänken. Es soll hier sogar Robben geben.

Tana Delta... hier gibt es Robben

Tana Delta… hier gibt es Robben

Danach geht es Landeinwärts durch das Kongsfjordfiell wo die Strasse übe einen Passhöhe von bis zu 330 müM führt. Die Landschaft wird karger, Flüsse haben tiefe Schluchten in das Land gegraben. Die Birken sind kleinem Weidengestrüpp gewichen. In der Ferne sieht man farbige Berge mit Schneeresten.

Küstenstrasse

Küstenstrasse

Wie erwartet zeigt das Thermometer nur noch 10.5-11 Grad. Am Kongsfjord angelangt, verändert sich die Landschaft wiederum, sie wird karg. Kaum Bewuchs und mächtige Schieferfelsformationen prägen die Landschaft. Dazwischen immer mal wieder ein Sandfjord mit herrlichen Sandstränden.

Sandfjord

Sandfjord

Ausser den Möwen interessiert sich allerdings kaum jemand für diese tollen Badegelegenheiten. Wir treffen auch auf eine kleinere Rentierherde. Die Tiere grasen ungestört am Strassenrand.

Die Sonne hat nun auch dichteren Wolken Platz gemacht und die Wellen schlagen schäumend an den Felsen auf.

Berleväg

Berleväg

Berleväg ist klein, überschaubar, ein Halt der Hurtigroute. Hat einen „Stadtcamping“ welcher sehr idyllisch zwischen Hafenmole, Strasse und einem Bauplatz liegt…

Wir fahren denselben Weg wieder zurück und treffen auf dem Camping die Luzerner welche schon in Alta und in Hammerfest angetroffen haben. Wer weiss vielleicht sieht man sich ja im Verlauf der nächsten Wochen wieder.

Zur östlichsten Stadt Norwegens

2015-07-23-Nach Vardö

2015-07-23-Nach Vardö

Am Morgen hatte der Wind nachgelassen, dafür kamen die Mücken. Aber mit etwas Antibrumm hielten wir uns die Biester mehr oder weniger vom Leib. Gestärkt mit Speck und 3 Minutenei fuhren wir dann gegen 11 Uhr Richtung Osten. Nach ein paar Kilometern auf der E6 kam dann wieder die Abzweigung auf die E 75. Die Strasse führte immer entlang des Varangerfjords.

Strand am Nördlichen Eismeer

Strand am Nördlichen Eismeer

Lange gerade Strassenabschnitte, wechselten mit sanften Kurven. In Nesseby besuchten wir die Kirche, welche als eines der wenigen Gebäude im 2. Weltkrieg nicht zerstört wurde und aus dem Jahr 1853 stammt. Man sieht die Kirche schon von weitem.

Die einzige Kirche, die im 2. Weltkrieg nicht zerstört wurde

Die einzige Kirche, die im 2. Weltkrieg nicht zerstört wurde

Einige grössere Siedlungen lagen am weiteren Weg: Jakobselv, Vadso, Krampenes. Auf beiden Seiten der Strasse weideten Schafe, Sanddünen wechselten mit Sümpfen und kargen Weiden. Nach rund 2 Stunden waren wir dann fast am Ziel. Doch zuerst mussten wir noch durch einen Tunnel fahren. Dieser ist 2892 Meter lang. Der tiefste Punkt liegt 88 Meter unter der Meeresoberfläche. Der Tunnel war der erste norwegische Unterwassertunnel und wurde am 16. August 1983 eröffnet. Etwas mulmig war uns schon zu Mute…

Vardö, Hafen mit Hurtigruten Anlegestelle

Vardö, Hafen mit Hurtigruten Anlegestelle

Vardö ist ein kleiner Ort mit grosser Militärpräsenz. Die zum Teil schmucken, farbigen Häuschen säumen die Meerespromenade. Zurzeit ist dort ein 3 tägiges Fest mit Marktständen. Diese verkaufen vor allem russische Erzeugnisse wie Glaswaren, aus Holz gefertigte und bunt bemalte, ineinander schachtelbare, eiförmige russische Puppen (Matrjoschka) sowie Holzschachteln aus sibirischen Birken. Dann gab es einige Essensstände sowie Süssigkeiten für Gross und Klein. Wir haben uns so kleine, süsse Ringe, ähnlich wie Donuts gekauft. Es hat gut geschmeckt.

Vardö, die östlichste Stadt Norwegens

Vardö, die östlichste Stadt Norwegens

Zurück ging`s auf der gleichen Strasse. Das Licht hatte sich inzwischen verändert und das Meer glitzerte. Es war ein herrliches Naturschauspiel. Gegen 16.30 Uhr waren wir dann wieder auf dem Camping in Tana bru.

Strand am Varangerfjord

Strand am Varangerfjord

Der E75 entlang

2015-07-22-Hammerfest bis Tana Bru

2015-07-22-Hammerfest bis Tana Bru

Kurz nach 10 Uhr brachen wir unser Lager auf dem Hammerfestcamping ab. Die Temperatur war bei bescheidenen 9.5 Grad und der Wind war wie gestern weiterhin kräftig und kalt.

Zuerst kauften wir noch Stühle und fuhren dann Richtung Skaidi. Die Kulisse war atemberaubend, das Wetter etwas besser als bei der Hinfahrt. Den einen Tunnel „umfuhren“ wir auf der alten Strasse und waren froh, dass die Schranke am anderen Ende nicht geschlossen war. In Skaidi fuhren wir auf der E6 weiter Richtung Kirkenes. Die Aussentemperaturen schwankten immer so zwischen 9.5 und 10.5 Grad. Der Himmel war mal etwas mehr, mal etwas weniger bewölkt. Ab der Abzweigung zum Nordkap wurde der Verkehr in unsere Richtung deutlich weniger, der Gegenverkehr nahm etwas zu.

Zwischenhalt...

Zwischenhalt…

In Lakselv tankten wir noch einmal auf, wuschen unsere Scheiben und verärgerten einen nervösen Urlauber aus Deutschland, der wahrscheinlich wegen uns (weil wir noch 2 Minuten Scheiben wuschen) die heutige Mitternachtssonne (welche wahrscheinlich im Nebel verschwindet) verpassen wird. Als wir anfuhren, hat er geklatscht und auf unsere Nachfrage kam die Antwort: „Wir wollen auch mal tanken, wenn`s recht ist!“. Armer Mensch, fährt 4000 km und glaubt immer noch wegen 2 Minuten zu spät zu kommen…

Unterwegs

Unterwegs

Wir fuhren auf alle Fälle lachend weiter und verliessen die E6 und fuhren auf der E 75 weiter in Richtung Tana Bru. Wie man auf Wikipedia nachlesen kann, verläuft die E 75 von Kreta nach Vardø, der östlichsten Stadt Norwegens (ist auch östlicher als Istanbul). Irgendwo hielten wir an, um zu fotografieren. Ein deutscher Reisebus entlud grad seine Insassen. Die Frauen stellten sich brav in die Schlange vor dem WC-Häuschen („also da ist einfach so ein Loch und man sieht runter…“), die Herren stärkten sich mit Würstchen und Brot.

Schlange vor dem WC Häuschen

Schlange vor dem WC Häuschen

Der Streckenabschnitt zwischen Lakselv und Tana bru war einer der schönsten, welchen wir bis anhin befahren haben. Die Strasse führte entlang von tiefblauen Fjorden, führte hinauf auf eine Hochebene (150-200 müM) mit „Tonsurhügeln“ (unten Bewuchs oben kahl), vorbei an tiefblauen Seen aller Grössen.

Stausee

Stausee

Mal war`s menschenleer, mal sah man einzelne Häusergruppen. Ein paar Schafe lagen am Strassenrand, ein paar Rentiere assen das spärliche Gras. Dann sah man wieder Fischer in einem Fluss stehen. Sie warteten auf die Lachse.

Unter dem "Staudamm"

Unter dem „Staudamm“

Es war wirklich eine Route mit vielen Highlights, farblich und landschaftlich wunderbar.

In Tana Bru fanden wir dann auch einen Campingplatz. Nicht besonderes, aber für uns genau das Richtige: eine Wiese mit angrenzenden Häuschen, einer freundliche Frau beim Empfang und guten Sanitäranlagen. Und das Beste: 2-3 Häuschen sind besetzt. Ausser uns stehen noch ein Camper aus Italien und Norwegen, sowie ein VW Bus aus Finnland da. Einzig die nahe Strasse hört man ein wenig, aber das wird uns auch heute nicht stören.

Blick in den Fjord

Blick in den Fjord

Nach Hammerfest – die nördlichste Stadt der Welt?

2015-07-21-Alta bis Hammerfest

2015-07-21-Alta bis Hammerfest

In Alta präsentierte sich der Morgen etwas grau. Wir machten uns gegen 10 Uhr auf den Weg, kauften noch ein paar Kleinigkeiten ein und fuhren dann los. Erst folgte die Strasse dem Meer. Das Gebiet war ziemlich stark besiedelt. Dann drehte die Strasse ins Landesinnere und wir fuhren über Pässe (350 m.ü.M) und kamen auf eine wunderschöne Hochebene.

Unterwegs.. Samenhäuser

Unterwegs.. Samenhäuser

Da und dort hatte es ein paar Häuser, ein paar Schafe, ein paar Rentiere. Wir fuhren wahrscheinlich durch das Siedlungsgebiet der Samen. Die Natur war karg, die kleinen Birken hatten erst grad winzige, hellgrüne Blättchen. Die Temperatur sank auf 9.5 Grad. Die Strasse war wenig befahren. Dann fuhren wir von der E6 ab auf die Strasse Richtung Hammerfest und passierten eine imposante Brücke, 2 Tunnels und waren dann gegen 13 Uhr auf dem Camping. Zwar zeigte sich ab und zu die Sonne, aber es wehte ein ziemlich kalter Wind. Da die Rezeption des Campingplatzes geschlossen war, stellten wir den Bus hin, begrüssten die Luzerner, welche wir schon auf dem Platz in Alta angetroffen hatten und machten uns auf den Weg in die Stadt. Den kürzesten Weg verpassten wir irgendwie, aber wir fanden den schönsten. Nach einem kurzen Aufstieg standen wir auf dem ca. 80 Meter hohen Aussichtsberg über der Stadt. Diese präsentierte sich im schönsten Sonnenschein.

Hammerfest

Hammerfest

Auf dem „Zig-Zag-Weg“ ging es dann ziemlich steil auf der anderen Seite in die Stadt hinunter. Zuerst besuchten wir den „Intersport“. Wir brauchen eigentlich neue Stühle, weil die alten langsam auseinander fallen. Wir haben uns im Laden ein wenig umgesehen, Stühle entdeckt, die allerdings nicht ganz dem entsprachen, was wir wollten. Wir entschlossen uns, weiter zu gehen und noch andere Läden zu besichtigen…

Kirche von Hammerfest

Kirche von Hammerfest

Um es kurz zu sagen: Hammerfest ist eine sehr überschaubare, verschlafene Kleinstadt mit ca. 10 Frisörläden und einigen Geschäften, die alle um 16 Uhr schliessen. Wir besichtigten noch die Kirche (sehr schön), das Hafenviertel (tja), suchten die Information, welche überall grossartig ausgeschildert war und fanden sie (siehe Foto).

Offizielle Touristeninformation

Offizielle Touristeninformation

In der Zwischenzeit war es bereits 16 Uhr; somit war das Museum auch geschlossen. Eigentlich wollten wir ja in Hammerfest essen. Und wir fanden ein tolles Restaurant, mit aufmerksamer Bedienung und gutem Essen. Allerdings gab es da kein lokales Essen. Wir haben in der angeblich nördlichsten Stadt der Welt gutes chinesisches Essen genossen, auch eine Variante!

Hammerfest ist nett, aber nicht mehr. (Wir haben uns gefragt, wozu die hier die neuen Mehrfamilienhäuser bauen…)

Nun schauen wir mal weiter und fahren morgen Richtung Osten. Es könnte sein, dass die Internetverbindung rarer wird und deswegen unsere Berichte vezögert kommen.

UNESCO Weltkulturerbe

Nordlichtkirche von aussen

Nordlichtkirche von aussen

Den heutigen Tag haben wir in Alta verbracht. Zuerst fuhren wir in die Stadt, um die berühmte Nordlicht Kathedrale zu besichtigen. Wir waren noch etwa zu früh und setzten uns vor der Kathedrale auf eine Bank. Eine Gruppe Japaner schwärmte rund um die Kirche aus. Das übliche Prozedere: Jeder stellt sich vor die Kirche und lässt sich fotografieren. Dann in Gruppen, mit Mützen, ohne Mützen und dabei wird ständig gekichert. Es hat sich gelohnt zuzuschauen. Es war sehr lustig und unterhaltsam. Die Kirche ähnelt von aussen etwas dem höchsten Hochhaus der Welt von Dubai. Sie ist allerdinge dem Nordlicht nachempfunden. Von innen ist sie recht schlicht aber sehr schön. Sie hat uns sehr gefallen.

Nordlichtkirche innen

Nordlichtkirche innen

Dann haben wir die Fussgängerzone von Alta besucht. Sehr übersichtlich! In einem Einkaufscenter wurden wir dann endlich fündig und haben uns so richtige Outdoorhosen gekauft. Die sollen auch Mückendicht sein. Vielleicht können wir das noch gebrauchen. Apropos Mücken: Bis auf einzelne Exemplare hat sich diese Spezies bisher doch recht rar gemacht. Wir vermissen sie nicht!

Beim Alta Museum

Beim Alta Museum

Dann fuhren wir ins Alta Museum. Dieses liegt etwas ausserhalb der Stadt und das Gebiet um das Museum wurde zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Man hat dort auf den Felsen 1500 – 6000 Jahre alte Felszeichnungen gefunden.

Felszeichnungen bei Alta

Felszeichnungen bei Alta

Teile davon hat man freigelegt. Die Zeichnungen, Tiere, Schiffe, Menschen stammen von den Jägern aus der Steinzeit. Da man kaum Siedlungsspuren gefunden hat, wird angenommen, dass sich diese Menschen nur sporadisch oder nur einige Zeit an diesem Platz aufgehalten haben. Wahrscheinlich war es ein heiliger Ort. Teile der Felszeichnungen wurden mit roter Farbe nachgezeichnet und sind somit besser sichtbar. Ein gut ausgeschilderter Pfad führte zu den verschiedenen Felsen, eine Broschüre lieferte die Erklärungen dazu. Nach einer kleinen Stärkung haben wir dann noch die Ausstellungen im Museum besucht. Eine Ausstellung zeigte die verschiedenen Bärenarten, die andere beschäftigte sich mit der Kultur der Sami und erzählte von den Anfängen der Nordlichtphotografie.

Beim Alta Museum

Beim Alta Museum

Gegen 15.30 Uhr waren wir dann wieder auf dem Camping, genossen die warmen Sonnenstrahlen und haben uns ausgeruht.

 

Aussichten – von Tromsø nach Alta

Tromsø bis Alta

Tromsø bis Alta

Bei unserem fast mitternächtlichen Spaziergang zum Sanitärgebäude (um 00.30 Uhr) haben wir noch die sonnenbeschienenen Hänge der Berge gesehen.

Der Morgen allerdings begrüsste uns mit wolkigem Himmel, aber es war warm. Das Zusammenpacken wird langsam zur Routine und wir genossen wieder ein gutes Frühstück, bevor wir dann so gegen 10 Uhr aufbrachen.

Da Sonntag war, hatten die Einkaufsläden geschlossen, was nicht weiter tragisch war. Weil wir in Tromsö 2 Mal essen gegangen sind, haben wir noch einen fast vollen Kühlschrank.

Wir nahmen wiederum den Landweg und ab Nordsjosbotn fuhren wir wiederum auf der E6 in Richtung Norden. Die Landschaft und das Wetter wechselten fast im Minutentakt. Wir fuhren rauf und runter. Mal schienen die Berge uns einzuschliessen, dann wieder reichte unser Blick über das Meer zu den Kilometer entfernten Bergen. Mal war es dunkel am Himmel, der Regen schien nah und nach der nächsten Kurve schien dann doch die Sonne. Wir hatten wunderbare Aussichten auf Gletscher, hinein in weite oder enge Täler, über das Meer…es war herrlich.

Die Fahrt war somit sehr kurzweilig, wir wechselten uns ab und erreichten schon gegen 16 Uhr Alta. Vorher wurde noch kurz getankt und etwas Brot und Orangensaft gekauft, dann fuhren wir zu den Campingplätzen. Gleich 3 liegen hinter einander. Der erste schien und so „umtriebig“, der 2. schien uns „ noch umtriebiger“, aber der 3. war praktisch leer.

Frohen Mutes stellten wir unsern Bus hin und stellten dann 4 Stunden später fest, dass sich auch dieser Platz unmerklich gefüllt hat. Die vielen Kinder klappern mit den 3 Rädern herum. Leider kann man nicht sagen: „Sobald es dunkel wird, gehen die Kinderlein dann schon schlafen.“ Dunkel wir des frühestens in einem Monat und solange wollen wir dann doch nicht bleiben. Aber ich denke, wir werden gut schlafen.

Morgen werden wir Alta besichtigen und ein wenig fotografieren.

Ach ja, auf unserm Abendspaziergang wir haben noch Birkenröhrlinge gefunden (essbare Pilze). Somit ist das morgige Abendessen auch schon bekannt: Lachs mit Pilzen.