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Weiter nach Voukatti

2017-07-19-Larsmo-Vuokatti

Weil es immer noch regnet, beschliessen wir, weiter zu fahren. Wir haben uns einen Campingplatz etwas weiter nördlich und ziemlich im Osten ausgesucht.
Wenn man ein Blatt Papier nimmt, es zusammenknüllt und dann wieder etwas glatt streicht, dann bekommt man in etwa Finnland. Das Land ist flach, es hat keine nennenswerte Hügel und hat`s mal eine „grössere“ Erhebung (so in der Grössenordnung des Zunzger Büchels (kennst du nicht? Musst du guugeln)) dann baut man sofort einen Skilift und erhält so eine Abfahrt von 50 Metern. Wahrscheinlich gibt es deswegen keinen finnischen Abfahrtsstar im Weltskizirkus.
Wir passieren Dörfer wie Pedersären kunte, Haapala, Haapajärvi, Kuusenmäki und Pöllösensuo auf unserem Weg nach Voukatti.

Camping Naapurivaaran Lomakedkus Ky

Wir tanken und essen Munkki und trinken Kahvi. Sehen ein Taksi und viele Joki. Lernen, dass Tie ein Weg ist und ein Asphaltti steht an der Baustelle und regelt den Verkehr.
Die Finnen sind sehr freundlich, das Leben hier ist teuer.
Unser Campingplatz heisst Naapurivaaran Lomakedkus Ky und liegt am Nuasjärvi. Die Besitzerin hat vor 50 Jahren Deutsch gelernt und kann auch Englisch und reist immer im Januar mit ihrem Mann nach Thailand. Dann hat es hier in Finnland bis zu -35 Grad.
Das Lapin kulta (finnisches Bier) kostet € 6 pro 5dl und 2 Nächte für uns zum Übernachten € 52. Aber: Fischen sei gratis, meint die Besitzerin. Wir werden morgen mal auswerfen.
Es ist herrlich warm heute und die Sonne scheint noch lange nach 21 Uhr auf unser Büssli.

Auf nach Finnland!

2017-07-18-Kukkolaforsen-Larsmo

Es regnet wieder einmal. Wir beschliessen, weiter zu fahren.
Gegen 10.30 Uhr checken wir aus und fahren in Richtung Tornio. Haparanda auf der schwedischen Seite und Tornio, auf der finnischen Seite des Torneälven sind zwei grössere Städte. Entsprechend viel Autoverkehr hat es auf den Strassen. Beim Einritt nach Finnland „verlieren“ wir eine Stunde. Finnland ist in der OEZ.

Bye, bye Kukkolaforsen

Wir fahren im Regen dem Meer entlang. Die Strasse ist allerdings weit vom Meer entfernt. Es wirkt alles ein wenig deprimierend. Irgendwann hört dann der Regen doch auf und wir freuen uns über Sonnenschein und 18 Grad.
Gegen 16 Uhr erreichen wir die Insel Larsmo und den Campingplatz. Die Rezeption liegt etwa 400 Meter vom Platz entfernt und ist gleichzeitig Postamt, Restaurant und Einkaufsladen. Daneben befindet sich noch eine Fischräucherei. Wir erhalten einen Badge für die Toilettenanlagen und sollen einfach schauen, wo es Platz hat. Machen wir und wir finden auch einen Platz. Leider beginnt es auch schon wieder zu regnen und die Besichtigung fällt somit ins Wasser. Nach dem Abendessen wird noch ein wenig gelesen und bald schon schlafen wir und hören, wie der Regen mal mehr, mal wenig auf unser Dach prasselt. Ab und zu lamentiert eine Möwe, aber wir schlafen wunderbar.

Kukkolaforsen

So einen Fisch…

Der Tag begrüsst uns mit einem leicht bewölkten Himmel und etwas Sonnenschein. Das Frühstück findet somit draussen statt. Es gibt Speck und Eier, Brot und selbstgemachte Nektarinenconfi von Zuhause. Wir nehmen es gemütlich und schauen zu wie andere Camper abfahren. Auch unsere Nachbarn gehen, wir winken.
Nach dem Abwasch (macht immer Pavel) erkunden wir die Umgebung. Die Campingbesitzer (Bereits in 5. Generation) haben in vielen alten Häusern kleine Ausstellungen gemacht.

Eine Hobelmaschine

Wasserantrieb im Sägewerk

So gibt es eine alte Mühle, ein Sägewerk, eine Räucherkammer und ein kleines Fischmuseum zu besichtigen. Es hat auch einen alten Glockenturm, der früher dazu diente den Schichtwechsel beim Dip Net Fischen anzukünden. Man kann auch Führungen dazu buchen. Wir haben alles auf eigene Faust angesehen. Es ist sehr schön gemacht und frei zugänglich. Im Fischmuseum kann man auf einem Bildschirm in den Fluss hineinsehen und sieht so ab und zu einen Fisch vorbeischwimmen. Die verschiedenen Süsswasserfischarten werden auf einem Poster in verschiedenen Sprachen beschrieben.

Dip Net Fishing…. diesmal live

Auch die Geschichte der Dip net Fischerei wird erklärt. Und auch heute wird noch so nach den Heringsmagränen gefischt. Eine anstrengende Art Fische zu fangen.
Wir sitzen noch eine Weile am Fluss und schauen den Möwen und Schwalben zu, entdecken sogar eine Seeschwalbe und gehen dann wieder zum Bus zurück. Etwas später besuchen wir nochmals die Ausstellung mit den verschiedenen Saunen und spazieren noch etwas weiter flussabwärts. Wir entdecken eine neu erstellte Plattform für Fischer, daneben eine Feuerstelle mit Holz, Abfalleimern und Grillrost. Sehr weit kann man hier nicht spazieren.

Fachkommision beim Beraten

Aber es passt. Es ist ein richtig gemütlicher Tag. Gegen 17.30 Uhr gehen wir ins Restaurant zum Essen. Man isst hier sehr früh (Also normal. Nicht so verrückt spät, wie in der Schweiz. Anm. der Redaktion ). Um 20 Uhr macht das Restaurant bereits zu.
Wir essen Carpaccio vom Elch, Torne Lachs mit Risotto und Randen Gemüse sowie Lachstartar, Rentiergeschnetzeltes mit Pommes Duchesse. Zum Aperitif 2 sparkling Wines und zum Essen eine Flasche Chablis. Kosten: 1300 SEK, nicht billig, aber das Ambiente und die Qualität der Speisen gerecht fertigen diesen Preis. Das ist wirklich ein Top Restaurant und die Bedienung hervorragend.
Also wenn ihr einmal in diese Gegend kommt, dann geht hier essen. Es lohnt sich. Wir gehen früh schlafen und fahren morgen weiter.

Weiterreise

2017-07-16-Gällivare-Kukkolaforsen

So, heute geht’s weiter. Nach dem Frühstück wird alles verstaut und wir fahren kurz nach 10 Uhr los.
Zuerst wollen wir noch einkaufen und suchen den ICA. Es braucht einige Zeit, aber wir finden ihn. Schnell ist alles eingekauft für die nächsten 3 Tage. Und dann geht’s zuerst über die E45, die E10 und dann auf die Nebenstrasse 394 in Richtung finnische Grenze. Die Strasse ist kaum befahren. So alle paar Minuten kommt uns ein Fahrzeug entgegen. Die Strasse führt durch Wälder und gibt ab und zu einen wunderbaren Blick in die Ferne preis. Dörfer sind sehr, sehr selten. Plötzlich sehen wir eine Elchkuh. Sie steht mitten im Sumpf.

Midsommar ist vorbei…

Etwas später kreuzt ein Ren unsere Strasse und irgendwann steht ein grosser Kranich auf der Wiese. Schliesslich kommen wir an den Torneälv. Dieser gewaltige Fluss „entspringt“ im Torneträsk, einem See ganz im Nordwesten von Schweden an der Grenze zu Norwegen. Auf seinem 410 km langen Weg wird er sehr breit, bis er schliesslich zum Grenzfluss zwischen Schweden und Finnland wird und in Tornio (Finnland) ins Meer mündet. Es gibt wenige Grenzübergänge. Finnland und Schweden waren lange Zeit nicht wirklich befreundet. Wir geniessen herrliche Ausblicke auf den Fluss und das dahinter liegende Land (Wälder, Wälder, Wälder…).

Kukkolaforsen

Gegen 15 Uhr erreichen wir Kukkolaforsen. Hier gibt es einen schönen Campingplatz. Der Torneälv ist hier sehr schnell und es gibt viele Stromschnellen. Der Platz ist schön gelegen und wir beschliessen hier ein-zwei Tag zu bleiben. Das Wetter ist wunderbar. Es hat um die 18-20 Grad und die Sonne scheint (Kurzarmwetter). Wir erhalten einen Platz nahe beim Servicegebäude. Das passt! Schnell ist alles installiert, das Dach ist offen, der Strom angeschlossen, der Sitz gedreht, die Store ausgefahren, Tisch und Stühle stehen draussen bereit und die letzten Lebensmittel sind weggeräumt. Jetzt nehmen wir den Fotoapparat und erkunden ein wenig die Gegend. Unsere Nachbarn gegenüber sind Norweger, die nebenan kommen aus Schweden. Der Campingplatz bietet allerlei Attraktionen. So kann man eine Ausstellung von Saunen besichtigen (eine Art Museum). Und es gibt noch weitere Ausstellungen über die Fischerei. Hier im Torneälv werden vor allem Heringsmaränen (white fish) gefischt und zwar mit langen Stangen an welchen Netze befestigt sind (Dip net).

So geht Dip Net Fishing

Die Heringsmaränen kommen meistens gegen Ende Juli vom Meer her flussaufwärts, um zu laichen. Bei dieser starken Strömung müssen sie immer wieder rasten und werden dann eben auch gefangen. Am letzten Sonntag im Juli (Jakobsmäss) gibt es immer ein grosses White fish Fest hier auf dem Platz.
Alles haben wir heute noch nicht erforschen können. Genau aus diesem Grund bleiben wir noch ein wenig.

Wandertag

Sonne im Lappland!

Wir erwachen und…hören nichts. Wir lauschen nochmals und …hören nichts. Kann das sein? Wir machen die Augen auf und…sehen den Sonnenschein! JUHUUUUUU der Regen ist vorbei. Wir können sogar draussen frühstücken und so gibt es wieder einmal Speck. Wir lassen uns Zeit und gegen 11.45 Uhr machen wir uns auf den Weg in Richtung Dundret. Der Weg führt erst über den Fluss, dann über die Inlandsbanan (Eisenbahn), dann durch einen Tunnel auf die andere Strassenseite. Wir gehen der Strasse entlang. Die schwedischen Autofahrer sind immer sehr vorsichtig im Umgang mit Fussgängern oder Radfahrern. Meist wechseln sie auf die andere Strassenseite und wenn ein Auto entgegen kommt, dann warten sie bis sie vorbeifahren können.
Nach einem Kilometer sind wir bei einem Restaurant, das hat aber nur von 17-21 Uhr geöffnet. Wir spazieren weiter und kommen schliesslich zu einem Art „Eingangstor“ zum Gebiet „Dundret“. Und sehen durch die Bäume eine Art Sanddüne.

Sanddüne? Nein, Schnee unter Sägemehl

Unser Interesse ist geweckt und wir folgen den Schildern „Hellner Arena“. Dies ist ein Langlaufzentrum. Wir nähern uns der „Düne“ und sehen, dass sie aus Sägemehl besteht. Weiter hinten sehen wir nochmals so ein Hügel. Und da dämmert es uns: Da wird Schnee vom letzten Winter „konserviert“. Wenn man ein wenig im Sägemehl gräbt, dann stösst man nach wenigen Zentimetern auf den kalten Schnee.

Am Harrträsket…

Wir kehren wieder um und gehen in Richtung Harrträsket. Leider verpassen wir die richtige Abzweigung und laufen einige Zeit parallel zum Seeufer bis wir es endlich merken. Aber wir finden einen kleinen Weg, der zu einigen Hütten führt. Wir vergewissern uns, dass die Besitzer nicht grad da sind und gehen ans Ufer. Schön ist es hier, das Wasser funkelt, es ist sehr friedlich.

Am Harrträsket…

Wir nehmen wieder den gleichen Weg zurück zum Campingplatz. Es ist wunderbar sonnig und sehr warm.
Beim Camping gönnen wir uns zwei Glacés und zahlen, weil wir morgen weiter fahren möchten. Insgesamt sind wir 14 km gelaufen und sind nun ein wenig müde. So sitzen wir faul in der Sonne und geniessen das Dasein. Zum Abendessen gibt es Hamburger vom Grill und Kartoffeln. Wir haben neue Nachbarn bekommen. Es sind Leute aus Holland. Sehr nette. Er ist mit seinem Camper auf den Platz gefahren und hat dann erst geschaut, ob er uns keinen Schatten macht. Es sind zwei ältere Leute, die ans Nordkap wollen. „einmal soll man das machen“, meint er, „aber dann nie wieder“. Er fragt uns auch noch, was hier besser sei als in der Schweiz. Wir denken, dass er nicht ganz so glücklich ist hier. Wahrscheinlich ist es ihnen zu kalt und zu regnerisch.
Lange sitzen wir noch an der Sonne, bis uns dann der kühle Wind doch ins Innere treibt. Es war ein anstrengender aber toller Tag.

Unterhalb Dundret

Es regnet…und regnet…und regnet…

Kirche von Gällivare

Gestern Abend kamen gegen 21 Uhr dann noch ca. 8 junge Erwachsene (wahrscheinlich Finnen) und stellten ihre Zelte im Regen auf, assen draussen im Regen und waren auch gegen Mitternacht noch unwahrscheinlich vergnügt.
Heute Morgen beginnt das Spektakel dann gegen 6.45 Uhr, gegen 9.30 Uhr fahren sie dann ab.
Wir haben trotzdem recht gut geschlafen und bleiben am Morgen etwas länger liegen. Es regnet in Strömen und der Platz verwandelt sich langsam in einen See. Bei uns drinnen ist alles trocken. Wir frühstücken, beschliessen das Geschirr dann irgendwann zu waschen und lesen, häkeln, beschäftigen den Computer und ruhen ein wenig aus.

Campingplatz nach Regen

Gegen 15 Uhr hört dann, wir die Wetterprognose vorausgesagt hat, der Regen auf und wir machen uns auf den Weg nach Gällivare. Die Kleinstadt liegt rund 70 km nördlich des Polarkreises und hat um die 10`000 Einwohner. Die mittlere Julitemperatur liegt bei 13 Grad und die mittlere Regenmenge bei 73.4 mm (somit der regenreichst Monat des Jahres). Der Nachbarort Malmberget war ursprünglich der Hauptort. Aber es wurde dort soviel Eisenerz abgebaut, dass man die Leute umsiedeln musste und Gällivare entstand. Nahe bei der Stadt liegt der Berg Dundret (823müm). Im Sommer sieht man bis zum 12.7. die Mitternachtssonne (falls es nicht regnet) und im Winter wird dort Skigefahren. Es hat mehrere Pisten und Lifte.
Wir spazieren zum Zentrum und gehen in die Einkaufsläden. Seit dem letzten Mal (vor 2 Jahren) haben wieder einige Geschäfte zugemacht und auch das Sortiment in den bestehenden Läden scheint uns karger geworden zu sein.

Zentrum von Gällivare

Wir werden trotzdem fündig und kaufen im Intersport je 2 Paar Hosen. In der Zwischenzeit zeigt sich sogar die Sonne aber es geht ein kühler Wind und wir sind froh, dass wir die warmen Jacken angezogen haben.
Gegen 17 Uhr schlendern wir wieder zurück und können doch tatsächlich draussen grillen. Ein paar Regengüsse gibt’s noch, aber die sind kurz und das Wasser auf unserer Parzelle sieht sich zurück, sodass wir wieder mit trockenen Füssen zum WC und zurückgehen können.
Mal sehen, was der morgige Tag uns so bringt.

Hoffnung für morgen…

Über dem Polarkreis

2017-07-13-Meselefors-Gällivare

Zum Glück hat es nicht mehr geregnet in Meselefors, aber heute Morgen geht ein kühler Wind. Jetzt ist fertig mit T-Shirt, jetzt kommt der Langarmpulli!
Pavel kommt noch ins Gespräch mit 6 Jugendlichen aus Tschechien. Die sind seit 10 Tagen unterwegs und waren schon am Nordkap…
Gegen 9.40 Uhr fahren wir los in Richtung Norden. Zuerst macht sich das Wetter gar nicht schlecht. Einmal hat es sogar 18 Grad! Aber dann wechseln wieder Regen mit Sonnenschein und die Temperatur sinkt auf 11.5 Grad (Langarmwetter). Um 11.30 Uhr erreichen wir Norbottens Län. Kurz vor Arjeplog stehen dann die ersten Rentiere auf der Strasse. Gemütlich überqueren sie die Fahrbahn, nur keine Hektik. Es sind 17 Stück und etwas weiter sehen wir dann nochmals etwa 15 und später noch vereinzelte Tiere. Bald sind wir in Lappland. Hier haben die Dörfer wieder 2 Namen, einen, den wir verstehen und einen samischen, der ähnlich schwer auszusprechen ist, wie schottischer Whisky (Zitat Pavel). Heute ist übrigens „Holländer-Tag“. Grad gestern habe ich bemerkt, dass wir kaum Holländer sehen hier oben. Heute kommen sie uns reihenweise entgegen. Wahrscheinlich haben sie alle den schlechten Wetterbericht gelesen und fahren nach Hause damit die Vorräte, die sie mitgebracht haben, nicht nass werden…
Um 13.30 Uhr passieren wir den Polarkreis und fahren dann in Richtung Jokkmokk. An der Strasse wird auf einer Länge von 20 km gebaut. Zwischendurch rumpelt es kräftig, dann geht’s wieder flotter voran. Baustellen sind in Schweden immer sehr lang und völlig unkompliziert. Meistens braucht es keine Ampel. Jeder schaut, dass er irgendwie durch kommt, nimmt auch Rücksicht auf den Gegenverkehr. So gibt es manchmal ein Durcheinander aber keinen Stau.
In Jokkmokk halten wir an, gehen in die Touristinformation und kaufen einen kleinen süssen Elch, besuchen noch einen Laden mit Handwerk und gehen noch ein paar Dinge bei ICA einkaufen.
Dann geht’s noch knapp 1 Stunde bis Gällivare, vorbei an einigen Wasserkraftwerken und gegen 16.30 Uhr sind wir da. Wir bekommen einen halbwegs trocknen Platz, richten uns ein und werden noch ein wenig wohnen und essen.

Abschied von Älvdalen

2017-07-12-Älvdalen-Meselefors

In der Nacht regnet es immer mal wieder und auch am Morgen hören wir die Tropfen aufs Dach fallen. Zeit, abzureisen!
Gegen 10 Uhr geht’s los. Ich bringe die Nummer und den Schlüssel zur Schranke an die Rezeption und erfahre zu meinem Erstaunen, dass wir ja eigentlich gar nicht mehr da seien weil wir gestern schon bezahlt hätten. Haben wir, aber bis heute und heute fahren wir weg. Nun stellt sich heraus, dass der nette junge Mann gestern nur 4 Nächte verrechnet hat und irgendwie nicht begriffen hat, dass wir erst morgen, also nach 5 Nächten weggehen, obwohl er gefragt hat, ob wir morgen vor Mittag wegfahren. Kurze Verwirrung, ich zahle noch eine Nacht. Abfahrt!
Wir nehmen eine Nebenstrasse nach Sveg. „Unsere Navigationsfrau“ ist am Verzweifeln: Bitte wenden, nach 300 Metern bitte nach rechts und dann sofort nach links…Irgendwann nach ca. 30 km gibt sie erschöpft auf und siehe da, plötzlich erkennt sie die Strasse und weist uns den Weg. Der Rest ist schnell erzählt. Fast den ganzen Weg regnet es, die Temperatur sinkt bis auf 9 Grad (immerhin noch plus). Alles ist grau und nebelverhangen. Ab und zu gibt es Hoffnungsschimmer, aber die versinken wieder im Regen. Wir kommen gegen 16.30 Uhr in Meselefors an. Es hat 15 Grad und es ist trocken. Vor 2 Jahren wurden wir noch von einem älteren Ehepaar begrüsst. Heute sind junge Leute da. Sie haben den Platz dem Ehepaar abgekauft und sind erst seit heute so richtig auf dem Platz. Wir stellen unser Auto in die Nähe der Rezeption wo es WIFI geben sollte. Das klappt auch einigermassen. Dann machen wir eine kleine Runde um den Platz und kommen grad vor dem nächsten Regenguss wieder zum Bus. Morgen geht’s weiter nach Norden. Hoffentlich dem schöneren Wetter entgegen.

Chumm fischli, chumm, chumm…

Direkt vor unserem Bus…

Um es vorweg zu nehmen, das Fischli kam nicht, wenigstens nicht zu uns. Ein etwa 10 jähriger Junge hat es bekommen.
Aber der Reihe nach. Gestern war ein windiger Tag. Wir sind trotzdem dem Fluss entlang spaziert und Pavel hat immer mal wieder ausgeworfen. Einmal hat sich der Silch um eine Birke verheddert weil der Wind so stark geblasen hat. Aber Doris hat alles gerettet (unter Einsatz des Lebens selbstverständlich).
Heute begrüsst uns ein bedeckter Himmel. Wir entdecken einen kleinen Vogel, der direkt vor dem Auto im Gras sitzt. Wahrscheinlich kann er noch nicht so gut fliegen. Aber wir reden ihm gut zu und hoffen, dass er am Abend nicht mehr dasitzt.

Die ominöse Brücke

Regen ist angesagt. Wir machen uns mit Schirm und Regenjacken auf den Weg in Richtung Flygplats. Mit dabei natürlich die Angelrute. Pavel wirft immer mal wieder aus. Er macht sogar einen Meisterwurf. Der Sbirolino prallt mit einem „Pling“ vom Brückengeländer ab und trudelt ins Wasser. Als Pavel alles rauszieht, meint er, dass er wohl überworfen habe. Ich sage dem ganz einfach „es gruusigs Gchnüppel“. Aber wir schaffen es, alles zu entwirren und weiter geht’s. Wir sind alleine unterwegs. Bei uns sind Schwäne, Möwen, andere Wasservögel. Entgegen der Prognosen scheint die Sonne. Es ist seit Freitag der schönste Tag. Es wird richtig warm. Auf dem Flygplats werden Reparaturarbeiten gemacht. Wir umrunden die ganze Piste sehen Seerosen. Es ist friedlich. Pavel versuchts mal mit einem meps. Vielleicht gibt’s Hechte. Und dann passiert es, der meps hängt irgendwo 15 Meter vom Ufer entfernt. Alles rütteln und ziehen bringt nichts. Aufgeben? Ins kalte Wasser steigen? Nichts da, wir schaffen auch dies und mit Hilfe eines alten Pfadfindertricks bringen wir alles wohlbehalten ans Ufer. Inklusive einem Stock und etwas Grünzeugs aus dem Fluss.

Der südlichste Punkte der Landepiste

Wir sind lange unterwegs, laufen um die 10 km. Fische gibt’s keine für uns, Pilze auch nicht. Aber wir hatten unsern Spass. Und dem kleinen Schweden gönnen wir natürlich die grosse Forelle. Naja wenigstens sagen wir das….grins.
Heute ist unser letzter Tag in Älvdalen. Wir haben schon bezahlt und fahren morgen weiter Richtung Norden. Unser Ziel ist Meselefors oder einfach soweit wir fahren mögen. Zum Abschluss gibt’s noch Würstchen mit Brot und Kartoffeln und ein wenig Salat. Und zum Dessert wie immer etwas Süsses. Das können die Schweden so richtig gut herstellen!

Sonntag, 9.7. Fischen

Fachmännische Ausrüstungskontrolle

Am Sonntagmorgen ist der Himmel bedeckt, aber es ist angenehm und wir essen wieder draussen. Dann wasche ich das Geschirr ab und Pavel macht das Fischerzeugs bereit. Er murmelt etwas von Sbirolino, Mepps, Schlösschen, Spule…Ich hole inzwischen den Kescher, den Totschläger, lese die Bestimmungen und gegen Mittag machen wir uns auf den Weg, diesmal flussabwärts. Wir kennen ein paar Stellen wo man gut auswerfen kann und halten mal hier mal dort an. Während Pavel auswirft, suche ich nach schönen Holzstückchen oder sonstigen „Schätzen“ und mache ein paar Fotos.

Österdalälven…ohne Fische

So kommen wir schlussendlich zur Brücke und gehen dann noch ein Stückchen in Richtung Flygplats. Fische fangen wir keine. Wir vermuten, dass es keine gibt…oder aber sie sind nicht hungrig oder finden die Fliege nicht so toll oder das Wetter ist nicht „fischbeissrichtig“. Apropos Wetter: Das wechselt im Halbstundentakt. Wir gehen bei Sonnenschein los, dann regnet es und Richtung Särna hören wir Donnergrollen. Dann kommt wieder die Sonne. Diese verschwindet hinter schwarzen Wolken und das ganze beginnt von vorn. Schliesslich kehren wir um und finden doch tatsächlich einen riesigen Pilz, eine Rotkappe. Auf dem Rückweg entwickeln wir noch weitere Theorien betreffend Fische und wissen nun 100%, dass der Biber alle Fische gegessen hat.

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Wieder beim Bus, regnet es wieder einmal, ein Stuhl wird nass…heul, schluchz. Aber nach dem Einkaufen scheint wieder die Sonne und der Stuhl ist fast ganz trocken.
Zum Znacht gibt es Lamm, Pilze und Kartoffelsalat.